19 Januar 2024

für den nächsten Umzug

Auch wenn dieser Umzug das dreckige Dutzend voll gemacht hatte:
Er war immer noch nicht perfekt.
Mich beschäftigt das ein bisschen.

Immer noch sind mir Versäumnisse oder
Verbesserungsideen eingefallen, die mehr oder minder
überlebenswichtig (oder zumindest hilfreich) sind,
die aber auch in keinem der hunderten Online-
Umzugschecklisten Erwähnung finden.

Ein paar von diesem Umzugsgesetzmäßigkeiten
schreibe ich mir auf. Für den nächsten Umzug.

Möge er nicht gleich wieder in 21 Monaten sein.


wie Sepp Herberger schon feststellte:
"Nach dem Spiel ist vor dem Spiel."
  • es gibt kein „zuviel“ an Luftpolsterfolie,
    Einschlagpapier und Panzerband.

  • egal, wie viele man schon hat: Am vorletzten Tag
    man muss immer nochmal min. 5 Kartons nachkaufen.

  • hat man diese 5 Kartons dann da, denkt man sich
    "die hätte ich jetzt vielleicht doch nicht gebraucht".
    Was sich spätestens als Irrtum herausstellt, wenn man
    sein eigenes Auto mit "den allerletzten Sachen" bepackt.

  • die letzten 5% des Einpackaufwandes sind
    in Wahrheit die letzten 25%.
  • nie die Zunge beim Kartontragen (und schon gar nicht
    beim Treppenlaufen) zwischen die Zähne klemmen.
    Und auch nie die Lippen einrollen dabei.

  • man taut seine Eisfachkammer stets erst in
    letzter Minute ab, nie jedoch rechtzeitig.

  • kurz vor Schluss lässt die eigene Einpack-Disziplin
    (nach Räumen und Themen sortiert) spürbar nach.



  • man kontrolliert nie rechtzeitig vor dem Aufstellen von
    Waschmaschine und Trockner, ob alle dafür benötigten
    Wandanschlusselemente vorhanden sind.

  • Marmeladenglas-Etiketten sind die haltbarste Art,
    Umzugskartons zu beschriften.

  • es gibt 2 letzte Kartons, die nicht mit Umzugsgut
    bepackt werden, sondern die allein für den letzten Tag
    in der alten Wohnung (FINAL DAY BOX) und den
    ersten Tag in der neuen Wohnung (DAY ZERO BOX)
    bepackt werden (sofern der Umzug nicht an 1 Tag
    komplett beendet wird).

    Weil dann nämlich alles SCHON oder eben NOCH alles,
    was man bald benötigt, irgendwo eingepackt und nicht
    schnell mal eben erreichbar ist.

    Es hat sich außerdem herausgestellt, dass es absolut
    sinnvoll ist, dass das ZWEI separate Kartons sind und
    eben nicht nur einer.

FINAL DAY BOX:

  • Handflüssigseife an jedes Waschbecken
  • kleine Handtücher an jedes Waschbecken
  • Handyladegerät und -kabel
  • Müllbeutel in allen Größen
  • Zewa (viel)
  • Oberflächenreiniger, Glasreiniger,
    Bodenreiniger, Spülmittel, Handdesinfektion
  • WC-Papier
  • Kaffeemaschine
  • Milch, Zucker, Kaffee, Löffel (!)
  • Putzeimer, -lappen- stiel, -handschuhe
  • Panzerband/Duct tape
  • kleine Schachteln für last minute finds wie
    abzugebende Schlüssel, am Boden aufgelesenes und
    lang schon Vermisstes
  • USB- bzw. BT-Akkulautsprecher
  • Schraubendreher
  • vorsortierte kleine Geldscheine für jeden der Umzugshelfer
  • post it Zettel + Kugelschreiber

DAY ZERO BOX:

  • das gleiche wie in final day box, zusätzlich:
  • Edding-permanent marker
  • zurechtgeschnittene Streifen Malerteppich,
    um die Rahmen aller Türeingänge abzukleben
  • bunte Cola-Kiste, bunte Wasserkiste, Bierkiste
  • Mehrfachsteckdosenleisten, Verlängerungskabel (Plural)
  • selbstklebende (!) Namensschilder für Klingel + Briefkasten
  • Handstaubsauger


Haben Sie Ergänzungen anzubieten?

17 Januar 2024

Stufen

 [ Neulich gab mir in den Kommentaren
Herr Wirrkopf einen relevanten Impuls: Lyrik.

Dabei hatte er den Bogen zu schlagen vermocht
zwischen den Herausforderungen von Herrmann,
meiner Nordmannpalme i.A. und Zeilen in dem Werk
"Stufen" seines Namensvetters Hermann Hesse.

Und ja - man könnte (sollte) wieder 
öfter Lyrik lesen.

Und VORlesen sollte man auch viel öfter. ]

reloaded: Fallschirme und Rettungsboote


Das war mir gar nicht klar, dass der
zugrundeliegende Beitrag schon so lange her war?

Wenn ich mir Ihre Reaktionen von damals noch
so durchlese, wird eine gewisse Berührtheit erkennbar:

     Vom Fallschirm und Rettungsboot.




Aber ich habe ein kleines update dazu für Sie,
ein follow-up zu den damaligen Figuren:

  • Die Führungskraft, die damals ihren Mann vor
    die Tür gesetzt hatte, lebt wieder mit ihm im Haus,
    mir ist nicht bekannt, wie es weitergegangen war mit ihm.

    Aber ich stand vor ein paar Tagen neben ihm und 
    anderen Partygästen in deren Küche, und er wirkte
    den ganzen Abend über entspannt, freundlich und
    völlig normal auf mich.

    Auf den Abend verteilt trank er vielleicht drei Bier,
    mehr nicht, es waren auch keine alkoholfreien.

  • Auch die zweite Frau aus dieser Erzählung hat
    ihren Partner wieder  zurück in ihr Leben gelassen.

    Das war eine kleine Überraschung, zumal wir uns
    sicher waren, dass körperliche Gewalt im Spiel war.

    Auch dieser Partner war auf der Party, er stand die
    meiste Zeit in meiner unmittelbaren Nähe, machte
    aber über Stunden kaum den Mund auf und sah auch
    ansonsten absolut nicht wie ein Mann aus, der
    der Partner dieser sehr auffälligen Frau sein könnte.

    Dem Vernehmen nach hat er seit Juni keinerlei
    Alkohol mehr angerührt.

  • Nach einer Vorweihnachtszeit mit viel Glühwein
    und einem Wohnungseinweihungsdinner mit 
    allerlei Hochprozentigem sind meine Freundin und
    ich ziemlich abstinent ins neue Jahr gestartet und
    wollen daran auch weiter anknüpfen.

    Ich freue mich darüber, dass die Jahresend-Feiern
    mit vielen Trinkgelegenheiten vorbei sind und dass
    ich schon lange nicht mehr "planerisch" an Alkohol-
    Konsum gedacht habe, ganz einfach weil es derzeit
    keine wichtige bzw. relevante Rolle spielt.

    Dafür habe ich neue Laufschuhe gekauft^^.
    (ganz anderes Thema) ((schwierig))

15 Januar 2024

von der maulenden Myrte

 
Nahezu alles an dieser Wohnung ist BESSER
als es das in der Vorgängerwohnung war.

Manches ist freilich auch skuril hier.

Da ist die kleine blaue Holztür zum Keller,
die aussieht, als wäre der Papa ein Trapez
und die Mutter ein Dreieck gewesen.

Und als hätte sie jemand aus übrig gebliebenen
Panelenhölzern zusammengenagelt und
anschließend 4x lackiert.

wie nennt man eine solche
geometrische Figur eigentlich ?
Ein Dreipez?!
Da ist die steile blaue Holztreppe ins Dachgeschoss,
deren Stufen meinen Füßen in der Schuhgröße 44
nur zu etwa 60% (oder weniger) eine Trittfläche bietet.

Da ist die Küche, die luxuriös und funktionell wirkt,
wo aber selbst ICH eine Trittleiter benötige für die
oberen Register und wo die Steckdosenleisten auf der
Arbeitsplatte zwar teilweise nicht funktionieren, 
dafür aber ordentlich heiß werden, auch wenn nichts
dort eingesteckt ist - dafür wiederum funktioniert
genau dort aber der elektrische Rollladen nicht.
Sagen Sie nichts,
ich bin ja schon dran
an der Reparaturbeauftragung.
Und da ist spät abends - wie die Liebste neulich mit
hoch gezogenen Augenbrauen feststellte- das gelegentlich
mal auftauchende GEHEUL in den Wänden bzw. im Dachgebälk,
welches sich wirklich sehr ähnlich anhört wie das Wehklagen
einer Frauenstimme.

Auf ihre ganz leicht ängstliche Frage "WAS IST DAS ?!?"
hatte ich als Mann von Erfahrung und Allgemeinbildung
selbstverständlich eine Erklärung.

Diese gefiel ihr zwar nicht ("Das ist vielleicht eine
der Vormieterinnen, Schatz? - Du weißt ja, das Gebäude 
ist schon sehr alt, vielleicht kam sie hier gewaltsam ums Leben
und kann sich nicht von ihrer letzten Bleibe lösen?")


Aber man kann für einen running gag mit Potential
nicht immer Rücksicht darauf nehmen, was da jemand
jetzt womöglich nicht GUT dran zu finden vermag.

ICH zumindest bin jetzt in einem Alter, welches es nicht
mehr erlaubt, einen noch so schlechten Gag auszulassen.

Und daher ist die Quelle dieses nächtlichen Geheules
hier im Hause jetzt offiziell die MAULENDE MYRTE.

Die nicht-Harry-Potter-bewanderten unter Ihnen
können diesen Teil Ihrer lückenhaften Allgemeinbildung
gleich weiter unten auffrischen.

Und ich? Lasse mir noch ein bisschen Zeit.

Bis ich der Frau hier die -etwas profane- Erklärung
meines Vermieters anbiete:

Dieser meinte, die Wärmepumpe mache immer wieder mal
komische Geräusche, wenn sie in ihrer Wohnung viel
Warmwasser verbrauchen würden.

Aber man muss Frauen ja nicht immer gleich
ihre Illusionen und Phantasien wegnehmen.

Auch nicht die unheimlichen.^^