19 April 2024

Veränderungen (Kaisarion)

Wieviel haben Sie schon kommen und gehen gesehen?

Wieviele haben Sie schon kommen und gehen sehen?

An wie vielen Veränderungen in Ihrem Leben hatten
Sie selbst das Steuer in der Hand, wie oft konnten Sie
den Zeitpunkt der Veränderung bestimmen oder auch
nur beeinflussen?

Wieviel von dem, was einer Veränderung unterlag,
ging anschließend in eine bessere Richtung?

Wurden danach die Menschen, die Sie umgeben,
eher mehr oder eher weniger?

Wieviel von dem, was Sie nie beizeiten
ausgesprochen hatten, echot noch in Ihrem Kopf?

Wieviel an Dingen, die Sie bedauern, hat sich
im Laufe der Jahre aufgetürmt?

Wie oft haben Sie in Ihrem Leben die Brücken
hinter sich abgebrannt? Wie oft wollten Sie?

  • It is the sound of another deadline
    whistling past your ears

    It is the sight of a million regrets
    mounting over years

    It is the words that were never spoken
    that echoes through the times

    It is the smell of the burning temples
    swept away by rhymes

18 April 2024

von Kuchen und Bier am roten Schuppen

Anstrengend ist der Tag gewesen.

'Viel geredet im Außendienst-Workshop.
'Wenig getrunken, dafür aber zuviel Kaffee.
'Nichts gegessen mittags aus Zeitmangel.

Entsprechend paniert fahre ich auf meinen
Parkplatz zuhause vor. Hungrig, schlapp.

Schon beim rückwärts einparken sehe ich durch
das rechte Heckfenster meinen Vermieter und
seinen Bruder sowie den Nachbarn auf den 
Gartenbänken sitzen vor ihrem roten Schuppen,
der  lokalen privaten Gartenkneipe.

Ich steige aus, hole Aktentasche und Jacket vom
Rücksitz, bin noch nicht einen einzigen Schritt
von meinem Auto entfernt, da ruft er auch schon:

"'Nabend Rain, kaltes Bierchen für Dich?"

Ich lächle, schlurfe schwerfüßig zu den Jungs, 
stelle meine Aktentasche ab, ziehe das Jackett an
und sehe neben den drei Herren in Blaumann, 
T-Shirts, Poloshirts und Arbeitsschuhen ein wenig
deplaziert aus.

Aber erstens sehe ich von der Arbeit kommend
neben ihnen immer strange aus und zweitens
interessiert sich hier, am roten Schuppen, niemand
dafür, wie Du aussiehst und nach was Du aussiehst.

Das hier hat was von Peter Alexanders "Die kleine Kneipe"
aus den Achtzigern.

  • Der Tag ist vorüber Die Menschen sind müde Doch viele geh'n nicht gleich nach Haus Denn drüben klingt aus einer off'nen Türe Musik auf den Gehsteig hinaus
Wir stoßen an, trinken, aber mit dem Zug der zwei
Jungs könnte nicht mal ein Dromedar auf Wüstenreise
nach 10 Tagen ohne Wasserloch mithalten.
Unfassbar, wie man 0,5 l in höchstens 3 Zügen leeren kann.

In diesem Moment wackelt die Gardine am Fenster, das zum
Schuppen hin raus zeigt.
Die Nachbarin-Omi hat meine Ankunft von der Arbeit 
ebenfalls bemerkt.

Keine Minute später öffnet sich die Seitentür des Hauses
zum Schuppen hin, und mit kleinen Omi-Trippelschritten
nähert sich auf einem mir bereits mehrfach wohl bekannten
Teller ein großes Stück Cremekuchen samt Kuchengabel.

Ich lächle, bedanke mich vielmals und stehe nun,
keine 3 min nach Abstellen meines Autos, mit Kuchen
und Bier im Garten meiner Vermieter vorm roten Schuppen.

Und ich kann mich nicht erinnern, wann das zuletzt der
Fall gewesen wäre, dass ich mich in meiner eigenen Familie
so glücklich, akzeptiert und selbstverständlich gefühlt hätte.




15 April 2024

von der Frau (frech und fürsorglich)


Nach doch etlichen Jahre als Geliebte
und danach Freundin scheint die Liebste
sich langsam ihrer Sache sicher zu werden:



Frech und fürsorglich ;-).