So weit hätte es nicht kommen müssen. Echt nicht.
Im Prinzip war mir ja klar, welches Verhalten wozu
mit meinem Körper führt und worin eigenes
Ernährungsfehlverhalten endet.
Aber ehrlicherweise
wollte ich das so.
Ehrlicherweise war mir Anderes
wichtiger, als mein mit
durchaus Aufwand heruntergekämpftes Gewicht zu halten.
Fast drei Jahre lang war es kein Problem gewesen, mein erreichtes
Gewicht zu halten. Aber dann wurde mir "das Andere" wichtiger.
Dieses "Andere" war, mich einfach mal gehen lassen zu
wollen.
Dieses "Andere" war, in der Zeit nach Scheidung, Auszug, Einzug
und all dem, was
danach erst noch kommen sollte, ein wenig die
Gedanken zu sortieren, in sich hinein zu hören, zu reflektieren.
Das ging, geht (und wird immer gehen) am Besten mit: Alkohol.
Es gibt daran nichts zu diskutieren.
Manche dieser Abende, dieser Nächte im vergangenen Jahr
habe ich als etwas empfunden, was in der Wahl der Methoden
(bzw. der Intensität der Erlebnisse)
ein bisschen zu rauh war
für die Lektion, die das Ganze wohl irgendwie hat vermitteln sollen.
Mehr als einmal ging mir durch den Kopf:
"So hart hättest Du es nicht gebraucht, um was zu kapieren."Das ist aber nicht in meiner Entscheidung gewesen.
Ich bin eigentlich ganz gut im "mit gegebenen Verhältnissen
zurecht kommen".
An manchen Tagen oder Abenden allerdings erschien es mir
schlicht und
einfach nicht sinnvoll, nüchtern zu bleiben.
Und eigentlich nur darauf ging der Verlust des Idealgewichts
zurück:
Erstens sind alkoholische Getränke ziemlich kalorisch.
Ohne jetzt ins Detail zu gehen, was und wie oft ich solche
Getränke konsumiert habe, kann ich aus Sicht des Energie-
haushaltes feststellen:
In den meisten der letzten 12 Monate werde ich im Schnitt
ca. 14.000-15.000 kcal im Monat zusätzlich durch Alkohol
zu mir genommen haben.
Das allein führt schon zu Gewichtszunahme, sofern man
nebenher nicht kaum noch was Anderes isst.
Zweitens tritt je nach Alkoholart auch noch aufkommender
Appetit mit auf die Bühne.
Besonders schlimm war es spät abends / nachts in Folge
von Bierkonsum:
Wie oft ich da hilflos neben dem Kühlschrank gestanden war
und irgendwelche Schinkenbrote mit Käse in mich rein gestopft
hatte, das war schon erbärmlich.^^
Drittens waren die Wochenenden (die eigentlich als cheat days
gedacht waren bei ansonsten gut gehaltener Ernährungsdisziplin)
zusammen mit der Freundin auch noch ausgeufert:
Statt
"wir gehen aus und nehmen einen Hähnchenbrustsalat und
dazu ein Bier" kam ein
"wir gehen zum Burgerladen mit Pommes,
Süßkartoffelpommes und 3 Bier".Und abends spät nach dem Heimkommen noch: Chips und Zeugs.
Ich fasse zusammen:
Alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.
Und sich mit Anlauf selbst wieder in die Grütze geritten.Natürlich hatten klammheimlich auch neue Klamotten her gemusst.
Eine größere Hose, ein größerer Pulli, ein weiteres Hemd.
Der Witz an der Sache war:
Zu
jedem Zeitpunkt hätte ich das beenden können.
Zu
jedem Zeitpunkt war mir klar, wie genau ich wieder
würde starten können mit der Gegenbewegung:
Nämlich mit dem Herausholen der Körperwaage und
deren Benutzung. Dann würde der eigene Ehrgeiz sofort
wieder erwachen, dann würde alles von ganz alleine in
Gang kommen.
Aber ich - wollte nicht.
Ich wusste aber genau:
Wenn Du jetzt diese Scheißwage herausholst, da links unten
aus dem Kleiderschrank, dann ist Alles gelaufen.
Dann war's das mit dem Alkohol für eine lange Zeit.
Dann war das hier jetzt gerade Dein letztes Glas.
Und dann?
Sitzt Du hier morgen abend und kannst Dir diesen ganzen Scheiß
in Deinem Kopf nüchtern antun.
Willst Du das? Kannst Du das?Und dann kam aber der Turnaround.
Der Moment war schon länger "unterwegs zu mir" gewesen,
so wie sich das angefühlt hat.
Aber in den letzten Wochen hatte es zwei Abende gegeben,
an denen ich es wirklich übertrieben hatte.
Danach hatte ich mehrere Tage keinerlei Bedarf nach igrgendwas
Anderem außer Wasser und Kaffee und an einem dieser Tage
war es dann plötzlich soweit:
Ich ging an den Kleiderschrank, holte die Wage raus, wechselte
die Batterien, aktualisierte die App dazu auf dem Handy.
Und stieg auf die Wage.
Weia. Blamalbel.
Wenigstens habe ich noch gaaanz kurz vor dem Erreichen
der "plus zwanzig Kilo" -Marke die Reißleine ziehen können.^^
Trotzdem beiße ich mir auf die Lippen, wenn ich den
Screenshot von Ende 2018 sehe.
Also dann:
Gehen wir's an.Ein weiteres Mal.
Sie kennen das vielleicht noch
von der letzten Runde,
in einer anderen Welt^^.
Dieses Mal wird es leider nicht ganz so leicht wie
beim letzten Mal:
Erstens bin ich nun knapp fünf Jahre älter als damals.
Normalerweise fällt Abnehmen schwerer mit höherem Alter.
Zweitens hatte ich damals einen Job, der mir das Abnehmen
wesentlich leichter machte (nur home office) als mein jetziger.
Drittens lebe ich jetzt allein. Somit fallen alle Einkäufe,
Haus- und Putzarbeiten usw. allein mir zu - die Zeit für das
Vorbereiten vernünftigen Essens ist eingeschränkter als damals.
Viertens, es gibt diesmal ein Zeitziel - was allerdings
leichtzu erreichen sein dürfte (Kroatienurlaub im Spätsommer).
Seit ein paar Tagen läuft das jetzt wieder an:
16:8 Teilfasten + Kohlenhydrat-arme Ernährung.
Nicht ganz so strikt wie beim letzten Mal - ich brauche
anfangs noch ein paar "Mini-cheats" für die Motivation
(beispielsweise etwas Kahlua im Espresso nachmittags,
beispielsweise mal Kartoffeln zum Salat).
Haben Sie auch so ein Ziel?
Ich finde, März ist ein ausgezeichneter Startmonat für sowas! :-)