Gute 6 Wochen bin ich jetzt hier in der
neue Heimat - Zeit für ein erstes Resumee?
Das wiederum wird eine schnelle Geschichte:
Es ist hier:
Alles besser. Alles.
Nach den ersten 2 Wochen -es war vieles ausgepackt,
aber Vieles noch nicht an seinem Platz und ehrlicherweise
waren die Tage lang, arbeitsreich und ermüdend-
war ich aber schon ziemlich...sagen wir begeistert
von - einfach Allem.
Was ja schon mal gar nicht sein kann.
Also hatte ich das auf so etwas wie eine anfängliche
"Verliebtheit" geschoben und mich auf meinen chronisch
pessimistischen Wahrnehmungsfilter verlassen, der
schon noch irgendwann wieder neu booten würde.
Nur: Nach 4 Wochen hatte sich nicht nur nichts geändert.
Der rundum positive Eindruck war sogar
noch intensiver geworden.
Inzwischen war die Wohnung zu 99% fertig.
Mehrmals war ich einkaufen gewesen.
Unterwegs mit dem Auto, auch zu rush hours.
Hatte an allen möglichen Orten zu allen möglichen
Zeiten geparkt, Straßen und Dienstleistungen genutzt,
mit Menschen gesprochen, Alltag erlebt.
Aber nach dem Jahreswechsel!
Ja, DA würde schon noch "Normalität" einkehren!
"Ernüchterung", nach und nach würden Einem so langsam
kleine Fehler, Unperfektheiten auffallen!
Würde neu Bestauntes zur Selbstverständlichkeit
geworden sein, würde erstes Genervtsein im Alltag auftreten.
Nur: Das Alles - bleibt aus.
Inzwischen habe ich es mir zur Spaßaufgabe gemacht,
jeden Tag etwas zu suchen, was früher im Süden besser war!
Und finde - nichts.
Das kann kein Zufall mehr sein, das kann keine
anfängliche Verliebtheit mehr sein.
Nur eine kleine Auswahl:
- egal, ob auf den Straßen, Parkplätzen, im Supermarkt,
Baumarkt, Getränkemarkt, bei den Bäckern und Metzgern
- es gibt hier erheblich weniger Menschen, Gedränge, Verkehr - allein in meinem Badezimmer fallen mir 9 erhebliche
einzelne Verbesserungen zur vorherigen Wohnung auf -
überhaupt hat sich diese Wohnung hier in jeder Hinsicht
als eine Verbesserung herausgestellt, trotz (oder wegen?)
fehlender Garage und fast keinem Keller - ich habe nach 4 Wochen mehr Kontakt zu Menschen und
Nachbarn gewonnen als in dreißig Jahren im Süden - alles ist irgendwie gleich um die Ecke und schnell
erreichbar. Zur Autobahn brauche ich keine 5 min.
Meine Jahreskilometerleistung wird sich um min.
circa 80% reduzieren. - für 2023 werde ich eine vierstellige Summe Gehalt an
meinen Arbeitgeber zurückzahlen müssen (erstmals
seit 2002 ist das der Fall) - das wird mir hier auf
gar keinen Fall passieren, das steht jetzt schon fest - die Kölner können zwar keine Laugenbrezeln,
dafür aber Roggenbrötchen!
DG-Schräge habe ich inzwischen behaglich hergerichtet.
viel eher noch an einer ganz anderen Frage
gedanklich herumkauen:
Warum das alles nicht schon viel, viel früher ?
Gewohnheit, Angst? Bin hier wieder beim Chaos im Innen, das strahlt man aus. Möglicherweise hast Du seither eine andere, offenere, wohlwollendere Aura und das wirkt sich eben auf die Umgegend und die Menschen aus.
AntwortenLöschenDie Lichtgestaltung gefällt mir. Ich stelle es mir schön vor, darin abends lichtdurchflutet einzutauchen. Ich habe es bei Helma geschrieben mit dem Wechsel der Welten. Du hast auch viele, da sind alte, neue und unbekannte Welten. Manchmal verschwimmt alles; daran denke ich bei diesem Bild und an Melancholie, Wehmut und tiefe Zufriedenheit...
"Chaos im Inneren" ist exakt der durch Dich induzierte Beitrag, der am Samstag veröffentlicht wird :-).
LöschenVielleicht hast Du recht, vielleicht gebe ich mich hier anders als ich das bisher getan habe.
Aber die UMSTÄNDE im Sinne von "hard facts" wie schöneres Wohnen, leichteres Einkaufen, schnellere Erreichbarkeit von ALLLEM usw. erklärt dies nicht. Das kommt sozusagen noch HINZU.
Auf meine Lampen und Leuchten bin ich tatsächlich stolz - viel bunt fernsteuerbares BlingBling, aber auch farbige Schatten (was mir schon von der Begrifflichkeit her total zusagt :-)).
"Wehmut und Zufriedenheit" habe ich außer in mir selbst noch nie irgendwo gelesen oder gehört, und ich fühle mich jetzt gerade wirklich SEHR verstanden ♥.
Ich bin gespannt darauf. :)
LöschenIch kann da nur von mir selbst schreiben und die Stimmung einfangen. Es freut mich sehr, dass Du das so empfindest. ☺️