30 März 2024

vom Geburtstag der alten Dame

Unverhofft sah ich mich mit der Fragestellung
konfrontiert, was man wohl einer älteren
alleinstehenden Dame, die keinen Alkohol trinkt,
denn wohl zum Geburtstag vorbeibringen könnte.

Genauer gesagt handelte es sich um die Omi, die
im Eingang neben mir wohnt, und ich erfuhr von
ihrem sehr bald anstehenden Geburtstag von Jeannie.

Sagen Sie von Jeannie, was Sie wollen - diese Frau
kann Einem 40 Stunden vor Konzertbeginn NOCH
NICHT GENAU SAGEN, wen sie da als Begleitung
mitbringen wird- aber GEBURTSTAGE hat sie echt drauf.

Zurück zur Ausgangsfrage:
Was nur zum Gratulieren mitbringen?

Schnell kam mir eine Idee, was man als Frau in
diesem stattlichen Alter für einen gelungenen Start
in ein neues Lebensjahr brauchen kann:

Waffelgebäck, guten Tee und -  Schweinsöhrchen!
Schließlich sind wir im Rheinland.



Einen Blumenstrauß hatte ich auch mitgenommen,
und den Lagerungshinweis der Verkäuferin
selbstverständlich minutiös befolgt.



Dann dazu noch eine handgebastelte Glückwunschkarte
- fertig.


Möge ich auch mal so was kriegen, wenn ich
selber alt bin.
Dauert ja nicht mehr so lange :-).

28 März 2024

Abt Martin (reloaded)

[ ein repost.
Weil man das so alle zehn Jahre
durchaus mal wieder bringen kann.

Und weil: Aktueller denn je. ]

Als dieser Laden hier noch Geld und Stil hatte,
wurden zu zentralen Vertriebsevents auch mal
durchaus unerwartete Gäste bzw. Promis gebucht.

Interessante Gäste. Teure Gäste.

Da gab's mal einen Abend mit Udo Lindenberg
und Band, live. 

Unvergessen auch die wirklich kleine, feine
Privatpräsentation von Joey Kelly. Ein Mensch, 
den ich seit diesem Tag zutiefst achte und
faszinierend finde.

Himmel, was haben wir mit dem gelacht.
Und wie oft uns dann auch wieder das Lachen
im Hals steckenblieb.

Andreas Müller, ein mega Stimmenimitator und
Musiker, mit allerdings damals etwas antiquitiertem
Humor, trotzdem: Ein geiler Abend war das.

Aber von allen am Liebsten war mir: Abt Martin.

Der Benediktiner Abt Martin Werlen dürfte Vielen
ein Begriff sein. Mir damals aber überhaupt nicht.

Ich saß ganz an der Seite des Tagungssaals, und zwar
direkt unter dem Standlautsprecher. Das war mir damals
eigentlich zu laut, ich hatte mich erst umsetzen wollen.

Aber es stellte sich als glückliche Fügung heraus,
denn es ermöglichte mir, mein damaliges Diensthandy
(Blackberry BB 9790) ganz an den Rand des Tisches
zu legen und die Rede mitzuschneiden.

Heute bin ich dankbar, diese und andere alte
Sounddateien immer wieder gesichert zu haben.

Enjoy.



Alles Gute zum 62. Geburtstag, Abt Martin.








27 März 2024

Klingeltöne (alte Säcke content)

 [ das ist einer dieser posts,
der seit nicht weniger als JAHREN
auf seinen release gewartet hat.

Immer war irgendwas aktueller, relevanter,
präsenter. Ja gut, 'war auch bisschen was
los bei mir die letzten zweieinhalb Jahre.

Aber ich bin ja ohnehin der
Meister der "um Jahre aufgeschobenen Dinge".
Und irgendwie MAG ich das sogar.]


Woran Sie alte Säcke erkennen:
  • Ihre Allgemeinbildung, von vormals allgemein akzeptierten
    Grundprinzipien mitteleuopäischer Kultur geprägten Werte
    und die hiernach erhaltene Erfahrung gestattet es ihnen,
    zu einer erdrückenden Mehrheit an Themenfeldern eine
    überraschend fundierte Meinung zu haben, in jedem Falle
    aber eine von Erlebenswerten geprägte.
    Es fällt ihnen auch erkennbar schwer, dies zu verbergen.

  • sie weigern sich mit an Borniertheit grenzender Persistenz,
    neue Technologien und Verfahrensweisen (vor allem solche
    in der Kollaboration) zu adaptieren mit der Begründung,
    diese würden keinen nachweisbaren Mehrwert bieten.
    Leider können sie diese These auch noch mehrheitlich
    fundiert begründen, was sie zu schwierigen Dialogpartnern
    für Innovatoren macht.


  • sie hegen eine an Objektophilie grenzende Zuneigung für
    handgefertigte, einzigartige, nicht replizierbare Dinge und sind
    auch noch stolz drauf, dass nahezu niemand außer ihnen selbst
    eben jenen eine exklusive Wertschätzung zuteil werden lässt.


Nur, falls Sie es noch nicht geschnallt hatten,
ich rede gerade über mich selbst. Wen auch sonst.

Und ich kultiviere eine seltsam nostalgische Zuneigung
für handgemachte, individuelle Handyklingeltöne.

Auf meine kleine Sammlung bin ich stolz.
Auch auf jene Exponate, die es noch kein einziges Mal
nach ihrer Anfertigung zu einer Verwendung gebracht haben.

Aber ich denke mir: DA sind sie ja nun schon mal.
Ihre Zeit wird sicherlich noch kommen.









26 März 2024

von Kräuterquark und anderen erfolglosen Versuchen männlicher Aufmerksamkeitskanalisierung

 
Weil ich inzwischen ALLES vergesse und zu 
nix mehr wirklich Zeit bleibt, versuche ich mich
in letzter Zeit mit kleinen Tricks zu überlisten, um
doch noch rechtzeitig an Dinge zu denken,
das Aufnehmen von Vorhaben zu erleichtern,
unliebsame wenngleich erforderliche to do's
extrinsisch zu veranreizen.

Bevor Sie jetzt auf die verwegene Idee kommen,
den vorherigen Abschnitt ERNEUT zu lesen in der
(wie sich herausstellen wird) wenig aussichtsreichen
Hoffnung, der dahinter von Ihnen vermutete Sinn
oder wenigstens die dem Sender zu entlockende Botschaft
würde sich Ihnen WOMÖGLICH DOCH NOCH erschließen,
hier ein  Beispiel zur Erleichterung Ihres
intellektuellen Schluckvorgangs:

Neulich am Wochenende macht die Freundin meinen Kühlschrank auf.

Dabei vermeidet sie den Griff ins Untergeschoss
(dort liegen Salat, Tomaten und Mungosprossen).

Statt dessen scannt sie mit einer Frauen vor allem
zu bestimmten Zeiten des Monats zueigenen milli-
sekundenschnellen Zielsicherheit das Obergeschoss
(dort sind Sahnepudding, Marmeladen und -sofern
sie artig war- Schogetten gelagert).

In letzter Zeit also
seltener Schogetten.
Ihr Blick fällt auf einen dort gelagerten Gewürzstreuer.
Auf ihm steht CAFE DE PARIS DIP.

Kurz siegt die weibliche Neugier über die Enttäuschung
der heute abwesenden Schogetten halber und sie ruft mir zu,
was das Gewürz im Kühlschrank verloren habe.

'Erkläre ihr ausufernd (was jetzt niemanden verwundern wird),
dass dies meiner gesünderen Ernährung dienen solle,
weil wann immer ich das Gewürz im Gewürzschrank sähe,
ich mir vornähme, damit mal wieder einen Quark-Dip abends
anzurühren.

Was meistens daran scheitere, dass ich nie Quark einkaufen würde,
unter Anderem, weil ich Quark nicht mag.

Wenn ich dann aber doch mal Quark einkaufe, ergeht es ihm
wie all seinen zahlreichen Quarkahnen zuvor:

Ich stelle ihn oben in den Kühlschrank (damit er mir beim
nächsten Türöffnen sogleich ins Auge spränge und ich
Lust auf gesundes Essen bekäme).

Natürlich fällt er mir auch jedes Mal ins Auge beim Türöffnen.

Allerdings frage ich mich dann JEDES MAL, was zum Teufel
ich bloß mit Quark vorgehabt haben könnte!

Das geht so lange, bis er das Verfallsdatum so deutlich 
überschritten hat, dass sogar ein Quarkenthusiast
(und Gott weiß, ich bin keiner) die Lust daran verloren hätte.

Zwei Tage nach Entsorgen des ungeöffneten Quarkbechers 
im Hausmüll ziehe ich dann die Gewürzschublade auf und...

BINGO.
Und erneut grüßt das Murmeltier.

Daher wäre ich nun auf die beinahe gravitationsauslösende
geniale Idee gekommen, im Kühlschrank einfach Quark und
Dip einfach AUFEINANDER zu stapeln.

Die Logik dahinter:
Was direkt beieinander liege und sofort greifbar sei,
das fände auch schneller und häufiger den Weg in meinen Mund.

                   Kurzes Schweigen in der Küche.

Die Liebste zieht die Augenbrauen hoch, gibt zu Bedenken,
dass diese Logik bei mir bisher ausschließlich bei Titten
funktioniert habe und möchte im Übrigen wissen, wo eigentlich
ihre Schogetten abgeblieben seien.

Und seither steht der Dip-Streuer allein im Kühlschrank.
Und wartet darauf, dass mal wieder jemand dran denkt,
ihm eine Packung Quark zu kaufen.



So.

Und nächstes Mal erzähle ich Ihnen davon,
wie ich felsenfest glaubte, durch den Kauf
neuer Laufschuhe Lust aufs Laufen zu bekommen.