Es gibt so Aussagen, an denen kaut man eine
ganze Zeit lang drauf herum, diese da oben war so eine.
Ich finde es herausfordernd, da für mich selbst
einen Griff dran zu machen, mich zu positionieren,
das einzuordnen.
Und doch wirkt das Thema wie etwas, mit dem
ich mich befassen wollen sollte.
2 Ideenwege bleiben bei mir hängen.
Der erste ist die Position der Ex-Frau zum letzten Satz:
Sie hätte die gleiche Meinung vertreten.
Allerdings für die genau entgegengesetzte Aussage:
Sie wäre viel eher davon überzeugt, dass Ordnung im Innen
auch eine Ordnung im Außen herzustellen versucht.
Außerdem entsprach das ihrer Auffassung davon, dass
im Innen wie auch im Außen gewissermaßen ganzheitlich
Ordnung sein solle:
Saubere Aufgeräumtheit ist somit
Ausdruck eines gesunden, ruhenden Inneren.
Und ihre Anwesenheit bringt Andere dazu, ebenfalls
diesen Ruhezustand anzunehmen.
Das klingt so schlüssig und gutmenschlich, dass man sich
fast schon wundert, dass sie einige sehr wenige Male
zu der gleichen Selbsteinschätzung wie oben getroffen kam:
Dass sie eigentlich gar nicht so sei und sich suspekt vorkäme.
Damit sind wir beim zweiten Ideeenweg,
nämlich meiner eigenen Position zum letzten Satz:
Denn ich denke, dass dieses Gefühl des "sich selbst dabei
suspekt seins" schon auf die ganz richtige Fährte führt:
Dass nämlich diese Aussage des "Spiegelns" -zumindest
für meine Person (aber gefühlt auch für weitaus mehr Dritte,
als man vermutet) eben mehrheitlich nicht zutrifft.
Spiegelndes, im Sinne von replizierendes Verhalten sehe ich
eher im Adaptieren des Neuen, also bei Kindern beispielsweise.
Denke ich aber an mich als Erwachsenen, und geht es nicht um
das Adaptieren/Erfahren von Neuem, sondern um Verarbeiten
von bereits Erlebtem, dann nehme ich mich (und eine Menge
Anderer) viel eher als kompensatorisch handelnd wahr.
Und dann ist das Schaffen von Ordnung eben nicht
das Replizieren des "Status Innen" auf den "Status Außen",
sondern dann versucht man, inneres Chaos zumindest durch
das Erleben auszugleichen, wenigstens im Außen zum
Schaffen von Ordnung in der Lage zu sein.
Ich selbst nehme mich bei einer irrwitzig häufigen
Anzahl von Gelegenheiten als "kompensierend" wahr.
Manchmal ist es zum Schmunzeln.
Absolut interessant fand ich dann aber den
oben beschriebenen Prozess:
Da wird erst im Außen ein Chaos angerichtet / zugelassen,
nur um es hinterher wieder in Ordnung bringen zu können.
Also etwa: Erst, wenn ich es SEHE, was ich durch das
Replizieren des Innen nach Außen angerichtet habe,
dann kann ich es dort auch reparieren.
Diese Technik finde ich absolut faszinierend.
So fremd sie mir auch erscheint, so absolut logisch
und nachvollziehbar erscheint sie mir.
Und manchmal finde ich es etwas nachdenklich stimmend,
dass mir etwas völlig verständlich und logisch erscheint,
während es zugleich das komplette Gegenteil von mir selbst ist.^^