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10 August 2025

6G KW 32 | 2025

 gewogen |

"You cannot manage what you cannot measure."

= Scheixxspruch aus der Gedankenwelt der Führungsebenen,
zutreffend hingegen für die private Gewichtskontrolle.

Die Langgedienten unter Ihnen werden sich vielleicht noch
erinnern an "NO MORE XXL", eine fast vergessene post-Reihe.



[ Wie ich erstaunt feststellen durfte, gab es sogar Leser,
die haben sich das damals AUSGEDRUCKT.
Und konnten es mir dadurch 
nochmal zusenden. ]


Und eine der damaligen Lektionen war, sich wirklich täglich
auf die Scheixx-Waage zu stellen. Hab ich auch durchgezogen.

Oder na, sagen wir: An 25 von 30 Tagen im Monat.

Es vermittelt ein wirklich gutes Gefühl dafür,  welche Ihrer
Verhaltensweisen sehr schnell zu keiner Gewichtsabnahme führt
und welche es eben doch tut.

Und da wäre ich nun (wieder) fast am Ziel.



Noch ein paar Meter weiter auf der Zielgeraden,
dann kommt die nächste Aufgabe:

Stellung halten. Um jeden Preis.
Könnte spaßig werden.


 gekocht  |


Marmelade ein.
Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Person (die Liebste).

Die ich im Gegenzug übrigens zu Frondiensten verpflichten konnte.

Nicht das, was Sie jetzt denken (okay, das auch.)
Marmelade gegen Sex?
Finde das einen total ausgeglichenen und auf gegenseitiger
Wertschätzung basierenden Handel.

Außerdem kennt man das Essen-gegen-Sex-Tauschprinzip
auch von anderen Primatenweibchen (Schimpansen, Bonobos, Kardashians).

Aber nein, ich konnte noch besser als Sex verhandeln:

Die Liebste führt nun eine -hier seit Langem schmerzlich vermisste-
EXCEL-Tabelle mit dem hiesigen Marmeladebestand!

Und übrigens waren dieses Jahr Erdbeere und Pflaume dran.









 gestiegen  |

Abwechselnd über Kater und Warenpakete, je nach Tag.
Um in meine Haustür einzukommen.




Problem bei den Paketen ist dabei, dass sie vorher BEISEITE
geräumt werden müssen.

Problem beim Kater ist dabei, dass der NUR beiseite geht,
wenn glaubhaft Aussicht auf einen Snack besteht.

Was uns eigentlich nicht mehr gestattet ist von seinem Frauchen
nebenan (Kater hat den BMI von Ricarda Lang und auch deren Gang).


 gehört  |

Neue Musik wurde ins Auto geladen und random abgespielt.
Mitfahrende zeigten sich irritiert.

Als hätte dazu mein Fahrstil nicht schon ausgereicht, tsstss.





 gescannt |


Mit der kleinen Verzögerung von etwas mehr als 23 Jahren
habe ich endlich angefangen, das Projekt "alte Fotos digitalisieren"
anzugehen.

7 Fotoalben sind schon im Müll gelandet und haben Platz
frei gemacht für...ok, Sexspielzeug.

Beim Einscannen (Handy) tauchten Bilder lang vergessener
Zeiten wieder auf.

Einmal ein Foto, was von mir aus dem vorausfahrenden Auto
geschossen wurde, mit erklärungsbedürftiger Beifahrerbegleitung.

Und eine alte Tankrechnung, die wehmütig erinnerte an Zeiten,
wo die ganz normale Lebenshaltung noch nicht
gefühlt 2,35 Vollzeitgehälter einforderte.




[ selbstverständlich kann man alles auch relativieren,
damit sich das Leben schöner anhört.

Bspw. Statistisches Bundesamt und andere
regierungslinientreue Orgelpfeifenmedien liefern
wöchentlich gute, belastbare Exempel dazu ab.

Hierzu ein Rechenbeispiel:

Die o.g. Spritmenge kostet heute
-in echtes Geld zurück gerechnet- DM 133,--.

==> Die Teuerungsrate über 24 Jahre liegt
also bei lediglich 2,919% p.a.


Fühlen Sie sich nicht gleich viel besser?! ]

 gestreichelt  |


Der mit Abstand häufigste Satz, den ich von Kunden in 
30 Jahren Außendienst-Vertriebstätigkeit gehört habe, war:

   "Ach! Das macht der sonst aber nie!?"


Letzte Woche begrüßte mich bereits gleich in der Bürotür
dieser "good boy" und ließ erst nach ausgiebiger Streichelrunde
von mir ab.




26 Juni 2025

first world problem

 



Der Gewichtsentwicklungstrend ist wirklich erfreulich.

Und dank der aufgewärmten Bratwurstschnecke letzte Woche,
in deren Folge mir so dermaßen speiübel wurde, dass ich
für 30h keinen Bissen herunter bekam und zusätzlich Gewicht
verlor, hat sich der Trend sogar nochmal beschleunigt.

Es wird langsam Zeit, sich ein Ziel zu setzen.
Ein wirkliches Ziel.

Und nach dessen Erreichen geht dann die eigentliche
Herausforderung los: Gewicht halten.

Die aktuell laufende Woche war denkbar ungeeignet
für solcherlei Überlegungen:

Montag - geplantes Treffen mit Frau Mirtana zum Essen

Dienstag - Tagung in der Zentrale. Mit Mittagsbuffet.

Mittwoch - Einladung zum Essen von 2 Geschäftsführern.

Donnerstag - große Sommerparty in der Zentrale. Buffet deluxe.

Freitag - Essen mit Nachbarn im Mittelalter-Burger-Restaurant

Samstag - Grillen bei Schulfreunden daheim

Sonntag morgen geh ich dann erstmals wieder auf die Körperwaage.
Weia.

Falls Sie die Wellen des Rheins also leise weinen hören:
Das bin ich.

18 April 2025

Wasserstandsmeldung (Brief an die Vorstände - update 2 )

Sie erinnern sich bestimmt noch:

Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich meinem
Unverständnis über die Vertriebsführung hier in
unserer Firma einen gewissen Ausdruck verliehen.

_______________________________________________
 
 SPOILER:


Ich habe bei 3 Einschätzungen leicht falsch gelegen:

a) Es hat nicht bis ENDE APRIL gedauert bis die Vorstände
    nervös werden, sondern bis ENDE MÄRZ.

b) die Vertriebsmaßnahmen kommen nicht IM JUNI,
    sondern SOFORT. 

c) das Vertriebs-Incentive kommt nicht IM SEPTEMBER,
    sondern bereits MITTE APRIL.

_______________________________________________

Da das erste Vertriebsquartal gelaufen ist,
wäre es an der Zeit für einen ersten Rückblick
und neuen Ausblick:



Die gesamte Entwicklung schreitet schneller voran,
als ich das vermutet hatte. Viel schneller.

Aus Sicht der Führung. waren die Vertriebszahlen
Ende März offenbar besorgniserregend genug, 

Jedenfalls alle außer meinen.
 
Aber alle meine Kollegen sind in ihren Gebieten
jeweils im Minus, und zwar fett zweistellig:


( ich bin der blau unterlegte ganz unten
am Rand. Der ohne ein minus davor. )

Nicht, dass ich irgendwas dazu beigetragen hätte.
Nicht, dass ich irgendwas dafür könnte.

Ich hab von diesem neuen Job genau genommen
immer noch keine Ahnung und bin genau so doof
wie noch vor sechs Monaten.

In Teams-Meetings nicke ich an den strategisch richtigen
Stellen (=z.B. eine Führungskraft spricht gerade) demonstrativ
konzentriert in die Kamera und hoffe, dass keiner schnallt,
dass ich von der Hälfte der auf den Powerpointfolien verwendeten
Abkürzungen nicht einmal deren Bedeutung kenne,
geschweige denn deren Inhalt.

Wenn mal reihum eine Einschätzung und Wortmeldung
von jedem von uns eingefordert wird, dann referiere ich
jovial und langatmig so lange gestenreich über die
Gesamtbedeutung des Themas für das zu erwartende
Betriebsergebnis und den unmittelbar bevorstehenden und
absehbaren Erfolg der durch unsere kluge Führung ergriffenen
Vertriebsmaßnahmen, bis jedes Gesicht im Teilnehmerchat
peinlich berührte Erleichterung ausstrahlt, wenn ich bloß nur
endlich wieder die Klappe halte.

Ich achte auf Großveranstaltungen im Vertrieb genau
auf das aktuelle wording des Vorstandes. 

Dieses Vokabular setzt den neuen Trend. Immer!

Dieses Vokabular wird alsbald komplett runterfärben
auf die niedrigeren Führungsgebenen.

Dort wird es so lange wiedergekäut werden, bis es durch
eine neue Mode und ein neues wording ersetzt wurde.

Vor ein paar Jahren gab es hier einen sehr rustikal-robusten
Vertriebsvorstand mit dunkelrotem Führungsstil und streng
zurückge-Gel-ten Nasslook-Haaren, ein echter Lude und niveau-
moralisch etwa auf dem trumpschen Breitengrad angesiedelt.

Der brachte gerne auch dutzendfach die Phrase "WIR MÜSSEN
JETZT ENDLICH DIE P.S. AUF DIE STRASSE BRINGEN!"


Kurz danach plapperten meine Ex-Chefin und ALLE ihre Kollegen
haar.genau.diesen.Müll in JEDER ihrer Teamrunden nach:

   "Wir müssen nun unsere Möglichkeiten konsequent nutzen
     und die P.S. auf die Straße kriegen."


Wie das die Hohepriester des vorherigen Pharaos halt so machen,
um ihre Köpfe nicht zu verlieren, wenn der alte frisch tot ist und der
neue Pharao grimmig die neue Religion mit Feuer und Schwert verkündet.

Das aktuell präferierte Wording des frischen Vertriebsvorstandes ist:

   FREUDE.

  Es müsse wieder FREUDE machen, raus zu gehen!

  Wir alle brauchen mehr FREUDE, in die Beratungen einzusteigen!

Unser aller Erfolg stehe und falle mit DER FREUDE am Vertrieb!

  Und jeder von uns muss jeden Tag um die Wichtigkeit seines Tuns
  für die Gesellschaft wissen und MIT FREUDE Vertrieb machen!


Wenn mich mein Chef oder mein Bezirksdirektor oder der
Bereichsleiter oder sonst wer fragt, was ich eigentlich gerade
aktuell so den ganzen Tag tue, dann erzähle ich von den vielen,
spannenden TeamsCalls, die ich unermüdlich jeden Tag führte.

Und den vielen, tollen Außenterminen, in denen ich
mein stetes Bestreben in den Vordergrund stelle,
unseren Vertriebspartnern wieder FREUDE am Geschäft,
die FREUDE an gemeinsamen Beratungen zu vermitteln,
um sie so zu mehr Aktivitäten und Umsatz heranzuführen,
dabei aber nie aus den Augen lassend, dass am Ende des Tages *
stets die FREUDE und somit UNSER ALLER ERFOLG
in den von mir betreuten Bereichen stehen müsse.

*auch so eine bullshit-Formulierung,
die aber einfach nicht totzukriegen ist
und daher bisher Alles überlebt hat.
Aber zurück zu den April-Zahlen:

Der neue Vertriebsvorstand ist ein Schnellblicker und
hat sofort gesehen, dass wir alle talwärts fahren.

Er hat auch sofort die Gründe dafür identifiziert.

Prompt hat er 4 neue Stellen/Funktionen bei uns geschaffen,
die exakt das Hauptproblem adressieren und beheben sollen.

Was übrigens DANN gelingen wird, wenn man sie mit den
RICHTIGEN Personen besetzt. Aber auch NUR dann.

Das wird der Vertriebsleiterin unter ihm nicht gefallen haben,
die vor 4 Jahren genau das Gegenteil veranlasst hatte, als sie
diese 4 Stellen ABSCHAFFTE und deren Tage bei uns
meiner Einschätzung nach absehbar gezählt sind.

Ich habe mir diese neue Stellenbeschreibung angesehen.

Sie ist ein Traum.
Sie ist wie auf mich zugeschnitten.


Alle haben mich darauf angesprochen, alle.
Alle Kollegen.
Meine ehemaligen Kollegen aus dem Süden.
Mein Chef, der Angst hat, dass ich weg gehe.

Ich bin bundesweit für diese Position der geeignetste Mann.
Punkt, Ende, aus.

Und ich werde mich trotzdem auf keinen Fall bewerben,
denn hier ist nicht eine ideelle oder gar emotionale,
sondern eine rationale und strategische Entscheidung gefragt.

Diese Stelle hat nämlich 3 wesentliche Probleme.
  1. Sie ist in unserem Firmen-Organigramm an der
    zweitfalschestmöglichen Stelle untergehängt.

  2. Sie ist unabhängig davon auch noch bei den beiden
    falschestmöglichen Disziplinarvorgesetzten angesiedelt.

  3. Ich hatte diesen Job schon dreimal hier in diesem Laden
    - jedes Mal ist er nach 1 bis 4 Jahren wieder abgeschafft
    worden und ich musste mich intern umgucken, wo ich bleibe.
Warum sollte es diesmal anders sein?

Zudem wird in Kürze ein neues Produkt von uns gestartet,
welches die Verkaufszahlen für 2025 aus dem Keller holen soll
und welches es auch dem einfacher gestrickten Simbel
im Verkauf einfacher macht als die bisherigen Produkte.

Das wird -glaube ich- auch eine kurze Zeit lang gut klappen.

In der Zwischenzeit habe ich endlich meine Vertriebsziele
für das laufende Jahr bekommen.

Ich habe sie einmal gelesen, zweimal, dreimal.

Dann habe ich meinen Direktionsbevöllmächtigten
angerufen und ihn gefragt, ob das der Ernst dieses Ladens
sein könnte.

Er bejahte das.

Ob er sicher sei.
Ja, sei er.

Ok, schön.
Dann hab ich ab Mai halt frei für den Rest des Jahres.

'Scheint ein guter Ebike-Sommer zu werden für Herrn Rain.





[ https://islieb.de/ ]


10 März 2025

vom erneuten Anlauf (part 5)

   [ part  1 ] [ part 2 ] [ part 3 ] [ part 4 ]


[ bisheriger Verlust liegt bei 11+ Kilo. ]

Der Gewichtsverlust mit Mounjaro basiert nicht auf 
"Fett wegschmelzen" oder sonstigem Kram, sondern
darauf, dass man einfach weniger isst.

Und das wiederum tut man, weil man schneller satt wird,
länger satt bleibt, der Blutzuckerspiegel nicht mehr
so hoch dreht, der Verbleib aufgenommener Nahrung im
Darm verlängert wird und -man kann das nicht genug
betonen- eine ganze Zeit lang keine Lust mehr auf Alkohol hat.

Einmal die Woche setzen Sie den KwikPen = Drehspritze
an und injizieren sich den Wirkstoff.
Die 4mm-Nadel (separater 100er Pack = ca. 15 EUR)
spürt man nicht mal, weder beim Einstechen noch beim
Herausziehen.

Ein KwikPen reicht laut Hersteller für 4 Dosierungen
- also 4 Wochen (...das wird gleich nochmal lustig).

Der erste KwikPen enthält 2,5 mg Wirkstoff.

Der nächste 5 mg,
der danach 7,5 mg und
der danach 10 mg.

10 mg ist normalerweise die Enddosis, und die
nimmt man so lange, bis das Zielgewicht erreicht ist
oder man ganz einfach nicht mehr abnimmt.

Dann schaut man, ob man sein Gewicht so halten kann,
wenn man langsam die Dosierung wieder reduziert.

Das kann schiefgehen, das kann klappen.

Die Erwartung sollte sein, dass man evtl. wieder auf
die Ausgangsdosierungen runter kommt, aber komplett
verzichten können werden nur die wenigsten.

Für ganz harte Fälle gibt es auch 12,5 mg und 15 mg-Dosen
zum Weitermachen.

Aber die kommen nur zum Einsatz, wenn -20% Körpergewicht
noch nicht reichen, z.B. weil das Ausgangsgewicht bereits
bei BMI Sumo gelegen war und der Bereich des Gesundseins
noch erreicht werden will.

Der Hersteller macht Ihnen den Einstieg -wie überraschend-
preislich leichter:

Die Kosten der ersten 4 Wochen wurden gesenkt auf ~200 Euro.

Die zweiten liegen bei 275 Euro, die dritten und vierten
4-Wöcher liegen aber bei jeweils ~380 Euro.

Da hat es nicht nur mich, sondern auch zahlreiche weitere
Konsumenten verwundert, dass ein KwikPen für genau
4 Wochen angegeben sind, sich in der Spritze aber
exakt 5 Wochendosierungen Füllmenge befinden,
von denen man die letzte aber nicht heraus bekommt!

Mit Blick auf die PREISE einer solchen Packung gab es
erwartbar bald Anleitungen auf YouTube, wie man denn
an diese enthaltene "5. Dosis" heran kommt!

Und tatsächlich habe ich diese Tipps erfolgreich ausprobiert
und so eine weitere Woche bezahlten Wirkstoff gewonnen.

Blieb die Frage:
Warum zum Geier MACHT der Hersteller das ?!

Die Antwort gab ein Arzt in einem der Kommentare
unter den HOW TO -Videos:

In den U.S.A. geht eine Packung für einen teilweise
ZEHNFACHEN PREIS wie hierzulande über die Theken
der Apotheken, also ca. 2.500 USD PRO MONAT (daher
kommt auch die bisweilen schwierige Verfügbarkeit,
die Amis kaufen dem Hersteller das Zeug zu jedem Preis ab).

Sobald die staatliche FDA (Food and Drug Administration)
auf die Idee käme, dass es sich angesichts der riesigen
Nachfrage womöglich um ein VERKNAPPUNGSGUT
handeln könnte, sähe sie sich veranlasst, per Erlass das
Patent auf den Wirkstoff freizugeben für Generikahersteller,
um so das Angebot zu erhöhen und die Verknappung zu beheben. 

Das vermeidet der Hersteller, in dem er "Wegwerfportionen"
in seine KwikPens einfügt, die nicht (ohne Weiteres)
entnommen werden können und die signalisieren sollen

"Alles gut, die Verbraucher werfen sogar 20% weg,
also keinerlei Verknappungsgefahr!"

Raubtierkapitalismus, ohne jede Frage.

Aber es ist auch nachvollziehbar, weshalb ein
gewinnorientiertes Unternehmen lieber einen Markt beliefert,
auf dem es den 10-fachen Gewinn machen kann als einen
anderen Markt mit nur 1-fachem Gewinn.

Meine aktuellen Gedanken sind diese:

  • es könnte sein, dass auch ich zu denjenigen gehören werde,
    die nach Erreichen Ihres Wunschgewichtes nicht komplett
    auf eine weitere Wirkstoffgabe werden verzichten können.

  • aus den Gründen, die ich im Part 3 und 4 genannt hatte,
    glaube ich aber nicht, dass ich auf den "hohen" Dosierungen
    als Plateau bleiben werden muss - es wird sich eher um
    die 5mg- oder 2,5mg-Dosierungen drehen, falls.

  • damit läge meine dauerhafte monatliche Belastung,
    wenn ich das Zielgewicht ohne Probleme halten möchte,
    bei 200-275 Euro nach heutigem Stand.

  • der Hersteller wird dieses Preislevel auf Dauer aber nicht
    halten können, der Markt wird weitere Hersteller und 
    wirkungsähnliche Wirkstoffe hervorbringen, somit ist
    von sinkenden Preisen auszugehen.
    Unter dieser Annahme könnte ich mir eine dauerhafte
    Medikation vielleicht vorstellen.

  • mit Erreichen und Halten des Zielgewichtes stünde mir
    auch wieder Kleidung im vierstelligen Gegenwert zur
    Verfügung, die derzeit nicht nutzbar in meinem
    Kleiderschrank hängt und auf bessere Zeiten hofft.
    Das gehört auch mit rein in eine Zahlenbetrachtung.

* Fortsetzung folgt*

28 Februar 2025

vom erneuten Anlauf (part 4)

  [ part  1 ] [ part 2 ] [ part 3 ]


[ bisheriger Verlust liegt bei etwa 11 Kilo. ]

Zwischendurch gehe ich nochmal zum Internisten, um
mir das Folgerezept für die Wochen 3 und 4 abzuholen.

Im Gespräch mit dem Arzt kommen wir auf Langzeit-
Studien und neuere Studien zu sprechen.

Er sagt, es sei schon erstaunlich mit Semaglutid und Tirzepatid:

Bei fast Allen Langzeitstudien war es doch stets so, dass nach
einigen Jahren bei neuen Medikamenten "doch was rauskäme",
wo man anfänglich optimistisch gewesen sei und im Nachgang
Nebenwirkungen, Kontraindikatiomen usw. feststünden.

Das Gegenteil sei bei diesen Wirkstoffen der Fall:

Je länger die Forschung und je länger die Studien, 
desto zunehmend besser werde die Indikationslage
und die Verträglichkeitsliste.

Es gebe eine eindeutige Indizienlage für eine
positive Wirkung bei:

   - Parkinson
   - bestimmte Herz-Kreislauferkrankungen
   - Gefäßvorerkrankungen
   - bestehende Leberschäden /-narben
   - Nierenerkrankungen
   - Schuppenflechte
   - Arthritis
   - Alzheimer
   - alle Suchterkrankungen

Das erscheint mir (weil noch nie gehört) etwas zu
optimistisch, weshalb ich zurück daheim anfange,
mich etwas tiefer einzulesen und daraufhin feststelle:

Das Alles trifft nach aktueller Erkenntnislage tatsächlich zu.

Quelle 1.
Quelle 2.

Bei den Verbesserungen bei Gefäß- / Herz- / Leber- / Nieren-
erkrankungen könnte man ja noch mit einer gewissen
Erwartbarkeit im Vorfeld argumentieren:

Wer Gewicht abbaut, reduziert körperweit die Fettablagerung,
mithin also auch in diesen Organen und den Gefäßen. 

Das erklärt aber 2 Phänomene nicht:

1)  Bei dem Personenkreis, der abgenommen hat, trat dieser
     messbare Effekt bereits ein, NOCH BEVOR ein Gewichts-
     verlust überhaupt stattgefunden hatte.

2) noch irritierender:
    Ca. 15% aller Probanden nehmen mit der Spritze GAR
    NICHT ab, aber auch bei DENEN gehen die Risiken für
    Herz-Kreislauf-Erkrankungen nachweislich zurück.

Die positiven Effekte bei den Nicht-Abnehmern sind auch 
im Rahmen einer Nieren-Studie dokumentiert worden.

Quelle 3.

Beim Punkt "Suchterkrankungen" wurde ich hellhörig.

Und das war mir erst gar nicht aufgefallen:
Nicht nur hatte ich seit Wochen so gut wie keinen Alkohol
mehr getrunken. Ich hatte auch seit Wochen nicht mehr
auch nur an Alkohol gedacht.

Ok, das war neu. Und unerwartet.

Aber ja, ich hatte seit Tagen nichts Süßes mehr geholt,
einfach weil ich keinerlei Bedarf mehr an diesen
Dingen hatte, die allesamt das Belohungszentrum ansprechen.

So nach und nach vervollständigte sich mein Bild, wie all
dies miteinander zusammenhängt:

Bei Missbrauchsverhalten (sei es Nikotin, Alkohol, Zucker
oder Fett) verändert sich das Gehirn in ähnlicher Weise. 

Erreiche ich eine Reduzierung auf einer der Ebenen,
erreiche ich auch eine Reduzierung auf allen Anderen,
weil die gleichen Stellschrauben im Gehirn adressiert werden.

Außerdem kennt die Medizin auch den umgekehrten Weg:

Menschen, die medikamentiert werden gegen ihre Alkohol-
Erkrankung, berichten ebenso auch von reduziertem Appetit
und zeigen Gewichtsverlust.

Weil die wesentlichen Teile meiner erneuten Gewichtszunahme
auf Alkoholkonsum und die damit verbundenen Fressattacken
zurückzuführen waren, könnte es für mich einen dauerhaften
Erfolg geben:

Vielleicht sind alkoholsüchte Laborratten jetzt nicht der ideale
Vergleichspartner, aber:

Die Dopamin-Ausschüttung durch Alkohol im Belohnungszentrum
konnte bei diesen Tieren nicht nur ohne Toleranzwirkung
nachgewiesen werden (der Effekt der Reduzierung der belohnenden
Wirkung von Alkohol wird also nicht schwächer mit der Zeit).

Sondern der Alkoholkonsum blieb bei diesen Tieren
auch nach Beendigung der mehrwöchigen Semaglutid-Gabe
dauerhaft reduziert.


Sollte sich das beim Menschen bewahrheiten und sollten die
Halbwertzeiten dieser Medikamente weiter erhöht werden können,
wäre das ein Gamechanger in der Suchterkrankungs- und
Adipositasbehandlung.

Für mich persönlich halte ich bisher fest:

1) die Gründe für mein Ernährungs-Fehlverhalten der
    letzten Jahre sind nicht mehr akut - das ist eine Chance.

2) weil die Art, wie und wodurch ich zugenommen habe,
    sehr gut von dieser Art Medikamenten adressiert wird und das
    gleich auf mehreren Ebenen, funktioniert das Abnehmen für
    mich auf diese Art wirklich leicht.

3) ich habe beginnende Arteriosklerose, eine leichte Fettleber und
    zu hohe Cholesterinwerte und bin deshalb gespannt, wie / ob
    sich die entsprechenden Messwerte und Ultraschalldiagnosen
    verändern werden.


* Fortsetzung folgt *


25 Februar 2025

vom erneuten Anlauf (part 3)

 [ part  1 ]
[ part 2 ]


[ bisheriger Verlust liegt etwas über 10 Kilo. ]


So hole ich an der Rezeption der Gemeinschaftspraxis mein
Rezept für die ersten 2x 4 Wochen ab und lege es daheim
erst einmal für ein paar Wochen beiseite.

Mitten in den ganzen Weihnachtsfeiern und Abschluss-
Veranstaltungen und Weihnachtsmarktbesuchen und
überhaupt Weihnachten und Trinken und Silvester usw.
erscheint es mir nicht sinnvoll, da mitten drin mit dem
Abnehmen anfangen zu wollen.

Kurz vor Weihnachten google ich kurz bevor ich zur
Apotheke losfahre einmal die Preise für das Medikament
und frage mich ein letztes Mal, ob es mir das wert sei.

Ich beschließe, dass es das erst einmal sei und fahre
in die Apotheke. Zurück daheim lege ich die Schachteln
vorläufig in die Kühlschranktür.

Und kurz vor Jahresende kommt wieder dieser Moment,
auf den ich immer warte und der sagte mir:

     "Fang doch am 01. Januar an?
      Da kannst Du einen klaren Schnitt machen und die
      Monatsmessung auf Deiner Waage beginnt clean."


______________________________________________________

Eine kurze Einführung für Sie:
Zur Zeit sind relevant 2 Medikamente im Umlauf.

1) Der Wirkstoff SEMAGLUTID adressiert die
Wirkung EINES Darmhormons, des GLP-1.

Dieses Hormon mitreguliert im Körper:

- Darmentleerungsgeschwindigkeit
- Sättigungsgefühl
- Blutzuckerspiegel

Die bekanntesten Präparatnamen sind OZEMPIC
und WEGOVY.
Der erreichbare Gewichtsverlust wird
mit 10-17% vom Ausgangsgewicht angegeben.

2) Der Wirkstoff TIRZEPATID adressiert die
Wirkung von ZWEI Darmhormonen, dem GLP-1 und GIP.

Dieser zweigleisige Ansatz wirkt breiter und man spricht
deshalb bisweilen schon von "OZEMPIC 2.0".

Der bekannteste Präparatname ist MOUNJARO.

Der erreichbare Gewichtsverlust wird
mit 16-21% vom Ausgangsgewicht angegeben.

Beide Medikamente kommen eigentlich aus der
Diabetes Typ 2-Medikamentierung, obgleich sie nicht
mit Insulin zu vergleichen sind.

Sie haben außerdem eine erheblich längere Halbwertszeit
(eine Woche nach 1 Dosierung).
WEGOVY ist spürbar günstiger als MOUNJARO, ist
aber wegen des riesigen Bedarfs in den USA bisweilen
gar nicht kurzfristig zu bekommen hierzulande, außerdem
ist es Presse-prominenter und die Nachfrage ist vielfach
größer als beim weniger bekannten MOUNJARO.

Beide Präparate sind rezeptpflichtig und Sie bekommen
diese dann verschrieben, wenn Sie ADIPÖS sind,
worunter ein BMI ≥ 30 verstanden wird.


Es dürfte unproblematisch sein, z.B. einen Online-Arzt im
Rahmen eines VideoCalls von diesem Sachverhalt zu überzeugen.

______________________________________________________

Die Verabreichung machen Sie in beiden Fällen selbst zuhause,
und das System ist idiotensicher:

Sie schrauben eine Mini-Nadel, die kaum sichtbar und keinesfalls
spürbar ist, auf den KwikPen auf, drehen hinten ein paar mal
an der Spritze bis die Dosis der kommenden Woche "geladen" ist,
und dann pieksen Sie sich in den Bauch und drücken ab.
Fertig.

Nochmal zur Klarstellung: Sie spüren das nicht. Es blutet auch
so gut wie nie, da die Nadel zu klein ist.

Der KwikPen wird wieder eingepackt und kommt bis in
einer Woche wieder in den Kühlschrank zurück.

CHANCEN UND RISIKEN:

Das Risiko besteht wie immer in möglichen Nebenwirkungen
(es wird erwartet, dass ca. 10% der Nutzer anfänglich Durchfall
für kurze Zeit bekommen). Ich hatte keinerlei Nebenwirkungen.

Die Chance besteht darin, etwas zu schaffen, was Sie bisher
nicht geschaft HABEN: Nämlich Gewicht zu verlieren und erst
einmal auf dem Zielgewicht erfolgreich ANZUKOMMEN.

Möglicherweise zählen auch SIE sich ebenso wie ICH zu den
Menschen, die von sich sagen, dass es für sie LEICHTER sei,
ein erreichtes Gewicht zu HALTEN, als es zu ERLANGEN.

Genau dafür setze ich MOUNJARO bei mir seit 01.01. ein:

Erstmal da ankommen, wo ich hin will.
Und dann: Sieht man weiter.

Das Risiko ist, dass Sie nach dem Herunterfahren oder
kompletten ABSETZEN dieser Spritzen wieder zunehmen.

Die große Mehrheit der Konsumenten trifft das bei WEGOVY,
bei MOUNJARO ist es ähnlich, es zeichnet sich aber eine
etwas bessere Halte-Quote ab.

Die Chance besteht darin, dass Sie sich an die erheblich
reduzierte Nahrungsaufnahme bereits gewöhnt haben und
diese auch beibehalten können, weil Ihr Magen beispielweise
nach 3 Wochen gar nicht mehr in der Lage wäre, die vorher
(falsch eingeübten) Tellermengen überhaupt aufzunehmen.

Dem Risiko, dass Sie für einen dauerhaften Gewichtsverlust
womöglich doch bei einer dauerhaften (und teuren)
Medikamentierung bleiben müssen, begegne ich so:

Nochmal ohne das Medikament und nachgewiesen erfolglose
Abnehmversuche weitere 5 oder 10 Jahre mit ordentlich
viszeralem Bauchfett und "BMI Blauwal" herumzulaufen
wird Ihr kardiovaskuläres System ganz gewiss nicht verbessern.

Und wenn das bedeuten sollte, dass Sie AUF DAUER 2.500+ Euro
im Jahr dafür ausgeben müssen, dann überlegen Sie sich, wofür
Sie sonst so Geld ausgeben und entscheiden dann, ob es Ihnen
das wert ist.

Bei mir war das mit der Tellermengenreduzierung übrigens
recht bald der Fall:

Im Gegenteil haben nun die entscheidenden 2-3 Gabeln "zuviel"
sehr schnell unangenehmes Völlegefühl auslösende Wirkung.
Früher haben die mich glücklich gemacht, trotz Atemnot.

Anders als bei meinem letzten Versuch (= Teilfasten mit
low carb kombinieren) esse ich JETZT ziemlich genau DAS,
was ich AUCH SONST immer gegessen habe.

Nur wirklich weniger.

Und im Prinzip ist DAS ja der Ansatz, der sonst immer empfohlen
wird: Eben nicht die ERNÄHRUNG komplett umzustellen
versuchen, sondern die MENGE.

Auch ist es so, dass Sie zwar SPÜREN, dass Sie Hunger haben,
es gibt unter der Medikamentation aber keine Spur mehr
von Heißhunger oder Süßlust oder Ähnliches.

Oder, anderes Beispiel, ein paar Mal habe ich mich dabei ertappt,
dass ich gegen 14.30 Uhr an einem Arbeitstag auf die Uhr schaute
und mir einfiel "Du hast ja noch gar nichts gegessen heute?!"

In den ersten 12 Tagen verlor ich 5 Kilogramm.
Großartiges Körpergefühl, keinerlei Beschwerden.

Und dann kamen doch noch Nebenwirkungen.

Solche, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Auf die ich noch nicht mal zu hoffen gewagt hätte.

Extrem positive nämlich.

*Fortsetzung folgt.*


07 Februar 2025

vom erneuten Anlauf (part 2)


[ Spoiler:
Wenn Sie das hier lesen,
sind die ersten 7,5 Kilo schon runter.
 ]



Wenn man weiß, wie Abnehmen bei einem selbst funktioniert
und was dafür die ersten notwendigen Schritte sind, dann ist
glasklar, was zu tun ist.

Bzw. in meinem Fall: Was bleiben zu lassen war.

Nämlich: Wiegen.

In den vielen Monaten, in denen der Hosengürtel
immer weniger Reservelöcher bot, war mir klar:

   Sobald Du ein mal, nur ein einziges Mal auf die Waage
   steigst, ist es vorbei mit dieser Katastrophe, die Du Dir
   da leistet.

   Sobald Du DAS da in ZAHLEN vor Dir siehst,
   fängst Du wieder damit an, abzunehmen.


Und genau das ließ ich dann bleiben: Das Wiegen.

Ungefähr 13 Monate lang erinnerte mich die App auf 
dem Handy TÄGLICH morgens um halb acht daran,
mich zu wiegen.

Und ich swipte die notification beiseite.
Weil ich noch nicht wollte.
Weil ich noch nicht so weit war.

Hin und wieder frage ich mich: Wie kann man nur?

Wie kann man unterlassen, den ersten Schritt zu tun,
wenn man es doch bereits für notwendig und richtig
und unausweichlich erkannt hat? Weshalb?


Eine schöne Grundsatzfrage. Warum warten?

'Hätte ich mir mal besser früher überlegt.
In der Ehe beispielsweise.
Weia.
Was hätte ich uns an Zeit erspart. Und allem.

Aber ich bin eben kein Entscheider. War ich nie.
Werde ich nie sein. Ich schaue, wann der richtige
Zeitpunkt da ist. Und wenn alle GUTEN Zeitpunkte
schon vorbei sind und nur noch schlechte zu erwarten
sind, dann ist es eh schon egal.

Und der erste Impuls, Gewicht abzubauen, kam eigentlich
schon vor 2 Jahren, und das auf einem kleinen Umweg:

Damals war mir auf die Nerven gegangen, dass ich für jede
Kack-Krankmeldung zu meiner Hausärztin hin musste,
weil diese sich für bestimmte moderne Errungenschaften 
einfach nicht erwärmen wollte.

Zum Beispiel:
Kein Anrufbeantworter.
Keine Email (!).
Kein Doctolib.
Keine telefonische und keine Online-Krankmeldung.

"Wenn Sie in der Praxis mal
nicht durchkommen,
schicken Sie mir EIN FAX,
das erreicht mich immer!"

Ein Satz, den ich nie vergessen werde.
Irgendwann hatte ich die Schnauze voll gehabt und hatte nach
"AU Online" gegoogelt, als ich mal wieder erkältet war:

Ich wollte keine Rezepte, keine Medikamente, und vor allem 
keine verrotzten und verhusteten Wartezimmer.

Ich wollte einfach nur: 3 Tage Bettruhe.

Und die bekam ich. Ohne Arztbesuch. Ohne Telefonat.
Ohne VideoCall. Einfach online.

Und seit diesem Tag war ich bei Dransay auf dessen
Mailingliste.

Kurz darauf erfreute sich mein Postfach an diverser Werbung
an der Grenze zum Spam.

Cannabis.
Potenzpillen.
Und dann auf einmal: Die Abnehmspritze Wegovy.

Alle Emails von dransay, davor und danach, hatte ich gelöscht.

Diese nicht.
Diese blieb wie ein stets aufploppender reminder in meiner Inbox.
Zwei Jahre lang schaute ich sie immer wieder mal an.

Letztes Frühjahr begann ich, mich in das Thema einzulesen.
Die Wirkungsweise, die Prozesse im Körper.
Die Nebenwirkungen, die Kosten.

Und spätestens bei den Kosten war ich raus gewesen.

Es musste also anders gehen.
Traditionell erfolgreich.
Wie ich es mir selbst schon bewiesen hatte.

So kam es zu dem "traditionellen" Versuch im Spätherbst.
Die ganz normale Prozedur, 16:8, Fleisch und Salat, viel Ei.

Ok, diesmal OHNE die ungesüßte Mandelmilch morgens
im Kaffee. Jetzt im Alter bin ich nicht mehr zu jeder Barbarei bereit.

Sofort, im Handumdrehen quasi hatten sich schlechte Laune, kalte
Füße und Hände sowie permanentes Hungergefühl eingestellt.
Weia, das konnte ja was werden.

Und es wurde:
Ein grandioser, nach 9 Tagen zero Erfolg abgebrochener Fehlschlag.
Und dabei blieb es dann.

Monatelang ging es weiter mit Blödsinn wie Kohlenhydraten,
Alkohol, und dann stand ja auch die Zeit der Weihnachtsmärkte
und Plätzchenteller vor der Tür!

Genau das Richtige, angesichts des soeben erfahrenen und bald
schon anstehenden Verlustes des Jobs bei uns in der Firma!

Traurig hatte ich Anfang Dezember die Outlook Inbox aufgeräumt.
Nicht viel davon würde im Januar noch relevant sein.
Eine Email nach der Anderen wanderte in den Papierkorb.

Und dann war ich ganz unten bei den ältesten Emails gelandet,
die zu löschen ich nie übers Herz gebracht hatte,
und da war er wieder: Dransay.

Diesmal landete er endgültig im Mülleimer.

In diesem Moment fiel mir ein, dass ich noch einen Termin
auszumachen vergessen hatte:

Beim Spezialisten für Innere Medizin,
endlich mal einen Knopf dran machen an das immer wieder
ungeklärte Thema "Hämochromatose oder nicht?!"

Also liege ich Mitte Dezember oberkörperfrei auf der Pritsche
in der großen Gemeinschaftspraxis des Nachbarortes und
warte darauf, Herz & Co. ge-ultraschallt und eine Menge
Blut abgenommen zu bekommen.

Den Arzt kenne ich bisher noch nicht. Er ist der Chef hier.
Freundlich, plaudertaschig, professionell, nahbar.

Und er ist schwer. SEHR schwer.

Das ist verdammt selten für einen Internisten mit
Schwerpunkt Coronar-Erkrankungen.

Er ist zufrieden mit dem Ergebnis des Ultraschalls,
ich ziehe mich an, wir plaudern noch ein wenig,
da stellt er eine völlig unerwartete Frage:

         "Kann ich noch etwas für Sie tun?"

Ich meine: Wer erwartet das? Eine solche Frage?

Und in diesem Moment ist es soweit.
Da ist er, mein Startpunkt.
Auf einmal steht er vor mir.
Das Warten ist zu Ende.

Und ich staune, während irgendetwas meinen Mund
wie von Geisterhand öffnet, sich meiner Zunge und Lippen
bemächtigt und dann kommt wie aus dem Nichts auf einmal
dieser eine Satz aus mir heraus, der -kaum, dass er ausgesprochen
ist- so wunderlich wie für mich überraschend klingt, während
er im Raum stehen bleibt:

       "Ja, können Sie:  Ich interessiere mich für Abnehmspritzen."

Und er so:

       "Ich bin in der bundesweiten Fachgruppe für diese Medikamente."


*Fortsetzung folgt*

28 Januar 2025

vom erneuten Anlauf (part 1)

 „Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen“,
sagte der berühmte Schriftsteller Mark Twain einst.

„Man muss sie die Treppe hinunterprügeln,
Stufe für Stufe.“



[ ...KI ist fürchterlich, oder?  ]


Mit 49 hatte ich mich auf mein Idealgewicht herunter gebracht,
die Veteranen unter Ihnen erinnern sich vielleicht. 

Also ICH erinnere mich super. Im Dezember 2019 entstand
nämlich mein Lieblingsselfie von mir. 
Und ich kenne alle meine Lieblingsselfies, weil eben im
Schnitt auch nur alle 3-4 Jahre mal EIN gutes Foto von
mir entsteht, gefolgt von Jahren der Diaspora. 

Halten Sie mich für einen selbstverliebten Narzissten, aber
in den letzten 3 Jahren habe ich öfter mal traurig dieses Bild
im Handyspeicher hervorgekramt.

Auf dem Bild war eine Zusammenfassung dessen zu sehen,
wenn man etwas RICHTIG macht und durchzieht. 

Im April damals hatte ich aus genau dem gegenteiligen Grund
einen Entschluss gefasst (ich sollte ein Foto für eine Kollage
zumailen und hatte trotz tagelanger Suche nicht ein einziges 
aktuelles vorzeigbares f*ck*ng Foto von mir gefunden).

Einen Monat darauf hatte ich bei einer Hochzeit die Liebste
kennengelernt, quasi also noch auf Altgewicht-all-time-high
- und bis heute ist mir ein RÄTSEL, wie ich SO diese Frau
für mich hatte begeistern können. 

Mit Teilfasten plus low-carb hatte ich es in 7+ Monaten auf
32 Kilo weniger geschafft und war damals überrascht. wie
leicht und aufwandsfrei das gelaufen war. 

Die Dokumentation dieser Zeit hatte -ein wenig zu sehr
braggy- damals im Vorgängerblog „Nie wieder XXL!“
geheißen.

Tja.
Damals.

Damals waren die Umgebungsvariablen freundlicher.

Noch war ich in den Vierzigern.

Noch hatte ich eine DINK-Ehe, mit 1/2 Lebenskosten pro Kopf.

Noch hatte ich einen 100% home office-Job, folglich freie
Einteilung, was ich wann essen würde.

Und vor Allem mit täglich genügend Zeit, selbst zuzubereiten
sowie mehrmals wöchentlich Fahrt zur Edeka-Salattheke plus
heißer Metzgertheke. 

All das hatte sich geändert vor 3,5 Jahren.
Wie mir erzählt wurde, hatte ich ziemlich rasch nach der
Trennung angefangen, es gründlich krachen zu lassen.

Also:
Nervenfutter statt Salat.

Mahlzeit-Uhrzeiten fernab eines Teilfastens.

Und vor Allem: Alkohol fast täglich.  

Was wiederum nächtliche Kühlschrankbesuche nach sich zog.

Plus 750km an 3/4 Wochenenden privat. 

Plus Stress,
privaten und sehr harten Anfeindungen,
Rausschmiss aus der Wohnung,
hektischen und ernüchternden Wohnungsbesichtigungen,
langen Arbeitstagen am Rechner,
Jobwechsel zurück in den -sehr weite Strecken fahrenden-
Außendienst.
etlichen Hotelübernachtungen mit Abendgastronomie,
zwischendurch Notarscheiße, Anwaltsschreiben, Scheidung,
Chefwechsel und nicht eingelöste Versprechen im Job,
zwischendurch immer wieder Bewerbungen,
immer wieder Absagen,
erneuter Chefwechsel,
erneut mehrmonatige frustrierende Wohnungssuche,
teurer Umzug,
trallala.

Ich will nichts entschuldigen, aber es war ein bisschen
was los gewesen die letzten 40 Monate.

Long story short:

In dieser Zeit hatte ich es geschafft, mich bis auf 95%
meines Ausgangsgewichtes zurückzufressen und -trinken,
wie der nach Monaten erstmalige Gang zur Körperwaage
Ende Dezember letzten Jahres schockierend feststellte.

Einen zaghaften eineinhalbwöchigen Versuch hatte ich im
Spätherbst schon mal unternommen:

Da hatte ich kurz probiert, ob ich mit den „alten Maßnahmen“
wieder einen so motivierenden Anfangserfolg würde erreichen
können.

Und der war scheppernd in die Hose gegangen.
Gar nichts hatte sich auf der Waage getan damals.

Offenbar funktionieren Dinge mit MiFü nicht mehr
so gut wie mit U50. Wie überraschend.

Und was tut man, wenn bisher angewandte Programme nicht
mehr funktionieren?

Man wirft sie über Bord.
Und fährt stärkere Geschütze auf. 

*Fortsetzung folgt*

08 Januar 2025

von der Offiziersantwort



Der wesentliche Unterschied im Lernen und Lernerfolg
zwischen der GenX und der GenZ besteht darin, dass
die GenX nie sofortigen Zugriff auf Wissen und Antworten
hatte, sondern immer zeitversetzt (Erscheinungstermine von
Magazinen, TV-Sendetermine, Fachbibliotheken,...)

Aus diesem Grund musste die GenX ALLES, was bald als
Wissen BENÖTIGT werden würde, zuvor auswendig lernen.

Im Gegensatz dazu gab es das Internet bereits, als die GenZ
auf die Welt kam - mit ihr wurde der Zugriff auf Wissen und
Antworten "instant", also immer, überall und jederzeit.

Sehr stark verkürzt bedeutet das, dass die GenX die Antwort
oft entweder sofort KENNT oder sofort nicht oder falsch weiß.

Die GenZ hingegen kennt die Antwort sehr oft nicht sofort,
weiß aber, wo die Antwort STEHT und wie sie schnell
dahin kommt.

In der Schule wird daher konsequenterweise auch nicht
mehr WISSEN vermittelt. Schule heute bezeichnet ihre
zentrale Aufgabe mit dem Vermitteln von KOMPETENZEN.

Für "Kompetenz" finden Sie mindestens 6 verschiedene
Definitionen, abhängig von der befragten Fachrichtung,
aber hier ist gemeint:

Kompetenz als die Fähigkeit, Wissen, andere Fähigkeiten,
Problemlösungsfindungen sich selbst anzueignen.

Das mag mit Blick auf die sich anschließende Universitätszeit
möglicherweise der vielversprechendere Ansatz sein.

Für den Alltag bzw. das reale Leben hingegen führt das
bisweilen zu skurrilen Situationen.

Neulich bekam ich beim Bezahlen an der Tankstelle von
der adretten GenZ-Angehörigen hinter der Theke eine
Auskunft, die wir bei der Armee als "Offiziersantwort"
bezeichnet haben.

Ich zahle die Säule 3, bin schon halb zur Tür raus,
da fällt mir was ein, ich drehe mich nochmal um.

"Ach noch was: Ich hab noch eine Waschkarte mit
Code drauf von Euch, den Zettel hab ich vor Wochen
schon gekauft, wie viele Tage sind die denn gültig?"

 
      * kurzes Nachdenken hinter dem Tresen *

Dann erhellt sich ihr Gesicht, und es schießt
stolz aus ihr heraus:

       "Das steht auf dem Zettel!"

Ich dankte für die Erhellung und ging.
Hier lagen alle 3 Kriterien vor für eine Offiziersantwort:

  1. die Antwort kam SCHNELL.
  2. die Antwort war absolut RICHTIG.
  3. die Antwort half im benötigten Moment absolut NIEMANDEM weiter.


03 Januar 2025

Einzelstern rot (Spontanvorsatz)


Ohne Vorsätze wollte ich ins neue Jahr starten,
hatte ich am Nachmittag des 31.12. noch gedacht.

Aber dann dachte ich am 01.01. nach dem Aufstehen
so gegen 11 Uhr morgens:

     Ach komm, stellste Dich mal wieder auf die Waage.
     'Ist ja schon Monate her.


Und wieder verstand ich die Zeichen des Universums nicht:

     Die Batterien in der Waage waren leer.

Anstatt einfach meines Weges zu schreiten,
mussten da ja unbedingt neue rein, diese letzte
Warnung meiner Schutzengeltruppe ignorierend.

Dann startete die Waage.
Dann kalibrierte die Waage.

Dann stellte sich Herr Rain auf die Waage.
Die Anzeige kam zum Stillstand.

Die Zahl blieb stehen und leuchtete mir so grell in die Augen
wie eine Gefechtsfeldbeleuchtung Einzelstern-rot.

Ok, und DANN hatte ich einen Vorsatz.
Einen gewaltigen.

Weia.

12 Dezember 2024

Farewell, Nicko McBrain

Einer der großartigsten Schlagzeuger der Welt
ist in Rente gegangen.

Was mit 72 Jahren und nach 42 Jahren bei IRON MAIDEN
ihm auch gegönnt sein möge.


Zumal er nach seinem Schlaganfall Anfang 2023 auch live
hörbar nicht mehr auf der Höhe seines Könnens performte.

Sehr schade, dass er die "50 Jahre Iron Maiden"-Tour
nächstes Jahr nicht mehr an den drums miterleben wird.

In all den Jahrzehnten habe ich jedes (und ich meine JEDES)
Interview mit ihm gelesen, gesehen oder gehört.

Außerdem darf er (knapp 15 Jahre vor Erfindung des
eigentlichen Begriffes) als einer der ersten Podcaster gelten:

Die "LISTEN WITH NICKO"- Reihe, wo er sich in den 90s
auf B-Seiten veröffentlichter Iron-Maiden-Singles den Spaß
erlaubte, Geschichten und Anekdoten zu den Liedern und
Bandmitgliedern humorvoll zum Besten zu geben, kann ich 
heute noch auswendig mitsprechen.

Und ja, alle 11 Episoden.

Aber egal - für jemanden, der schon im tour book zur
"Seventh tour of a seventh tour" schrieb, er wolle künftig
etwas kürzer treten und nicht mehr ganz so viele Shows
hintereinander spielen (und das war 1988 !!) hat er
dann doch verdammt lange durchgehalten.

Einen langen, guten Ruhestand, Nicko McBrain.



29 Oktober 2024

von der Beharrlichkeit

Einmal, nur EIN.MAL. in meinem Leben
hätte ich gern diese Beharrlichkeit,
diese Konsequenz, dieses Gottvertrauen in
"das klappt schon noch", die meine App zur
Gewichtserinnerung jeden Morgen aufbringt,
um mich zum Gang zur Körperfettwaage zu bewegen.

Vergeblich, seit April.

Was bleibt, ist jeden Morgen das schlechte Gewissen
beim ersten Blick aufs Handy.



16 Oktober 2024

was ich vermisse

Mir fallen immer wieder Dinge auf,
die ich vermisse.

Die nicht mehr Teil meines Lebens sind,
die ich aber gerne zurück hätte.

Ich vermisse:
  • an einem ganz normalen Wochentag etwas Zeit für mich zu haben.
    Und Wochenenden sind freie Zeit.

  • 5-Mark-Stücke (und überhaupt: echtes Geld)

  • Langnese Bottermelk Fresh (50 Pfennig)

  • Sendeschluss im Fernsehen

  • Live-Konzerte ohne Handys im Publikum

  • meine Begeisterungsfähigkeit für Dinge

  • meinen alten Job in dieser Firma

  • Wrigley's Spearmint Gum

  • die Pausenglocke alle 45 min

  • mich morgens in der Berufsschule von dem Gebirgsausblick 
    auf Jasmins majestätische Brüste inspirieren zu lassen
     
  • 50 Mark ausm Geldautomaten reichen für die Woche

  • morgens aus dem Bett springen zu können

  • Du kommst nachmittags heim und Essen steht auf dem Tisch

  • Nachrichten, die kein Infotainment sind

  • den Innenraumgeruch meines ersten Golf I.

Geht's Ihnen auch so? Was vermissen Sie?



14 September 2024

vom Ende der silbernen Jahre

Freilich hatte es auch mal goldene Jahre im Job gegeben.

In denen uns Spezialisten auf gut schwäbisch gesagt
der Rotz die Wange hoch gelaufen war.

In denen die Ziele eines globalen Konzerns noch auf
Wachstum und nicht auf Kosten fokussiert gewesen waren.

Diese "goldene Ära" war so etwa mit den Jahren der
Finanzmarktkrise Mitte der Nullerjahre zu Ende gegangen.

Zudem hatte grandiose risk management -Fehlkalkulation in
unserem Leitprodukt uns zu Beginn der Zehnerjahre einen
sehr hohen zweistelligen Millionenbetrag an Abschreibungen
einhandelt.

Und allerspätestens danach kamen nur noch Vorstände,
die das Kostenthema zur Prio 1 machten und deren
Investitionen ausnahmslos in IT-Systeme flossen, deren Ziel
die Reduzierung von teuren Humanressourcen hatte.

Hinzu kamen Mehrheitseigentümer im Ausland,
die zunehmend schulterzuckend fragten:

     "Was macht ihr da in D eigentlich?
      Wir sind in einem Markt, dessen Kuchen nur noch
       umverteilt wird.
       Und Euer Geschäftsbereich wirft 2% Eigenkapital-
       rendite nach Steuern ab?
       Erklärt uns bitte nochmal ganz genau,
       WESHALB ihr das macht!"


Und eines der Problem war, dass die dort Verantwortlichen
alle 6-9 Monate wechselten, weil sie danach bereits weiter
in der Zentrale der Konzernmutter aufgestiegen und durch
neue aufstrebende Controller von der Uni ersetzt worden waren.

Mit dem Ergebnis, dass wir den immer nächsten Eigentümer-
Entsandten jedes verdammte einzelne Jahr aufs Neue erklären
konnten, wie der Markt hier nun mal tickt.

Ich erinnere mich noch genau, wie der damalige bundesweite
Vertriebschef Deutschlands damals vorne auf der Bühne sagte:

     "Ja, die goldenen Jahre sind vielleicht vorbei - so what,
       freuen wir uns also auf die silbernen!"


Die Personalchefin, die zu diesem Zeitpunkt bei uns wütete,
wurde kolportiert mit der Aussage "wir können diese Umsätze
auch problemlos mit 60% weniger Personal im angestellten
Außendienst machen."


Und letzte Woche fand dann ein bundesweiter VideoCall statt,
mit welchem dann auch die silbernen Jahre zu Ende gingen
und wir alle unsere Jobs zum Jahresende verlieren.

Zwar gibt es -noch- eine Beschäftigungssicherungsvereinbarung
mit dem Betriebsrat.
Aber die zwei Alternativen, die man uns bietet, sind Kacke.

Sie wirken bewusst so gewählt, dass möglichst viele von uns
sie uninteressant finden werden. Und...nun ja, nach Alternativen
suchen werden.

Und welche Erfahrungen man damit macht, mit Ü50 aktiv
auf den Arbeitsmarkt zuzugehen, habe ich die letzten zwei Jahre
ja schon ausgiebig erleben dürfen.

Kurz gesagt: Ich bin am Arsch.

Die einzig wirklich interessante Option außerhalb der zugesagten
Beschäftigungssicherung bei uns intern finden bundesweit
noch min. 10 weitere Kollegen in meiner Lage ebenfalls interessant.

Bei 1 offener Stelle. Bundesweit.
Darauf brauche ich also gar nicht erst hoffen.

Immerhin:
Ich bin es gewohnt, mich in vorgegebene Sachzwänge hineinzumorphen.

Diese Kindheit, wer hätte gedacht, dass sie noch einmal
so sehr nützlich werden sollte.

06 September 2024

von Fehleinschätzungen im Leben

 
Während eines Workshops, den ich neulich
mit einem Kollegen zusammen in unserer Zentrale
für Vertriebspartner gegeben habe, hörte ich mich
von vorne etwa folgenden Satz sagen:

  • "Niemand macht Euch einen Vorwurf, wenn irgendwas
    schiefgeht - auch ein Spezialist zu sein und jahrelange
    Erfahrung zu haben in Kundengesprächen hilft Euch
    auf keinen Fall dabei, vorauszusagen, wie etwas
    wohl ausgehen wird.

    Ich habe mich in der Hälfte aller der Fälle, in denen ich 
    mir nahezu sicher war zu wissen, ob etwas klappt oder
    schiefgeht, im Nachhinein geirrt.

    Meine Konsequenz daraus ist:
    Es ist nicht sinnvoll, darüber zu spekulieren, wie
    etwas ausgeht - denn ich liege zu oft falsch."
Auf dem Heimweg nach Abschluss der Veranstaltung fiel mir
im Auto auf, dass diese Ratio "in der Hälfte aller Fälle"
für meine Person nur für den BERUFLICHEN Bereich zutraf.

Für den PRIVATEN Bereich war die ratio schlechter.

Ganz erheblich schlechter sogar:
Ich taxiere hier den Umfang meiner Fehleinschätzungen
auf mindestens 70%. 

Für jemanden, der immer viel auf seine angeblich
ach so umfangreiche, tiefe Menschenkenntnis gegeben hat,
war diese Erkenntnis ein bisschen schmerzhaft.

Eigentlich aber auch nur des Egos halber - denn weshalb
sollte eine Einsicht, die nur einen selbst betrifft, weh tun?

Ein Satz, der mir in dieser oder leicht anderer Form ab und an
von ehemaligen Freunden oder Beziehungen oder Verhältnissen
ins Gesicht geschleudert wurde, war
  • "Du kannst Dich nicht selbst belügen, vor Dir selbst
    kannst Du Dich nicht verstecken."
Offen gesagt fand ich diesen Hinweis ausnahmslos immer
irritierend - ich war nämlich immer mit mir im Reinen.

Ich habe nie einen Zweifel gehabt an dem, wer und was
ich bin, mir war das alles immer und vollumfänglich
bewusst und klar.

Nicht, dass mich das zu einem guten  Menschen machen würde,
vor Allem nicht, dass mich das zu einem empfehlenswerten
Partner / Liebhaber / Freund gemacht hätte, nicht, dass ich all das
klar und unmissverständlich kommuniziert hätte.

Ich sage nur: Mir erschien das, wie ich bin, immer glasklar
und die Konsequenzen dessen, was daraus entstehen würde,
waren für mich stets etwas, das ein Problem meiner Umgebung,
nicht aber eines aus mir heraus war.

Kurz gesagt empfinde ich Menschen als "mehrheitlich problematisch"
im Sinne von "der Umgang mit ihnen wird wahrscheinlich in einer
unerfreulichen neuen Situation enden".

Da! Schon wieder eine Einschätzung -
mutmaßlich wieder ein Gedankenfehler,
und das trotz besseren Wissens.

Offenbar ließ meine Außenwirkung aber Anderes vermuten?
Das könnte sein. 

Das wird sogar bestimmt so sein, andernfalls wären die
freundlichen Hinweise nämlich: Nonsens.

Was in der Sache selbstverständlich auch eine Möglichkeit wäre,
nur suche ich bevorzugt erst bei mir selbst nach einer Begründung,
bevor ich den Gegenüber für einen minderbegabten  Beobachter hielte.

Also muss es so sein.
Meine Außenwirkung wird wohl mit meiner
Gedanken- und Erlebenswelt mismatchen.
  • "Wir haben alle Angst gelernt,
    deshalb verhalten wir uns manchmal merkwürdig."
           Ein Zitat von Susanne Nickel.

Ich gerate wirklich selten in die Situation, Aussagen von
Speakern/Coaches/Erfolgstrainern zuzustimmen,
hier mache ich eine Ausnahme.

Und jetzt packe ich Gerten, Panzerband, Fesseln, Plugs,
Masken und anderes Dungeonzeug in mein Auto und
fahre ins Beziehungs-Auszeit-Wochenende in den Westerwald.

Erholen auch Sie sich gut.
Sie haben es verdient.

23 August 2024

vom Taler-Huhn

So ist das eben mit einer spürbar jüngeren Frau an Deiner Seite:

Da guckst Du als Mann immer, dass Du einen vernünftigen = nicht allzu rasch alternden Eindruck machst. Das geht im Bett schon los, ergreift aber nach und nach immer mehr weitere Aspekte des gemeinsamen Alltags. Wobei Sex natürlich auch „Alltag“ ist. Bei Ihnen. Bei mir. Bei uns allen. Ganz klar!

Also in Gegenwart des Weibes besser kein „früher war alles besser“-Gemotze (war es aber!!), kein „kannst Du mir mal mit dem Scheixx-iPhone helfen?“ -Gewinsel (lieber 2h selber im Netz recherchieren!!), und auch kein „ich versteh bei uns im Betrieb die jungen Leute nicht mehr!“ -Gemaule (wobei ich die gar nicht mehr verstehen WILL, aber: Anderes Thema).

Ja und deshalb war ich auch total froh, in Sachen News aus’m Radio mal auf der Höhe des Geschehens zu sein! Und wusste dann auch top informiert Bescheid über die Verkündung des „Jugendwortes des Jahres“.

Okay, ich hab noch drei Sachen gleichzeitig nebenher gemacht. Im Auto. Und daher….ach, lesen Sie selbst!

Enjoy. 

j


07 August 2024

die See ruft

Es wird dringend Zeit für ein paar Tage Auszeit.

Gefühlt wird die zur Verfügung stehende Zeit
immer weniger, die Tage und Woche und auch Wochenenden
werden immer voller, immer langfristiger verplant.

Keine gute Entwicklung.
Aber auch keine, die man nicht selbst in der Hand hätte und
gestalten könnte, man muss es nur wollen und dann auch tun.

Darüber werde ich ein bisschen nachdenken,
im Norden, an der See, auch mal auf einer Nordseeinsel,
auf dem Ebike, an einem Leuchtturm.

Mit den Füßen im Sand und Salzwasserluft in den krausen Haaren.

Bald bin ich zurück.In ein paar Tagen. 
Und bis dahin: Bleiben Sie mir wohlgesonnen und
geben Sie auf sich acht. Oder neun, ist besser ;-).

Au revoir.