[ Viel Umzugs-content incoming die nächste Zeit,
das bitte ich jetzt schon zu entschuldigen.
Trösten Sie sich mit dem Gedanken, dass es im Blog
auch weitaus schlimmer hätte kommen können.
Beispielsweise hätte ich als Fotoauswahlaufgaben für Sie
die Titten-Mittwoche wieder einführen können
Aber "Tittwochs" sind erstens schon ein bisschen old school,
zweitens teilten nicht alle LeserInnen
meine unbändige Begeisterung für Brüste.
Viel relevanter war drittens aber, dass meine bevorzugte
RL-Titten-Foto-Quelle im März nach über
zwanzig Jahren dicht gemacht hatte.
Da hab ich fast mehr geweint als nach der Scheidung.
Huch, jetzt haben wir doch fast wieder nur
über Brüste geredet?!
Naja. Frühmorgens schieben halt noch die Hormone.
Also kommen Sie, lassen Sie uns thematisch abstürzen. ]
Schon EIN Blick rundherum in der neuen Wohnung genügt,
und man findet Aufgaben für WOCHEN.
Es sieht aus, als hätte ein riesiger Speditions-Godzilla einfach
alle Kartons und Möbel andwhatnot durch das offene Hausdach
bei mir abgekippt und sei dann zurück ins Meer Richtung Japan gestiefelt.
Umzug Nr. 12 brachte, wie es aussieht, ein neues Level an Chaos
und Spontanietätsbedarf * in mein Leben.
Das ist gut:
Man sollte sich auf Themengebieten, wo man schwach ist,
stets um einen Schritt Weiterentwicklung bemühen oder
diesem zumindest nicht aktiv aus dem Weg gehen.
* habe soeben einen Neologismus erfunden,
wie ich durch googlen feststellte.
Bei dieser Gelegenheit kann ich als der
nunmehr verantwortliche Wortneufinder**
gleich mal die unsinnige bisherige Schreibweise
des zugrunde liegenden Hauptbegriffs abschaffen.
**da, schon wieder einer!
Schwach war ich z.B. in den Augen der Exfrau auch
im Bereich des PUTZENS gewesen. Ich sah das anders:
Nur, weil jemand nicht IHR Level der Tiefenreinigung
für sich als im Alltag notwendig erachtete, bedeutete
das nicht, dass er auf dem Niveau des Hausschweines lebte.
(was allein lebende Männer
in ihren Augen allerdings
mehrheitlich bevorzugten).
Beispielsweise wurden Spüle, Herd, Backofen, KFZ-
Innenräume und auch alles Andere von ihr wöchtentlich
in den Auslieferungszustand ab Werk zurückversetzt.
Nur noch sauberer.
Beispielsweise wurde das auch gerne mal bei Freunden
zuhause praktiziert.
Unvergessen das Wochenende im Bergischen Land, als
unsere Gastgeber fassungslos mit offenen Mündern in
ihrer eigenen Küche standen und sich (und mich) fragten,
weshalb die Exfrau denn jetzt
auf Knien ihre Spülmaschine
von innen auswischen würde.
(ich hatte sinngemäß geantwortet,
dass dies in ihrem Stamm von der Ostalb
so Sitte sei, wenn man zu Gast wäre.
Und das dieses kultisch-soziale Gastritual
auf gar keinem Fall würde gestört werden dürfen,
wollte man den Zorn des großen Kärcher vermeiden!)
An dieser Stelle eine für Sie neue Zwischenerkenntnis:Mich machen aktiv in einer Putztätigkeit agierende Frauen
irgendwie geil.
Vielleicht haben die frühen 80er-Deutschpornos
doch irgendwie eine Prägung hinterlassen?
Keine Ahnung.
Jedenfalls hatte ich die Ex beziehungseingangs dabei gerne
von hinten begrabscht und auch anderweitig belästigungs-
grenzwertig angefasst, an den Titten rumgespielt und
in den Po gezwickt, richtig billig und eklig eben.
Aber: Als Mann ist jede gebückte Haltung der Frau zu nutzen.
Wenn die Hormone rufen.
Was außer schlafend und essend
eigentlich immer der Fall ist.
Irgendwann landete dann aber eines Tages dabei mal
der ProWin-Putzlappen, stark mit Bio-HaKa-Reiniger
(matt, für alle Steinböden) durchtränkt direkt aus dem Eimer
in kurvenfreier Flugbahn in meinem Gesicht.
Ab da wollte ich mich dem damit beabsichtigten Lerneffekt nicht länger verschließen.
******
Das war jetzt (wie von mir gewohnt) eine sehr langatmige
und auch epische Anfahrrampe für den eigentlichen content:
Nämlich, dass ich eigentlich eine MENGE Kartons auszupacken
und einzuräumen hätte, statt dessen mich aber an Putz- und Ehe-
Traumata der Vergangenheit abarbeite und in der neuen Küche
stehend gerade den Herd schrubbe.
Spoiler:
Eines von beidem ist
die schmutzigere Arbeit.
Sie raten sicherlich richtig.
Die kreisenden Handbewegungen auf der sich aufschäumenden
Kochfläche haben etwas meditatives, etwas beruhigendes.
Ich denke dabei gerne an Dinge, erinnere mich dann oft.
Ob denn wirklich
jedes Mal alle Dinge wieder in ihren
Auslieferungszustand zurückgeputzt werden müssten,
hatte ich die Exfrau einmal nach Stunden des Hausputzes gefragt.
Schließlich sei das
wirklich Arbeit für sie, unnötige eigentlich,
denn außer ihr könnte und bräuchte niemand -mich eingeschlossen-
einen solchen Zustand klinischer Reinheit sehen bzw. herstellen.
Ich erinnerte an meinen Vorgänger, der u.a. vielleicht auch deshalb
nach acht Jahren das Handtuch geworfen hatte, weil er -Zitat-
nicht länger in einer Musterhausaustellung leben wollte.
Ich erinnerte an ein Zitat des Captns, der mal gesagt hatte,
er hätte 3x in seinem Leben eine so saubere Umgebung gesehen,
eine davon sei ein OP-Saal gewesen.
Ich erinnerte an den Satz ihrer besten Freundin, die zu dem
Reinheitsgrad unserer Wohnung kommentierte,
"Du bist die Sorte Frau, wegen denen WIR daheim
Ärger mit unseren Männern bekommen!"Ich erinnerte daran, dass ich in ganz NRW in meiner Kindheit
mich NIE an jemand SO hätte reinigen und putzen erinnern können,
zum Beispiel auch nicht unsere Bekannten, bei denen sie
deren Spülmaschine einer Auslieferungsreinigung unterzogen hatte.
Wirklich giftig hatte sie geantwortet damals.
"Die Frauen ausm Rheinland können ja auch nix außer
Feiern und Ficken, und schon gar nicht putzen!"
Das fand ich ungerecht und hatte damals zu Bedenken gegeben,
dass ich -vielleicht mit ein oder zwei Ausnahmen- auch immer
mit dem Geblasenwerden dort recht zufrieden gewesen war.
Ich muss aber eingestehen, dass dies nicht der weiteren Dialogführung
zuträglich gewesen war, schon gar nicht in deeskalierender Hinsicht.
*das war in dem Moment freilich eine Wutrede -
wie so Vieles nicht ernstzunehmen, wenn Menschen
etwas in Rage sagen - und dennoch wurde
die Aussage an anderer Gelegenheit (und
ohne Wutkontext) wiederholt, und mehrfach.
In der Folge entschied ich mich, das Thema auszugrenzen
und keinen weiteren innerehelichen Diskurs dazu zu führen.
Dies weniger vor dem Hintergrund einer etwaigen Tolerierung
der inhaltlich nach wie vor unhaltbaren Position der Exfrau:
Vielmehr war meine Zurückhaltung in der Sicherung einer
auch zukünftigen sexuellen Grundversorgung begründet.
Unabhängig von ihren auch in anderen Punkten etwas -sagen wir-
für jemanden wie mich gewöhnungsbedürftigen Einstellungen
fand ich aber ihre Brüste und Augen absolut toll, was auch einer
der Gründe gewesen sein mag, sie damals privat anzusprechen.
An irgendwas bleibt das Auge ja immer hängen.
Ich befinde mich immer noch in der neuen Küche
stehend und gerade Jeannies Herd schrubbend.Putzerkenntnis des Tages:
Diese Küche ist ein verdammter Glücksfall.
Aber es ist schon auch gut, dass ich Jeannies Küche
schon nach knapp 3 Jahren und nicht erst nach sagen wir
5 oder 7 Jahren gemietet habe:
Sie hat in meinem Beisein die Küche und den Backofen
nochmal vor der Übergabe komplett abgewischt.
Und danach hat dann (wieder allein) die Liebste
alles nochmal ausgewischt.
Und dabei ein akustisches Fluchverhalten vernehmen lassen,
wie ich es eigentlich seit der Exfrau nicht mehr von einer Frau
über "die vorherige Frau der Küche" gehört hatte.
Ob Frauen einfach so sind, alle?
Also, erstmal die verlassene Höhle übernehmen
und dann ablästern über die vorherige Wölfin?
Der Induktionsherd schluchzt leise unter meinen Handbewegungen.
Es kommt für dieses genutzte und etwas geschundene Objekt
heute nur das gute Zeug zum Einsatz:
Erst Orangenreiniger, dann Frosch-Spüli Himbeere,
gefolgt von Kochfeldreiniger mit Kratzerversiegelung.
Und als Finish Metallsprayreiniger und Essigessenz.
Scheint fast so, als hätten die
achtzehn Jahre doch auf mich abgefärbt.
Überlege an dem fiesen Satz der Exfrau herum.
Und daran, was auf Jeannie wohl zutrifft.
Ich entscheide für mich, dass sie
in allem gleich gut ist.
Und dann ist der Herd endlich trocken und ich kann
zurück ins Dachgeschoss zu meinen nächsten Aufgaben.
