10 März 2023

Ich werde mit Dir fliegen

 
Ich glaub', das hier müssen die mal auf meiner
Beerdigung spielen. Darauf bestehe ich.

Ok, dann aber vielleicht in der
Version mit der Kirchenorgel.

Was für ein Hammerstück.
Was für ein Finale der zu Ende gehenden Neunziger.
Und was für ein Text.

Schwer, trocken zu bleiben dabei.
Finde ich.
L'amour toujours.

Ich glaube immer noch an deine Augen
Es ist mir einfach egal, was Du in deinem Leben getan hast

Baby, ich werde immer hier an deiner Seite sein
Lass mich nicht zu lange warten, komm her

Ich, ich glaube immer noch an deine Augen
Es gibt keine Wahl, ich gehöre zu deinem Leben
Weil ich lebe, um Dich eines Tages zu lieben.

Du wirst mein Baby sein und wir werden davonfliegen
Und ich werde mit dir fliegen
Ich werde mit dir fliegen
Ich werde mit dir fliegen

Jeden Tag und jede Nacht
Ich träume immer davon, dass du an meiner Seite bist
Oh Baby, jeden Tag und jede Nacht

Nun, ich sagte, alles wird gut
Und ich werde mit dir fliegen
Ich werde mit dir fliegen
Ich werde mit dir fliegen

08 März 2023

No more XL ( reloadad ) pt. 1


So weit hätte es nicht kommen müssen. Echt nicht.

Im Prinzip war mir ja klar, welches Verhalten wozu
mit meinem Körper führt und worin eigenes
Ernährungsfehlverhalten endet.

Aber ehrlicherweise wollte ich das so.
Ehrlicherweise war mir Anderes wichtiger, als mein mit
durchaus Aufwand heruntergekämpftes Gewicht zu halten.

Fast drei Jahre lang war es kein Problem gewesen, mein erreichtes
Gewicht zu halten. Aber dann wurde mir "das Andere" wichtiger.

Dieses "Andere" war, mich einfach mal gehen lassen zu wollen.

Dieses "Andere" war, in der Zeit nach Scheidung, Auszug, Einzug
und all dem, was danach erst noch kommen sollte, ein wenig die
Gedanken zu sortieren, in sich hinein zu hören, zu reflektieren.

Das ging, geht (und wird immer gehen) am Besten mit: Alkohol.

Es gibt daran nichts zu diskutieren.
Manche dieser Abende,  dieser Nächte im vergangenen Jahr
habe ich als etwas empfunden, was in der Wahl der Methoden
(bzw. der Intensität der Erlebnisse) ein bisschen zu rauh war
für die Lektion, die das Ganze wohl irgendwie hat vermitteln sollen.

Mehr als einmal ging mir durch den Kopf:
"So hart hättest Du es nicht gebraucht, um was zu kapieren."

Das ist aber nicht in meiner Entscheidung gewesen.
Ich bin eigentlich ganz gut im "mit gegebenen Verhältnissen
zurecht kommen".

An manchen Tagen oder Abenden allerdings erschien es mir
schlicht und einfach nicht sinnvoll, nüchtern zu bleiben.
Und eigentlich nur darauf ging der Verlust des Idealgewichts
zurück:

Erstens sind alkoholische Getränke ziemlich kalorisch.
Ohne jetzt ins Detail zu gehen, was und wie oft ich solche
Getränke konsumiert habe, kann ich aus Sicht des Energie-
haushaltes feststellen:

In den meisten der letzten 12 Monate werde ich im Schnitt
ca. 14.000-15.000 kcal im Monat zusätzlich durch Alkohol
zu mir genommen haben.

Das allein führt schon zu Gewichtszunahme, sofern man
nebenher nicht kaum noch was Anderes isst.

Zweitens tritt je nach Alkoholart auch noch aufkommender
Appetit mit auf die Bühne.

Besonders schlimm war es spät abends / nachts in Folge
von Bierkonsum:

Wie oft ich da hilflos neben dem Kühlschrank gestanden war
und irgendwelche Schinkenbrote mit Käse in mich rein gestopft
hatte, das war schon erbärmlich.^^

Drittens waren die Wochenenden (die eigentlich als cheat days
gedacht waren bei ansonsten gut gehaltener Ernährungsdisziplin)
zusammen mit der Freundin auch noch ausgeufert:

Statt "wir gehen aus und nehmen einen Hähnchenbrustsalat und
dazu ein Bier"
kam ein "wir gehen zum Burgerladen mit Pommes,
Süßkartoffelpommes und 3 Bier".

Und abends spät nach dem Heimkommen noch: Chips und Zeugs.

Ich fasse zusammen:
Alles falsch gemacht, was man falsch machen kann.
Und sich mit Anlauf selbst wieder in die Grütze geritten.


Natürlich hatten klammheimlich auch neue Klamotten her gemusst.
Eine größere Hose, ein größerer Pulli, ein weiteres Hemd.

Der Witz an der Sache war:
Zu jedem Zeitpunkt hätte ich das beenden können.
Zu jedem Zeitpunkt war mir klar, wie genau ich wieder 
würde starten können mit der Gegenbewegung:

Nämlich mit dem Herausholen der Körperwaage und
deren Benutzung. Dann würde der eigene Ehrgeiz sofort
wieder erwachen, dann würde alles von ganz alleine in
Gang kommen.

Aber ich - wollte nicht.
Ich wusste aber genau:

Wenn Du jetzt diese Scheißwage herausholst, da links unten
aus dem Kleiderschrank, dann ist Alles gelaufen.
Dann war's das mit dem Alkohol für eine lange Zeit.
Dann war das hier jetzt gerade Dein letztes Glas.
Und dann?
Sitzt Du hier morgen abend und kannst Dir diesen ganzen Scheiß
in Deinem Kopf nüchtern antun.
Willst Du das? Kannst Du das?


Und dann kam aber der Turnaround.
Der Moment war schon länger "unterwegs zu mir" gewesen,
so wie sich das angefühlt hat.

Aber in den letzten Wochen hatte es zwei Abende gegeben,
an denen ich es wirklich übertrieben hatte.

Danach hatte ich mehrere Tage keinerlei Bedarf nach igrgendwas
Anderem außer Wasser und Kaffee und an einem dieser Tage
war es dann plötzlich soweit:
Ich ging an den Kleiderschrank, holte die Wage raus, wechselte
die Batterien, aktualisierte die App dazu auf dem Handy.

Und stieg auf die Wage.
Weia. Blamalbel.

Wenigstens habe ich noch gaaanz kurz vor dem Erreichen
der "plus zwanzig Kilo" -Marke die Reißleine ziehen können.^^

Trotzdem beiße ich mir auf die Lippen, wenn ich den 
Screenshot von Ende 2018 sehe.

 
Also dann: Gehen wir's an.
Ein weiteres Mal.
Sie kennen das vielleicht noch
von der letzten Runde,
in einer anderen Welt^^.

Dieses Mal wird es leider nicht ganz so leicht wie
beim letzten Mal:

Erstens bin ich nun knapp fünf Jahre älter als damals.
Normalerweise fällt Abnehmen schwerer mit höherem Alter.

Zweitens hatte ich damals einen Job, der mir das Abnehmen
wesentlich leichter machte (nur home office) als mein jetziger.

Drittens lebe ich jetzt allein. Somit fallen alle Einkäufe,
Haus- und Putzarbeiten usw. allein mir zu - die Zeit für das
Vorbereiten vernünftigen Essens ist eingeschränkter als damals.

Viertens, es gibt diesmal ein Zeitziel - was allerdings leicht
zu erreichen sein dürfte (Kroatienurlaub im Spätsommer).

Seit ein paar Tagen läuft das jetzt wieder an:
16:8 Teilfasten + Kohlenhydrat-arme Ernährung.

Nicht ganz so strikt wie beim letzten Mal - ich brauche
anfangs noch ein paar "Mini-cheats" für die Motivation
(beispielsweise etwas Kahlua im Espresso nachmittags,
beispielsweise mal Kartoffeln zum Salat).

Haben Sie auch so ein Ziel?
Ich finde, März ist ein ausgezeichneter Startmonat für sowas! :-)

06 März 2023

Putzen für Ukraine (mit Beaker)


Neulich sagte zu mir jemand, ich hätte so was
wie einen Putzfetisch. Weil ich so oft die Wohnung
putzen würde.

Ich kann Ihnen versichern
Nichts könnte ferner der Realität sein.

Die Wahrheit ist nämlich, ich  schiebe das so lange vor
mir her, dass ich schon mindestens 5x darüber geredet
habe, bevor ich es dann endlich auch tatsächlich mache.

Was dazu führt, dass Leute denken, ich würde
so viel putzen. Tatsächlich nervt mich Putzen sogar.

Schließlich ist PUTZEN
was Anderes als Fensterputzen. 
Schon vor 2 Wochen wollte die Wohnung endlich
mal wieder nass durchgewischt werden und nicht nur
gesaugt.

Und dann war an dem Tag so viel los, dass ich nicht mehr
dazu kam bzw. dass es zu dunkel und zu spät war.

Am nächsten Tag musste ich über Nacht nach München,
dann anderntags weiter nach Augsburg.

Und als ich wieder heim kam hatte ich Hunger.
Außerdem musste ich für den nächsten Tag schon wieder
den Koffer packen, also wurde das auch wieder nichts.

Das Wochenende verbrachte ich bei der Freundin Köln.

Nach meiner Rückkehr stellte ich fest:
Offenbar waren die Heinzelmännchen derzeit im Urlaub.

Die Wohnung sah noch genau so schlimm aus wie zuvor
(etwas schlimmer sogar, dank Heizungsluft).

Am nächsten Tag wollte ich ran, aber...
=>  vor dem Putzen musste erst noch staubgesaugt werden
=>  vor dem Saugen erst noch den Wandspiegel dranbohren
=>  dazu musste erstmal der Akkubohrer wieder geladen werden.

In der Zwischenzeit....hatte ich achtunddreißig andere Sachen
angefangen, und als der Bohrerakku voll war, war es bereits zu
spät
um noch zu bohren, dann zu saugen, dann zu wischen.

Am Tag darauf aber sollte es sein!

Nur noch vorher den frisch gekauften Salat einputzen (derzeit
wieder viel Salat hier, mehr dazu an anderer Stelle),
dann sollte die Wohnungsreinigung dran sein.

Tja.
Und dann beim Salatherz Herausschneiden ein beherzter, aber leider
unpräzise ausgeführter Schnitt, und die Wellenschliffklinge glitt
mühelos durch Daumennagel und Fingerkuppe.

[ hier lautes Eselgeheule einsetzen. ]
Ich hab sicher 20 min und eine Rolle Zewa gebraucht, bis ich
die Blutung mal gestoppt hatte

Danach hatte ich bis in die Nacht rein meinen Herzpuls
im Daumen und an irgendwas Handwerkliches war für die
nächsten Tage nicht mal zu denken.

3 Tage später.

Ich bekomme wieder einen Putzhandschuh über Daumen und
Pflaster, also kann es heute losgehen.

Die Löcher für den Spiegel, der seit 13 Monaten (!) darauf wartet,
endlich montiert zu werden, sind schnell gebohrt.

'frage mich manchmal, wie ich nur
so dermaßen den track zur Fertigstellung
der Wohnung verlieren konnte?!
Der rote Sand aus der Wand wird weggesaugt.
Die Wohnung wird komplett gesaugt.
Der Vorwerk hat gut zu tun heute.

Dann noch ein Durchgang mit dem Staubwedel.
So, wie die Heizungen heute aussehen, brauche ich
derer zwei.

Und dann startet mit Wochen Verspätung endlich die
Aktion "Putzen für Ukraine". 

Die heißt so, weil ich (auf Anraten der Freundin) ja neuerdings
nicht mehr mit bloßen Händen, sondern mit Putzhandschuhen
arbeite. Und die sehen eben so aus:



Heute geht es mit ZWEI Wischmobs zur Sache, in den
Wintermonaten trocknen die Böden sonst zu lahm ab.

Dazu nehme ich einen zweiten Wischer nur zum Nachtrocknen,
und der heißt BEAKER. Wie der von der Muppets Show.

...ich weiß, dass es albern ist,
Allem und Jedem einen eigenen 
Namen zu geben.
Aber die fallen mir halt immer so ein.

Auch hier begründet ein Bild mehr als tausend Worte,
kneifen Sie mal kurz die Augen zusammen:


Mit Musik putzt es sich leichter, die Laminatböden
brauchen heute gefühlt ewig.

Im Radio lasse ich "90s 90s" schallern.
Es läuft irgendeine Neunziger-Chartshow und aus
den Boxen wummert DJ Leifheit und die Nebelfeuchten,
oder so.

Heute brauche ich extrem lange für die Wohnung.
Nichts geht schnell von der Hand.

Dauernd muss ich noch achtgeben auf den unverheilten Daumen.
Immer wieder fallen mir Sachen um oder in den Weg, 
Die Stunden ziehen dahin.

Beim anschließenden Aufräumen der Bohrerkoffers fällt
mein Blick auf eine seit Jahren ungenutzte LED-Lichterkette
im Werkzeugschrank, die mit Batterien betrieben wird.

Einer Eingebung folgend messe ich nach und stelle fest,
dass diese exakt einmal um den soeben hingehängten Spiegel
hin passt!

Und so wird zum Ende eines Haushalts-Arbeitstag noch
ein bisschen Dekor angebracht.



Nun ist alles sauber und bis auf eine einzige irrelevante
Deckenleuchte auch alles montiert und fertig.

Schade nur, dass mein für das Wochenende geplanter Besuch
hatte absagen müssen. Aber erstens ist bis zum nächsten Mal 
dann wirklich alles fertig hier.

Und zweitens komme ich derzeit wirklich unglaublich gut
mehrere Tage am Stück allein mit mir zurecht.