21 Januar 2023

Leseservice ( revisited )

 
Wie oft verschwendet man dadurch Zeit, etwas zu lesen,
was keine Antworten liefert.

Und das beende ich. Auch heute wieder. Für Sie.
Denn oft ist die gesuchte Antwort schnell und einfach
zu geben.

Sie müssen diesen Klickbait-Dreck in den Newsportalen
nie wieder anklicken!


Mit dem heutigen Leseservice sparen Sie ca. eine Stunde an
Zeit, nach Antworten zu suchen, die Sie nicht 
finden werden.

Außer hier.
Hier finden Sie sie.
Immer. Alle.

Aber das wussten Sie ja schon vorher.
Sie, die Bildungsbeflissenen.


Enjoy.


Lösung: Instagram löschen.


39% sind fett, 47 Mio leben von Lebensmittelmarken,
98 Mio sind drogen- oder medikamentenabhängig, jeder besitzt 17 Waffen.



Ich wüsste mal gerne 5 Dinge, AUF DIE MICH die Schule vorbereitet hätte!



Mann und Schwein, das liegt ja genetisch nah beieinander.


Unser Schulsystem muss bereits völlig erodiert sein.


Ja, genau. In dem sie einfach nach der Rente noch weiterarbeiten, sehr witzig.



Ist sie ja nicht mehr.
Hach, diese Schweizer...


Diese Werbeanzeige wurde Ihnen präsentiert
von Ihrer Lackiererfachwerkstatt.


Mieten erhöhen.



Ausfuhrpapiere für Ekelfleisch sind schwierig zu bekommen .


Wer? WEN ??!


Wen?


Na, schon mal Keiner mit Verstand.


Ich.
ICHICHICHIIIIICHH !!!


Weit nach unten (gilt 2x).


Gab zu viele Waffen dort.


Sehr nach oben.



Ja.



Nie kann man ausschlafen, echt ey!



Und Hundeleckerli für Papi, alles klar...



Aussitzen. Kommt von allein.


Ja NA ENDLICH, aber dafür wollen wir Südtirol zurück.


Ja.


1. Nicht zu viel reden.
2. Regelmäßig vögeln.
3. Zeit mit dem Partner verbringen.
4. Zeit OHNE den Partner verbringen.



Das genaue Gegenteil wird eintreffen.


Weil diese Menschheit einfach dem Untergang geweiht ist.


...steht auch schneller wieder unter der Dusche.


Die wissen nicht mehr wohin mit ihrem Geld


Seit wann blinken BMW-Fahrer?!


Im Frühjahr.


Motivieren ist ein Grundskill aller Mafiosi.


14 Tage, 18 Stunden und 22 Minuten nach dem Neumond.



































18 Januar 2023

vom Hauptbahnhof



Bahnhöfe.
Faszinieren mich.

Wie die meisten Menschen habe ich vor allem
im Modus "wartend" die Zeit auf ihnen verbracht.

Zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein
macht mir sonst nichts aus - ich bin gerne pünktlich:

Pünktlichkeit ist geäußerte Wertschätzung.

Bei Bahnhöfen aber stresst es mich: Hier nicht pünktlich zu sein
zieht meist sehr unangenehme Konsequenzen nach sich.

Das wissen auch alle Anderen um einen herum.
Alle hetzen, mit ihren Koffern, ihren Rucksäcken.

Schon die Einfahrt in die Tiefgarage löst Fluchtgedanken aus:
Davor versperren die Ultrakurzparker illegal die TG-Einfahrt.

Die wissen schon warum: Gratis parken geht nur lächerliche 15 min.
Danach, Zack, zwei Euro, im Idealfall.

Also erst mal Slalomfahren um die Deppen herum, rein in die Einfahrt,
und dann:
7 komplette enge Vollkreise in der steilen Abwärtsspirale fahren,
bis man endlich am Bahnhofsparkdeck ankommt.
Es hat Monate Gewöhnung und Geliebte abholen gedauert,
bis ich den Kotzreiz an der Kartenschranke nicht mehr in mir hatte.
 
Dann geht's weiter zur Zone 14, der Bahnparkzone.
Unterwegs wird ca. 9x die alberne "KISS & RIDE"-Werbung plakatiert,
die ein Kurzzeitparken für sich verabschiedende Pärchen in Park&Ride-
Anlehnung darstellen soll.

Und die gleichermaßen klischeehaft wie antiquitiert wirkt:

Eine leicht slutty wirkende bauchfreie Hermine,
ein tätowierter Nerd mit lächerlich zu groß gefotoshoptem Kopf,
eine BlowJob-Lippen-Asiatin  die bei KISS AND RIDE an zur Gänze
andere Services denken lässt und (nicht im Foto) ein QN* mit Afrolook
in weißem Strickpullover.

Alle werfen einen Kussmund in die Kamera und da muss ich jetzt
doch fast noch kotzen.



Ach ja, weshalb eigentlich  "antiquitiert"?
Richtig - weil das obligatorische blaue-Kurzhaar-Nasenring-
body-positivity- transgender-model mit BMI 40 fehlt.

Und ohne es wäre jene fucking Clown-world-diversity-Parade
in unserer Werbung heutzutage eben nicht komplettiert.

Ich fahre zwei Stockwerke mit dem Fahrstuhl, in den keine
3 Leute reinpassen (geschweige denn mit Koffern) bis nach oben
und trete an die frische Luft.

Was am Hauptbahnhof halt so frische Luft heißt.

Ab hier ist Hektik und das gegen diese Ankämpfen angesagt.
Vor der Ukraine-Auffangstation ist die Hölle los.
Auf dem Weg zu den Gleisen herrscht in jedem Menschen Eile
und man muss Slalom laufen, will man Kollisionen vermeiden.

Der alte Bahnhof, mit dem wir noch einige Jahre leben werden,
hat 16 Gleise.
Die Fernzüge kommen meist ganz weit hinten an.
Also: Einmal komplett durch alle Menschentrauben durch.

Ich stelle mich an eine halbwegs geschützte Stelle und warte.

Sobald an einem der Gleise ein Zug ankommt und seine Reisenden
ausspuckt, geht Gerenne und Gehetze los - fast kein Zug ist hier
pünktlich, alle müssen bangen, ihre Anschlussverbindungen zu erreichen.

Das Geschehen, was ich hier stets beobachte und was die Bahn hier
den zahlenden Passagieren zumutet, hat für mich etwas zutiefst
Entwürdigendes und Erbärmliches, vom Zustand des alten Bahnhofs,
dessen Nachfolger schon vor Jahren hätte eingeweiht werden sollen,
und an dem aus ebenjenem Grund auch seit Jahrzehnten nichts mehr
in Ordnung gebracht wurde, einmal ganz zu schweigen.

Den Bahnbediensteten an den Gleisen ist keinerlei Unruhe anzumerken.
Nahezu alle, die ich sehe, stehen in kleinen uniformierten Grüppchen
beieinander und sind entweder übergewichtig oder geradezu comichaft
adipös. Manche quellen aus ihren Uniformen schon heraus.

Aber man merkt ihnen an:
Sie sind die Verwalter, Begleiter des Geschehens hier, nicht die
Verantwortlichen, und sicherlich zeigen sie keinen erkennbaren
intrinsischen Wunsch, Menschen bei der Suche nach ihren Zügen
oder Gleisen behilflich zu sein.

Ich warte weiter, natürlich bin ich viel zu früh hier.
Den Gedanken, dass jemand schon da ist und auf mich warten muss,
den ertrage ich nicht.

Es ist kalt, zugig, aus den wenigen Backwarenverkaufsstellen stinken
die Inhalte der Heißthekenwaren, die an der Grenze des zulässigen
Lebensmittelbegriffs operieren und vor denen sich frierende Menschen
immer wieder zu den Bahnhofsuhren schauend die kalten Beine in den
Leib stehen, bevor sie endlich dran sind, mafiös überteuerte Kauprodukte 
erwerben zu dürfen.

Immerhin durchschwirren mich nun auch positive Gedanken,
an diesem Ort hier fallen mir in 5 Minuten 5 neue Gesetztesvorlagen ein,
die ich als König von Deutschland sofort erlassen würde.

Es sind noch ein paar Minuten, bis ihr Zug eintrifft.

Wehmütig denke ich an den Sommer zurück.
Im Sommer war es hier immerhin warm und hell.

Die Frauen liefen raschen Fußes in teilweise kurzen Kleidern und
Röcken oder bauchfrei durch den Bahnhof, alle trugen Masken,
macnhmal auch Sonnenbrillen.

Sonnenbrille und Maske sind total gut geeignet, um belästigungsfrei
fremden Frauen auf die Brüste und auf ihre Füße in Heels zu glotzen,
ohne wie ein Creep zu wirken.

Das ist tatsächlich das positive, was mir zu Bahnhöfen so einfällt:
Im raschen Lauf schwingende Titten und freie Beine im Sommer.

Da kommt ihr Zug!
Als er anhält, wird es noch etliche Minuten dauern, bis ich sie erspähe.

Rasch nehme ich ihren Rollkoffer und ihre Hand, schnellen Schrittes
geht es zum Kartenautomaten, ich will hier weg.

Sie kennt das inzwischen schon, meine Anspanung hier, meine daraus
resultierende Wortkargheit, mein etwas künstliches Lächeln.

Natürlich ist nur ein Automat hier oben.
Natürlich nimmt er nur Kartenzahlung, der Münzschacht ist zugeklebt.
Natürlich könnte man auch ein Stockwerk tiefer an den Anderen.

Aber der war in 9 von 10 Fällen die letzten Monate defekt.
Wer jetzt keine Kreditkarte dabei hat, der muss zum dritten Automaten.
Doch der ist ganz unten in der Tiefgarage - und nirgends beschildert.

Wie oft habe ich schon da unten parkende Besucher aufgegabelt,
die verzweifelt nach der oben noch ausgeschilderten Möglichkeit suchten,
mit ihren Münzen das Parkticket auszulösen, was schon daran scheitert, dass
das im Fahrstuhl noch als "Weiterer Parkautomat im UG2 !" benannte
Stockwerk gar nicht (mehr) existiert - es heißt nun P2.

Da stehen sie nun wieder, mit offenen Münden und ihren zunehmend
teurer werdenden Parktickets in der Hand, im Halbdunkel umherirrend
wie Zombies, begegnen auf ihrer Suche zwar 9x ihnen Kussmunde
zuwerfende Plakatfiguren, die sie zum Küssen und Reiten auffordern,
aber nirgends den verheißenen Ticket-Automaten findend.

Wir huschen aus der letzten Tür in gelb, vorbei an den 15 freien Parkplätzen,
auf denen in 4 Jahren noch kein einziges Mal eines der dort versprochenen
Mietverleihautos stand, dafür aber Reisenden mit schwerem Gepäck die
besten Parkplätze mit den kürzsten Laufwegen wegnehmend, und zwängen uns
durch die geparkten Limousinen und SUVs zu meinem Auto.

Als unsere Türen zuklappen, atme ich sehr tief und langsam aus.
Ich schließe kurz die Augen und halte beide Hände fest ans Lenkrad.

Sie grinst hörbar von der Seite und tätschelt meine rechte Hand.
"Ruuhiiig, Daddy!"

Halb grimmig halb lächelnd schaue ich zur Seite mit gezogener Augenbraue.
5 Schaltergriffe, dann rollt der Wagen zurück.

Auf dem Weg zur Schranke fährt mir dank offensiver Vorfahrt-Ausnutzung
so ein Arschlochfahrer  im Großwagen** mit überhöhter Geschwindigkeit
um ein Haar noch in meinen Karren.

Damit bin ich bedient für hier und heute am Bahnhof.
Ab nach Hause.

Als wir nach den 7 engen Nanga Parbat-esquen Kurven endlich
das Tageslicht erblicken, sage ich dem in diesem Minuten wieder
sehr hochgeschätzten Dienstwagen "Bring uns nach Hause!",
dann startet das Navi und ich schalte World of Warcraft-Musik ein.

Der Puls sinkt,
die Klimaanlage leistet,
die Musik wirkt,
meine Hand wird getätschelt.

Zum Glück ist daheim schon das Bier kalt.





* da kommen Sie ganz, ganz bestimmt
noch von selber drauf.


** Hausaufgabe zum Arschlochfahrer:
Erraten Sie Fahrzeughersteller, Modelltyp
und vom KFZ-Kennzeichen den ersten (einzigen)  Buchstaben.


Na kommen Sie, das wird leicht!

Auflösung:
BMW | X5 | M (für München)

15 Januar 2023

Männer nur noch ambulant


 

So ganz grundsätzlich ging mein Bild vom Verlauf des Erwachsen-
und Älterwerdens etwa so:

A)
Du bist irgendwann daheim weg und lebst selbständig,
ab dann viel Erleben, viele Partys, viele Frauen.

B)
Irgendwann später (viel später) lernt man dann jemand kennen,
der isses dann, und danach zieht man zusammen und
freut sich jeden Tag aneinander, den man gemeinsam hat.

C)
Das klappt bzw. hält aber nicht immer für ewig, und dann sollte
man zusehen, dass man (bevor mal alt ist) ((also maximal mit 40))
wieder jemanden hat, mit dem man zusammen bleibt forever,
denn bald schon fühlt man sich einsam und kommt im hohen Alter
(so Ende vierzig) nicht mehr so gut wie in jungen Jahren damit
zurecht, allein zu leben.

D)
Im ganz, ganz hohen Alter (Renten eintritt und Folgejahre) spielt
dann Sex eh keine Rolle mehr (zumindest keine, die man wollte)
und dann wird es lebensbedrohlich, allein zu sein, schon weil man
sich selbst nicht mehr so vollumfänglich helfen kann, wenn mal
was ist (Stürze, Brüche, Gummibären sind aus, usw.)

Abgesehen davon hatte ich stets diese unbestimmte Furcht, nicht
allein zurechtzukommen. Immer jemanden "da" haben zu wollen.

So.
Das war also mein frühes Weltbild in 4 Leveln.

3 Level davon hab ich schon durchgespielt,
einige Endbosse inklusive, und darf sagen:

Bis jetzt war schon mal absolut alles davon grottenfalsch.

A) lief schon völlig aus dem Ruder, und dass lieben mal so gar 
nichts hilft, wenn es um "Zusammenleben" geht, war eine der
schmerzhafteren Erfahrungen in Teil B).

Weil sich niemand selbst in seinem aktuellen Alter als "alt"
empfindet, mangelt es im aktuellen Zeitaler C) schon mal an
der Grundvoraussetzung.

Aber etwas zutiefst als wahr Empfundenes aus Teil B)
ist hängengeblieben und bestimmt maßgeblich Teil C):
Zusammenleben ist unerwartet oft stressig und reibt auf.

Zusammenleben erfordert Absprachen, Kompromisse, Rücksichtnahmen
und demnach Etliches an "was müssen wir tun, damit das klappt".

Ich habe gesehen, wie Gefühle dazwischen zerreiben.
Ich habe erlebt, was der eigene Habitus - das, was man als normal und
für sich selbst passend und richtig empfindet- mit jenem Menschen
macht, der Einen liebt. Oder der das zumindest selber dachte.

Die Erfahrung hat mir vermittelt, dass es hochwahrscheinlich ist,
dass man den Menschen an seiner Seite auf eine immer wieder
überraschende und mehrheitlich davon eben nicht angenehme
Seite erfährt, wenn man erst einmal dauerhaft zusammenlebt.

Ob es die Uhrzeit ist, wann man selber zu Bett möchte, der Partner
aber noch nicht, aber einer von beiden muss morgen früh raus und
muss daher jetzt ins (gemeinsame) Bett.
Ob es die Art ist wie der Geschirrspüler eingeräumt wird.
In welche Stapel die Maschinenwäsche zu sortieren ist.
Wo die Zahnpasta hingehört.
Ob der eine den Partner beim Einschlafen mit Schnarchen stört, der
andere ihn dafür morgens 90 min vor dem Weckerklingeln mit seinem
eigenen Schnarchen.

Was ich sagen will: Jeder von uns hat sein eigenes "setup", seine Art,
wie er Dinge haben möchte um sich herum und in seinem Leben.

Wann er was tut, und wie und wo, und wann er es lässt.

Und dies dauerhaft einem Kompromiss zu unterwerfen bin ich,
nachdem ich über weit mehr als zwanzig Jahre mit festen Partnerinnen 
und zu 95% der Zeit in einer gemeinsamen Wohnung lebend verbracht
habe, nicht wieder bereit.

Es geht nicht darum, dass ich mich nicht einstellen möchte
auf den Partner. Das möchte ich.
Es geht nicht darum, dass ich nicht kompromissbereit wäre gegenüber
dem, was meine Partnerin für sich für gut und richtig hält.
Das bin ich.

Und vor allem geht es nicht darum, dass ich mein setup
für was Besseres hielte. Das ist nicht der Fall.

Was ich aber sage ist, dass ich das nicht mehr an 30 Tagen
im Monat haben will. Keine stationäre Dauereinrichtung.
Ich kann mir sogar gut vorstellen, an 10-14 Tagen
im Monat gemeinsam zu leben, zu lieben, zu lachen und alles.

Und mit Blick auf die Endlichkeit der gemeinsamen Zeit empfinde ich es
sogar als leichter, jene Kompromisse und Absprachen einzugehen,
die notwendig und wichtig sind im Alltag.

Aber danach - will ich wieder zurück in meine Wolfshöhle und
ruhen, kompromissbefreit ausgleiten lassen, andere, eigene Dinge tun.
Nur für mich.
Nur mit mir - oder mit Anderen, die mir auch wichtig sind.

Müsste ich mir einen der vielen Irrtümer aus A)-D) raussuchen als
den irrtümlichsten, es wäre die Furcht vor dem Alleinsein:

Es gab eine Zeit, in der ich so entsetzlich alleine war, dass der Begriff
"mutterseelenallein" nicht besser hätte auf irgendwen zutreffen mögen
als auf mich damals.

Aber irgendetwas hat sich danach geändert.
Nun liebe ich es. Nun brauche ich es.
Aus einem Furchtfeind wurde ein Freund.

Eine gute Freundin, die ebenfalls eine Zeit von Trennung und Scheidung
hinter sich hat, meinte im Gespräch ihre Zukunft betreffend:

"Männer nur noch ambulant!"


Der Satz ist mir fest im Gedächtnis verblieben.
Nach Byron Katie liegt das daran, dass er für mich, mein Leben, wahr ist.

Und Leben, was wahr ist, ist ein Leben, wie es jeder leben sollte.
Finde ich.