07 April 2023

vom letzten Arcade-Tag

 


Eines Tages sagten wir uns
"Nur noch dieses eine letzte Markstück!",
wir warfen es ein.
Und behielten an diesem Tag für immer Recht.

Die Zeit der Videospielautomaten ist untrennbar verwoben
mit meinem eigenen Erwachsenwerden.

Früher standen diese Arcade-Automaten in jeder größeren
Pommesbude oder Kneipe, bevor sie verboten wurden.

Unzählige Münzen sind in diesen alten Geräten verschwunden
im Laufe meiner Kindheit.

Es waren gute Zeiten damals.
Man war viel draußen, Pommes mit Currysauce waren etwas
Seltenes, Besonderes,  niemand filmte oder fotografierte Einen,
wenn man mal wieder Unsinn machte, die Musik aus dem Radio
damals gilt heute mehrheitlich als Klassiker, und die Münzen
in unseren Taschen waren tatsächlich etwas Wertvolles.

An jeden Arcadeautomaten, an dem ich stand, kann ich mich
erinnern, und sicherlich fände ich auch noch jede location, an
denen sie standen. Kein Computerspiel heute kann diese frenzy
wieder erzeugen, die ich hatte, wenn ich an ihnen stand.

Das wahrscheinlich erste Spiel, für das ich jemals an einem
Arcade-Automaten stand, war DIG DUG.

Es war in der Lebenssituation vielleicht ein bisschen traurig,
dass (und wieviel) Zeit ich dort in dieser Kneipe zubringen
musste, aber dieses Spiel war einfach großartig.

Ich war 13, aus den Lautsprechern lief RADIO GAGA von Queen,
und wir standen am Automaten und zockten.
Zumindest, bis die größeren Teenager gewalttätig uns Kleineren
gegenüber wurden und uns vertrieben.

An den letzten Arcade-Tag kann ich mich ebenfalls noch erinnern.

In einer gottvergessenen Bundeswehrkaserne am Arsch der Welt
waren neben uns Luftwaffen-Reserveoffizier-Auszubildenden
nur noch ein verstreuter Haufen Heeressoldaten untergebracht,
deren Tag aus 3 Tätigkeiten bestand:

Morgens mobile Funkstationen rausfahren und aufbauen.
Mittags mobile Funkstationen abbauen und zurückfahren.
Abends saufen.

So gut wie alle Vorgesetzten dort schlossen sich diesem
Tagesrhythmus an, von den ersten beiden Tagestätigkeiten
einmal abgesehen.

Im Mannschaftsheim stand genau ein Automat, und den hatte ich
fast jeden Abend allein in Beschlag. Ein Shinobi.
Teilweise tauschte ich Euroschecks gegen Bargeld ein
nur für das Mistding^^.

Mit Abschluss dieses Lehrgangs in Lüchow war ich 22 Jahre alt
und die Zeit der Arcadeautomaten war draußen, außerhalb der
Kasernen bereits untergegangen, Flipperautomaten waren der
heiße Scheiß überall.
Der letzte Abend in der Kaserne dort war mein letzter Arcade-Tag.

Neulich kam ich in einem Hotel in München an deren
Retro-Ecke vorbei, da war eine (natürlich defekte) 
Spielautomaten-Replika mit neuer Steuerung aufgebaut.

Ein PAC MAN.
Schade, dass er nicht spielbar war. Wie Vieles heute.


05 April 2023

Empathieschwanger

 
Wollte nur kurz festhalten, dass ich heute über den
Tag verteilt
3 Teller Rindfleischsuppe mit Maultaschen, 
2 Suppenlöffel voll Nutella,
Blattsalat mit Feta und Couscous,
mehrere Espressi mit Kaffeelikör,
Skyr-Joghurt-Mischung mit Weintrauben, Marmelade und Nüssen,
ein paar Stücke gebratenes Hähnchenbrustfilet
und einen Apfel gegessen habe.

Und die Ohren vom Hasen.


Und das alles nur, weil eine voll leckere Bekannte mir
erzählt hatte, dass sie im sechsten Monat schwanger sei.

Erkenntnis des Tages Nr. 1:  Empathie? Kann ich!

Erkenntnis des Tages Nr. 2:  Läuft grad mega gut mit der Diät.

Nicht.


03 April 2023

nachts auf dem Heimweg

 
Ich hatte fast schon vergessen, wie geil das ist,
nachts Auto zu fahren.
Heute Nacht war es aber unvermeidbar.

Und ich glaube:
Das mache ich ab jetzt wieder öfters.