Meine aktuell gefühlte Verfassung (erschöpft, unruhig,
frustriert, schlaflos, schnell gestresst, dauernd überfordert,
viel zu wenig Zeit für sich selbst) ist mit der reinen Sachlage,
rein von den Parametern her absolut nicht nachvollziehbar:
Erstens, im Job ist so wenig los wie noch nie, und das seit Wochen.
Das war sogar absehbar, denn das geschäftliche Jahr läuft
ziemlich Grütze und zudem hatte ich vor etwa 6 Wochen
das Vereinbaren neuer Außentermine - einfach eingestellt.
In Wahrheit war ich da nämlich schon urlaubsreif.
Und dann hatte ich auch... einfach keinen Bock mehr hier.
Bore-out beschreibt fantastisch meinen Zustand auf der Arbeit.
Es gab die letzten Wochen Tage, da hatte ich den ganzen Tag
nichts anderes getan als vor mich hin in den PC gestarrt.
Zweitens, natürlich hatte ich noch die Horrors des letzten
Umzugs zu gut im Kopf - aber diesmal muss ich ja nichts
selber renovieren, und es gibt diesmal auch wirklich weniger
Zeugs, das umzuziehen ist.
Drittens habe ich diesmal keine Vermieterin im Nacken,
die mich jeden Tag an dem ich noch nicht endlich ausgezogen
bin, böse anschaut. Ja, ich habe einen Termin, bis zu dem ich
in NRW angekommen sein muss. Aber die Zeit ist ausreichend.
Viertens hatte ich seit einigen Tagen - und das Monate vorher-
sogar schon die Zusage für eine nagelneue Wohnung,
als Folge eines 40 min- Telefoninterviews des
Vermieterehepaares mit mir, danach war ich deren Favorit.
Mit dieser Wohnung stimmte wirklich alles,
sieht man mal von ein paar fehlenden qm ab und davon,
dass ich bisher nichts mit dem Bergischen Land zu tun hatte
Erst recht nicht als Wohnort.
Aber irgendwie bereitete es mir nichts minder als Panik und
Frustration, jetzt da einer nagelneuen tollen Wohnung
zusagen zu müssen!
Mehr als einmal dachte und sagte ich: Was, bitte, stimmt nicht mit Dir!?
Meine Freundin sprach in unseren abendlichen facetime-
sessions und in den chats beruhigend auf mich ein.
Das war auch nötig - und sie riet mir dazu, dieser Wohnung
jetzt doch bitte rasch zuzusagen, denn mein Auftreten ließ sie
einer jetzt weiterhin andauernden, womöglich mehrmonatigen
Suche nach einer anderen Wohnung zu Recht mit Skepsis
entgegenschauen.
Aber ich sah es auch selbst: Ich war einfach durch.
Urlaubsreif.
Nicht mehr belastbar, mit gar nix.
Weder als Zuhörer im Privaten noch im Job.
Sogar Essen zubereiten stresste.
Von Haushaltsarbeit ganz zu schweigen.
Deshalb ist es wirklich gut, dass es ab der nächsten Woche
für ein paar Tage weg geht, raus, weiter weg.
So irre das klingt: Selbst davor graut mir.
Das Kofferpacken, die Anreise... am liebsten wäre es mir
eine ordentliche Dosis Propofol verpasst zu bekommen,
und das nächste Mal, wenn ich die Augen aufmache,
stehe ich auch schon am Strand und schaue aufs Meer. :-)
Den Blog schicke ich ein paar Tage in die Pause.
Aber ich komme wieder.
Denn das tue ich doch irgendwie immer.
Bleiben Sie gesund, sie alle, die sie noch da sind.
