31 Dezember 2023

erase & rewind

Das Band, auf dem wir unsere Erlebnisse, Erinnerungen, Ereignisse eines Jahres aufzeichnen, geht zu Ende. Es ist voll. Es kann bald aus dem Tonbandgerät entnommen, in einen Spulenbehälter gelegt und zu den anderen Bändern archiviert werden. Zu den inzwischen vielen anderen Jahresbändern.

Wie ist das bei Ihnen? Nehmen Sie Ihre irgendwann noch einmal heraus? Hören Sie Ihre Aufnahmen noch einmal an? Scrollen durch Ihre Erinnerungen mit sanften Fingerbewegungen, während Sie lächeln, sanft?

Ich tue das. Aber ich lösche auch. Mit zunehmendem Alter lieber und häufiger.

Wie eine kleine interne Renovierung: Platz schaffen, Wände überstreichen, Ausmisten. Denn nicht alles, was man aufgenommen und gelagert hatte, lohnt und verdient es, behalten zu werden. 

Insofern: Erase and rewind, wenigstens ein bisschen. Wie immer am letzten Tag des Jahres, Sie kennen das schon. 

Danke für Ihre Zeit und Ihr Interesse und Ihr Miterleben, hier und an allen Orten, wo Sie auch schon zuvor mit mir mitgewandert waren. Wir lesen uns nächstes Jahr wieder 😉.



28 Dezember 2023

ungekühlter Elefant

Es gibt einige Episoden aufzuarbeiten, aber immer noch ist mein home office zu 0% verkabelt und angeschlossen - das macht längere Texte in der Erstellung noch zu anstrengend. 

Was allerdings ab Tag 1 bereits VOLL angeschlossen und einsatzfähig war, ist die Kapselkaffeemaschine. Darauf hatte ich großen Wert gelegt.

Außerdem positionierte ich alles Weitere für die Kaffeezubereitung in unmittelbarer Greifnähe. Allem voran die Cremelikörflasche mit dem Elefanten drauf. Was wiederum die unaufgeforderte Aufmerksamkeit der Liebsten weckte.

Nachdem sie zweimal unerlaubt den Elefanten wieder in den Kühlschrank verfrachtet hatte und ich dieselbe kurz darauf wieder herausgenommen hatte, kam es zum Showdown in der Küche.

„Die solltest Du nicht draußen stehen lassen, Rain.“

„Wieso nicht?“

„Da ist Sahne und Zucker drin, die wird schnell schlecht.“

„WIE schnell genau?“

„Also mehr als ein paar Tage würde ich die auf keinen Fall ungekühlt lassen!“

„Ok. Dann wird sie NICHT schlecht!“

Sie rätselte noch 2 Tage über meine Aussage. Dann hob sie die Flasche an. Und verstand. 

21 Dezember 2023

Katzenklappekühlschrank

Diese Wohnung vorzeigbar zu machen dauert wesentlich länger als gedacht.

Habe gehirnintern mit einer Liste von Umständen und Dingen angefangen, die hier besser sind als in der vorherigen Wohnung. Unter Anderem bin ich nun sehr froh, Jeannie ihren etwas gewöhnungsbedürftigen Kühlschrank mit Flügeltüren doch noch abgekauft zu haben.

Erstens ist sein Fassungsvermögen unerwartet ordentlich, kann man nicht anders sagen.

Zweitens hat er eine Katzenklappe. Wenn Sie mal schauen möchten. 


Im Freundeskreis löste dieses Video gemischte Reaktionen aus - von „ist.das.geil!“ bis zu spürbarer Enttäuschung war alles dabei. Das GEIL kam von Menschen, die ihren Kühlschrank mutmaßlich ähnlich wie ich nutzen, die Tür wird also in 65% der Fälle zum Entnehmen für Milch für den Kaffee geöffnet. Oder für Bier. 

Die Fraktion der Enttäuschten warf ein, dass aus der Klappe weder die erwartete Katze noch Bier herauskäme. Was wiederum auch der Wahrheit entspricht.

Allerdings ist mein Bedarf an gekühlten Katzen aktuell gerade noch beherrschbar, meine Zeiten auf Melmak sind schließlich schon etwas her. 

Bleibt der Anwurf wegen des fehlenden Bieres. Den kaufe ich. Ich habe tatsächlich kein Bier im Kühlschrank. Der Cremant nimmt den ganzen Platz weg. 

Kommen Sie gut in die Feiertage!🎄

17 Dezember 2023

auf dem Mittelaltermarkt

Die Schwestern sind beide erkältungsmitteln krank, aber der Besuch auf dem Mittelalterweihnachtsmarkt um die Ecke ist Pflicht. 

Wir schlendern zu meinem Erstaunen bequem und ohne Gedränge von Stand zu Stand, selten stehen wir irgendwo länger an, eine Mittelalterkombo spielt schöne Stücke auf der Bühne. Es ist fein hier. 

Die Schwester zieht es zur Raeucherey, ein Zelt mit Keramiktiegeln voll heißen Sandes dank glühender Kohlen, darauf Harzstücke und allerlei Rauchpulver, die uns in ein schweres, intensives Aroma hüllen.

Die Liebste wendet sich den Waschessenzen zu, vor Allem handgemachten Seifen und ätherischen Ölen, es duftet nach Lavendel, Lapislazuli und etlichen weiteren Dingen, von denen ich als Mann noch nie gehört habe. 




Auf dem Weg zurück ins Parkhaus beschließt die Schwester der Liebsten frohgemut, dass wir jetzt noch knapp ein Jahr Zeit hätten, wenn wir nächstes Jahr hier zusammen unseren eigenen Stand haben wollten. Wir müssten uns jeder nur noch überlegen, was wir anbieten wollten.

„Also DU machst die Abteilung Raeucherey, ganz klar! Deine Schwester übernimmt den part für Badezusätze und Seifen und so Zeugs.“

Schwester: „ Klingt gut. Jetzt brauchen wir nur noch was für DICH. Was machst Du auf unserem Stand?“

Ich überlege kurz. Und dann, mehr im Spaß: „Steueroptimierte Altersvorsorgekonzepte!“

Schwester (nach einer Millisekunde) „Also Wahrsagerey!“

Na ja. Irgendwo hat sie schon Recht.




12 Dezember 2023

Von Putzarbeiten und Titten


[ Viel Umzugs-content incoming die nächste Zeit,
das bitte ich jetzt schon zu entschuldigen.

Trösten Sie sich mit dem Gedanken, dass es im Blog
auch weitaus schlimmer hätte kommen können.

Beispielsweise hätte ich als Fotoauswahlaufgaben für Sie
 die Titten-Mittwoche wieder einführen können

Aber "Tittwochs" sind erstens schon ein bisschen old school,
zweitens teilten nicht alle LeserInnen
 meine unbändige Begeisterung für Brüste.

Viel relevanter war drittens aber, dass meine bevorzugte
RL-Titten-Foto-Quelle im März nach über
zwanzig Jahren dicht gemacht hatte.
Da hab ich fast mehr geweint als nach der Scheidung.

Huch, jetzt haben wir doch fast wieder nur
über Brüste geredet?!
Naja. Frühmorgens schieben halt noch die Hormone.

Also kommen Sie, lassen Sie uns thematisch abstürzen. ]




Schon EIN Blick rundherum in der neuen Wohnung genügt,
und man findet Aufgaben für WOCHEN.

Es sieht aus, als hätte ein riesiger Speditions-Godzilla einfach
alle Kartons und Möbel andwhatnot durch das offene Hausdach
bei mir abgekippt und sei dann zurück ins Meer Richtung Japan gestiefelt.

Umzug Nr. 12 brachte, wie es aussieht, ein neues Level an Chaos
und Spontanietätsbedarf * in mein Leben.

Das ist gut:
Man sollte sich auf Themengebieten, wo man schwach ist,
stets um einen Schritt Weiterentwicklung bemühen oder
diesem zumindest nicht aktiv aus dem Weg gehen.

* habe soeben einen Neologismus erfunden,
wie ich durch googlen feststellte.

Bei dieser Gelegenheit kann ich als der
nunmehr verantwortliche Wortneufinder**
gleich mal die unsinnige bisherige Schreibweise
des zugrunde liegenden Hauptbegriffs abschaffen.

**da, schon wieder einer!

Schwach war ich z.B. in den Augen der Exfrau auch
im Bereich des PUTZENS gewesen. Ich sah das anders:

Nur, weil jemand nicht IHR Level der Tiefenreinigung
für sich als im Alltag notwendig erachtete, bedeutete
das nicht, dass er auf dem Niveau des Hausschweines lebte.

(was allein lebende Männer
in ihren Augen allerdings
mehrheitlich 
bevorzugten).
Beispielsweise wurden Spüle, Herd, Backofen, KFZ-
Innenräume und auch alles Andere von ihr wöchtentlich
in den Auslieferungszustand ab Werk zurückversetzt.
Nur noch sauberer.

Beispielsweise wurde das auch gerne mal bei Freunden
zuhause praktiziert.

Unvergessen das Wochenende im Bergischen Land, als
unsere Gastgeber fassungslos mit offenen Mündern in
ihrer eigenen Küche standen und sich (und mich) fragten,
weshalb die Exfrau denn jetzt auf Knien ihre Spülmaschine
von innen auswischen
würde.
(ich hatte sinngemäß geantwortet,
dass dies in ihrem Stamm von der Ostalb
so Sitte sei, wenn man zu Gast wäre.

Und das dieses kultisch-soziale Gastritual
auf gar keinem Fall würde gestört werden dürfen,
wollte man den Zorn des großen Kärcher vermeiden!)
 
An dieser Stelle eine für Sie neue Zwischenerkenntnis:

Mich machen aktiv in einer Putztätigkeit agierende Frauen
irgendwie geil.

Vielleicht haben die frühen 80er-Deutschpornos
doch irgendwie eine Prägung hinterlassen?
Keine Ahnung.

Jedenfalls hatte ich die Ex beziehungseingangs dabei gerne
von hinten begrabscht und auch anderweitig belästigungs-
grenzwertig angefasst, an den Titten rumgespielt und
in den Po gezwickt, richtig billig und eklig eben.

Aber: Als Mann ist jede gebückte Haltung der Frau zu nutzen.
Wenn die Hormone rufen.
Was außer schlafend und essend eigentlich immer der Fall ist.

Irgendwann landete dann aber eines Tages dabei mal
der ProWin-Putzlappen, stark mit Bio-HaKa-Reiniger
(matt, für alle Steinböden) durchtränkt direkt aus dem Eimer
in kurvenfreier Flugbahn in meinem Gesicht.

Ab da wollte ich mich dem damit beabsichtigten Lerneffekt nicht länger verschließen.

******

          Das war jetzt (wie von mir gewohnt) eine sehr langatmige
          und auch epische Anfahrrampe für den eigentlichen content:

          Nämlich, dass ich eigentlich eine MENGE Kartons auszupacken
          und einzuräumen hätte, statt dessen mich aber an Putz- und Ehe-
          Traumata der Vergangenheit abarbeite und in der neuen Küche
          stehend gerade den Herd schrubbe.
Spoiler:
Eines von beidem ist
die schmutzigere Arbeit.
Sie raten sicherlich richtig.


Die kreisenden Handbewegungen auf der sich aufschäumenden 
Kochfläche haben etwas meditatives, etwas beruhigendes.

Ich denke dabei gerne an Dinge, erinnere mich dann oft.

Ob denn wirklich jedes Mal alle Dinge wieder in ihren
Auslieferungszustand zurückgeputzt werden müssten,
hatte ich die Exfrau einmal nach Stunden des Hausputzes gefragt.

Schließlich sei das wirklich Arbeit für sie, unnötige eigentlich,
denn außer ihr könnte und bräuchte niemand -mich eingeschlossen-
einen solchen Zustand klinischer Reinheit sehen bzw. herstellen.

Ich erinnerte an meinen Vorgänger, der u.a. vielleicht auch deshalb
nach acht Jahren das Handtuch geworfen hatte, weil er -Zitat-
nicht länger in einer Musterhausaustellung leben wollte.

Ich erinnerte an ein Zitat des Captns, der mal gesagt hatte, 
er hätte 3x in seinem Leben eine so saubere Umgebung gesehen,
eine davon sei ein OP-Saal gewesen.

Ich erinnerte an den Satz ihrer besten Freundin, die zu dem
Reinheitsgrad unserer Wohnung kommentierte,
"Du bist die Sorte Frau, wegen denen WIR daheim
Ärger mit unseren Männern bekommen!"


Ich erinnerte daran, dass ich in ganz NRW in meiner Kindheit
mich NIE an jemand SO hätte reinigen und putzen erinnern können,
zum Beispiel auch nicht unsere Bekannten, bei denen sie
deren Spülmaschine einer Auslieferungsreinigung unterzogen hatte.

Wirklich giftig hatte sie geantwortet damals.
"Die Frauen ausm Rheinland können ja auch nix außer
Feiern und Ficken, und schon gar nicht putzen!"


Das fand ich ungerecht und hatte damals zu Bedenken gegeben,
dass ich -vielleicht mit ein oder zwei Ausnahmen- auch immer
mit dem Geblasenwerden dort recht zufrieden gewesen war.

Ich muss aber eingestehen, dass dies nicht der weiteren Dialogführung
zuträglich gewesen war, schon gar nicht in deeskalierender Hinsicht. 

*das war in dem Moment freilich eine Wutrede -
wie so Vieles nicht ernstzunehmen, wenn Menschen
etwas in Rage sagen 
- und dennoch wurde
die Aussage an 
anderer Gelegenheit (und
ohne Wutkontext) wiederholt, und mehrfach.

In der Folge entschied ich mich, das Thema auszugrenzen
und keinen weiteren innerehelichen Diskurs dazu zu führen.

Dies weniger vor dem Hintergrund einer etwaigen Tolerierung
der inhaltlich nach wie vor unhaltbaren Position der Exfrau:

Vielmehr war meine Zurückhaltung in der Sicherung einer
auch zukünftigen sexuellen Grundversorgung begründet.

Unabhängig von ihren auch in anderen Punkten etwas -sagen wir-
für jemanden wie mich gewöhnungsbedürftigen Einstellungen
fand ich aber ihre Brüste und Augen absolut toll, was auch einer
der Gründe gewesen sein mag, sie damals privat anzusprechen.

An irgendwas bleibt das Auge ja immer hängen.

          Ich befinde mich immer noch in der neuen Küche
          stehend und gerade Jeannies Herd schrubbend.

Putzerkenntnis des Tages:

Diese Küche ist ein verdammter Glücksfall.
Aber es ist schon auch gut, dass ich Jeannies Küche
schon nach knapp 3 Jahren und nicht erst nach sagen wir
5 oder 7 Jahren gemietet habe:

Sie hat in meinem Beisein die Küche und den Backofen
nochmal vor der Übergabe komplett abgewischt.

Und danach hat dann (wieder allein) die Liebste
alles nochmal ausgewischt.

Und dabei ein akustisches Fluchverhalten vernehmen lassen, 
wie ich es eigentlich seit der Exfrau nicht mehr von einer Frau
über "die vorherige Frau der Küche" gehört hatte.

Ob Frauen einfach so sind, alle?

Also, erstmal die verlassene Höhle übernehmen
und dann ablästern über die vorherige Wölfin?

Der Induktionsherd schluchzt leise unter meinen Handbewegungen.
Es kommt für dieses genutzte und etwas geschundene Objekt
heute nur das gute Zeug zum Einsatz:

Erst Orangenreiniger, dann Frosch-Spüli Himbeere,
gefolgt von Kochfeldreiniger mit Kratzerversiegelung.

Und als Finish Metallsprayreiniger und Essigessenz.

Scheint fast so, als hätten die
achtzehn Jahre doch auf mich abgefärbt.

Überlege an dem fiesen Satz der Exfrau herum.
Und daran, was auf Jeannie wohl zutrifft.

Ich entscheide für mich, dass sie in allem gleich gut ist.
Und dann ist der Herd endlich trocken und ich kann
zurück ins Dachgeschoss zu meinen nächsten Aufgaben.

08 Dezember 2023

Suebia vs. Colonia

 
Vielleicht hab ich auch einfach nur einen 
riesigen Dusel.

Vielleicht ist das auch einfach alles nur Zufall.

Aber vielleicht, nur ganz klein vielleicht
kristallisieren sich durchaus Unterschiede in der
grundsätzlichen Mentalität zwischen den Menschen
aus Schwaben und denen aus der Kölner Bucht raus.

*****

Oktober-Dialog mit meinem bisherigen
schwäbischen Millionärs-Vermieter:


"Wenn meine Nachmieter hier früher einziehen wollen
und ich auch früher ausziehe, lässt Du mich dann 1 Monat
früher aus dem Mietvertrag raus und machst mit ihnen
einen entsprechend früheren?"

"Damit habe ich nichts zu tun.
Das macht IHR miteinander aus!
Wenn die früher rein wollen und Dir dafür 'nen
Hunderter (lol) geben wollen, gerne!
Falls nicht, ich hab ja einen Mietvertrag bis 31.12.
Und den hab ich MIT DIR!"

"Ok, ich dachte Du willst vielleicht noch die Schäden
in den Laminatböden richten und da käme Dir ein
früherer Auszug von mir auch entgegen?"

"Nö. Die Wohnung wird ohne Böden vermietet, 'steht auch
so im Mietvertrag drin, damit hab ich nichts zu tun."


"Ah ja ok. Gut, dann...hab ich halt zwei Monate doppelte
Mietbelastung...und neue Kaution wird dort ja auch
fällig..."

"Ach gut, dass Du es ansprichst! Deine Kaution kann ich 
Dir dann auch erst nach April 2024 wieder zurückgeben!"


"Oh..und wieso das?!"

"Weil der ISTA-Heizungsableser regulär erst Ende Februar
hier in die Straße kommt - und bis ich die Abrechnungen von
denen habe und dann mit DIR final abrechnen kann, ist
Ende März oder später.

Klar könnte ich den auch gesondert hier antanzen lassen,
aber da sag' ich Dir, DA bin ich SCHWABE, also
DIE 70 EURO für die separate Anfahrt, die spare ich mir!

Es SEI DENN, DU bestehst drauf, dann bestelle ich den
und verrechne das mit Deiner Kaution?"


*****

Oktober-Dialog mit meinen neuen
Handwerks-Vermietern vom Rhein:



"Hi, wir sind der Manni und der Jürjen,
schön dass Du da bist!"


 "Hallo...seht ihr eine Möglichkeit, dass ich vielleicht
statt gleich Anfang November erst zum 15.11. mit dem
Mietbeginn bei Euch starten kann...?"

"Später einziehen? Kein Ding, 'machen wir so.

Kaution? Quatsch, 'brauchen wir keine von Dir!

Streichen? Das erledigt Deine Vormieterin.

Die Löcher in der Wand? Machen wir noch zu, ach ja
und wir machen da noch neue Leisten rein für Dich.

Deine Fahrräder? Stellst Du erstmal in unsere Garage mit rein.
Für Deinen Schlüsselbund kriegst Du 'ne Fernbedienung für's Tor,
bis wir Dir im Frühjahr eine Fahrradbox im Garten hinbauen.

Ist das in Ordnung, wenn wir für Dich schon mal
Strom, Müll usw. anmelden?

Müllkalender? Tonnen raus stellen!?
Unsere Mutter wohnt neben Dir, die erledigt alles."


Und 4 Wochen später:



Himmel. Ich wusste fast nicht mehr, 
wie dankbar ich sein kann.

06 Dezember 2023

I like to...move it!

 
Es ist soweit: Ab heute ziehe ich um.

30 Jahre bei den Schwaben enden.
Sagen Sie also nie wieder, ich sei
nicht hart genug fürs Leben!

Zwei Tage geht der Umzug.
Einräumen, Technikaufbau und Deko nehmen
sicher nochmal ein paar weitere in Anspruch.

Kücheneinrichtung, Geschirr, Besteck, Gläser...
all dies überlasse ich dabei
diesmal komplett der Liebsten:

Ich muss fürs Erste nur wissen, wo der Ardbeg 10
und die Glencairngläser stehen.
Das Sekundäre findet sich dann.

Geben Sie mir ein paar Tage Zeit.
Sie hören wieder von mir, vielleicht
hab ich auch bis dahin ein bisschen was
auf Vorrat vorgebloggt, für die ersten Tage.

Und bis dahin hätte ich gerne Ihre Meinung:

Ob das Blogdesign und die Blogadresse
hier so bleiben können.

Oder ob Sie auch hier einen Umzug
-und neue Tapeten- interessant fänden.

Au revoir.


04 Dezember 2023

woran Sie erkennen, dass Sie älter werden (Teil 217)

 


[ Sagen Sie, was Sie wollen,
aber nur wenig dokumentiert den eigenen Verfall
so gründlich, wie die morgendliche Pillensortierdose
auf dem Frühstückstisch ]

02 Dezember 2023

One for the road



[ Frühstück in Berlin ]

Auf meinem letzten Außentermin im Allgäu lade ich
jenes Team auf ein Essen und Abschiedsdrinks ein,
bei dem ich das die beiden Jahre zuvor schon viel
regelmäßiger (oder überhaupt mal) hätte tun sollen.

Zu meiner Überraschung hält sich der Teamchef zurück -
weder isst er mit noch trinkt er mit uns ein Bier.

Genauer: Er trinkt den ganzen Abend nur alkolholfreies Bier.

Auf Teilfasten und low carb sei er gerade.
Ah okay, da bin ich ja selber Experte, wir tauschen uns aus.

Ich kenne ihn eigentlich als Party-Tiger und als einen
keine-Gelegenheit-Auslasser. Dafür ist er auch bekannt,
er ist ein bunter Hund dort unten, sein Bruder ebenso.

Aber auf einmal sieht er spürbar schmaler aus im Gesicht.
Aber auf einmal wirkt er fast scheu.
Auf einmal ist die Frau in seinem Büro eine Ex-Frau,
wenngleich noch mit seinem Nachnamen.

Und auf einmal färbt sich seine Stimme mit so was wie
Sendungsbewusstsein. Fast mahnend.

In einem tollen, wirklich sehenswerten Kinofilm sei er
gewesen. One for the road.

Und der wäre auch was für Dich, Rain.
Nee echt jetzt, den musst Du Dir ansehen.
Der lohnt sich. Wirk.lich.


Ein bisschen irritiert (denn er hört einfach nicht auf,
mich anzuschauen) stelle ich mein fünftes Bier beiseite
und greife zum Handy, um mir demonstrativ den Namen 
des Films aufzuschreiben.

Und danach hoffentlich schnell ein anderes Thema
anzusteuern, denn für Filmtipps bin ich heute Abend
wirklich nicht offen.

Zumal nicht für deutsche Produktionen - ich hab da
immer noch die Schweigers, Bleibtreus, Ochsenknechts,
Vogels, M'Bareks im Kopf und kann sagen: Nix für mich.

24 h später, 1 Bundesland nach links.

Auf dem Sofa daheim liegen 2 Koffer.
Der Kleine von gestern und der Große für das Wochenende
ab morgen früh.

Ich sortiere Ladekabel und ausgedruckte Hotelbuchungen
und da fallen mir auch wieder die Kinogutscheine der F+
-Frau in die Hände, samt Fingerfood- und Logen-Service.

Auf dem Handy suche ich nach meiner Notiz von vorgestern.
Da ist sie ja.

Kurz das Kinoprogramm am Ku'Damm googlen - Treffer!
One for the road läuft in Saal 4.

Wir treffen zeitig in der Zoo Loge auf einen Begrüßungssekt
ein, und immer wieder wundere ich mich, wie wenig hier
los ist, wie selten diese feine, entspannte Art, einen
Kinoabend zu beginnen, hier von den Menschen genutzt wird.



Ein besseres Kino als das hier hab ich nicht gesehen bisher:
Genau die richtige Größe, die richtige Beinfreiheit, 
und mit ein bisschen Erfahrung bei der Sitzplatzreservierung
auch auf beiden Seiten der Pärchensitze Abstellflächen für
Getränke und Essentabletts.



Der Film startet und er vergeudet erzählerisch
nicht eine Minute, nicht mal eine Sekunde.
Es geht direkt los und auf die Glocke.

Der Hauptdarsteller sieht 10 Jahre älter aus als er ist.
Und ich finde ihn wirklich gut.

Obwohl keinen Moment ein Zweifel daran besteht,
wie es ausgeht, gewinnt die Beklemmung im Zuschauer
mehr und mehr die Oberhand über das Komödiantische,
und sogar die von mir sonst wenig geschätzte weibliche
Hauptrollenbesetzung brilliert.

Der Film könnte ein Happy End haben, aber das bleibt offen.

Zurück bleiben beeindruckte Zuschauer, die nach einer
gut geschnittenen Kinofilmlänge von deutlich unter 2h
mehrheitlich noch in ihren Sitzen bleiben, als die Lichter
schon wieder angegangen sind.

Ein bisschen fühle ich mich von dem Film ertappt,
und so wird es manchem Anderen vielleicht auch gehen.

Er sensibilisiert auch dann, wenn man sich nicht ertappt fühlt.
Was vielleicht noch wichtiger ist.

"Noch Einen für unterwegs", One for the road,
klare Kinobesuchsempfehlung.


30 November 2023

Screenshots 11.2023


 [ ich sitze und tippe auf
gepackten Koffern bzw. Kartons.
Und freue mich.

Ich weiß zwar noch nicht genau, worauf.
Aber ich weiß, was ich hinter mir lasse.

Und manchmal reicht das. ]

 









































29 November 2023

letzte Dienstfahrt (Süden)

 
Das war's.

Der letzte Außendiensttermin nach dreißigplus
Jahren in Süddeutschland liegt hinter mir.

Drei Konzerne, einige hundert Vertriebspartner
und sicher weit mehr als tausend Kundengespräche
in BaWü und BY sind nun Geschichte.

Ausgerechnet der allerletzte Tag mit mir als Berater
sollte mein erfolgreichster ever werden, bezogen
auf den Ertrag für die selbständige Agentur.

Mich interessieren Zahlen und Provisionen nicht,
haben sie nie, werden sie nie,
wurde ich aber gelegentlich mal für kritisiert.

Denn für mich zählen mehrere andere Dinge dabei
prioritär - beispielsweise, dass
gute, nette, aufrichtige Menschen gutes Geld verdienen
mit dem, was ich für sie und ihre Kunden tue.

Bei Manchen (und das liegt in der Natur der Sache)
freilich lieber als bei Anderen.

In diesem Fall lief der Tag mit Kundenberatungen,
die ich fachlich und inhaltlich nahezu vollständig allein
leitete, mit knapp sechsundzwanzig Riesen für die
Berater vor Ort aus. 

Nicht, weil mich diese Zahl in irgendeiner Weise
interessirren würde.

Nicht, weil ich auch nur einen Cent davon bekäme
oder mir das an irgendeiner anderen Stelle monetär
oder auch nur imageseitig etwas gebracht hätte.

Sondern, weil ich hinterher danach gefragt wurde
und deshalb (und nur deshalb) meine Schätzung abgab.

Neid ist mir fremd.
Fressneid vor Allem.
Eifersucht ist mir fremd.

"Gönnen können" ist ganz im Gegenteil eine Charakter-
eigenschaft, an welcher ich black/white festmache,
ob ich einen Menschen zu schätzen vermag oder ob nicht.

Mir ist aus dieser Perspektive
noch viel mehr ein Rätsel,
wie 
ich jemals diese Frau
hatte heiraten können.

Und die Umarmung von einem von ihnen hinterher,
meinem liebsten, den ich jetzt schon vermissen werde
und dessen Augenlicht mich schon bald ihn mich nicht
mehr wird erkennen lassen, die war mir weitaus mehr
wert als die Zahlenerfolge.

Die ich übrigens für die Bücher eines Kollegen
eingebucht habe, denn ich war weit, weit außerhalb
meines Zuständigkeitsbereiches in geheimer Mission unterwegs.

Aber dafür gab es auf dem Heimweg: WHIRLWIND.
Eines der schönsten Stücke ever.
Die Neunziger waren halt einfach geil.

28 November 2023

6G (KW 47)

 

[ eine neue Reihe, deren Basis-Idee zurückgeht
auf noch1glaswein )

Es geht darum, unter einem Schlagwort in Perfekt-Form
 kurz zusammenfassen, wie Ihre Woche so war.]

Und ich weiß, Sie haben spätestens bei
KURZ zusammenfassen laut aufgelacht.

Weil Sie mich kennen.
Egal. Ich versuch's einfach mal in 6 G's. ]



gekocht |

Der Schweinebraten aus dem Angebot bei L1DL hatte schon
mehrfach aus dem Kühlschrank angerufen und um seine
Zubereitung gebeten.

Auf der Suche nach einem schnellen Ofen-Essen für mehrere
Tage landete ich nach einigen Anlaufstellen da, wo man als
vorher nachdenkender Mensch (altdeutsch: Frau) auch gleich
hin gesurft wäre:  Zu Emmy.

Weil ich Knoblauch nicht vertrage, habe ich
halbierte Zwiebeln genommen.

Statt einem Backbleck habe ich einen Bräter
mit Backpapier ausgekleidet.

Statt 1,5 kg Salz habe ich 200 g genommen.

Statt der mittleren Schiene kam alles auf die unterste.

Und weil ich es geschafft habe, bei einem aus nur 4 Zutaten
bestehenden Rezept auch noch eine davon zu vergessen,
musste ich nach 30 min schon im Ofen noch schnell Senf und
Honig mit Thymian verrühren und das noch hektisch über
den Braten kippen.


Statt "eine Ofenstunde pro Kilo Fleisch" kam mein 1,3 kg-
Braten schon nach 45 min raus und wurde dann zugedeckt
beiseite gestellt.

Sie sehen, mit Kochrezepten
verfahre ich wie mit Tempolimits.

Das Ergebnis war - ganz und gar erstaunlich.
Lecker ist fast untertrieben. 
Dazu gab es zuvor schon vorbereitete Dampfkartoffeln.





geflucht |

Von der neulich noch hoch besungenen Sanftheit war jedenfalls
nicht mehr viel zu spüren, als es daran ging, in der alten Wohnung
meine Wunderwerke doppelseitiger Klebeelemente von den
Türen wieder abzulösen.

Allein die Haustür kostete mich 90 min.



Wer ist auch so ausgesprochen DÄMLICH und verlegt eine
halbe Boeing 747-Landebahn an doppelseitigem
Teppichklebeband hinter seinen 25-Euro-lKEA-Spiegel !?




Mit Herdschaber und Orangenölreiniger ging es irgendwann runter.
Ich habe geflucht wie früher  sonst nur zu Fußball-WM-Zeiten.

So richtig unflätig wurde ich dann im Arbeitszimmer,
als ich die magnetischen Klebefolien von der Tür machte.


Und dabei endgültig die vollständige Rückerstattung
meiner Mietkaution in den Jordan schickte.



gekauft |

Es ist total albern, ich weiß das auch, aber ohne die
Gewissheit, vollständiges, funktionierendes Kochgeschirr
sofort (!) nach dem Umzug im Haus zu haben, fühle ich
mich ungenügend vorbereitet.

Die neue Wohnung hat kein Cerankochfeld mehr.
Sondern Induktion.

Erster Gedanke: Nie im Leben gibst Du Deine guten Töpfe
und Bräter auf, Du machst da ein Cerankochfeld rein!


Nach einigen Recherchen und YT-tutorials über Induktion:
Nee, Du holst Dir doch lieber neue Töpfe!

Und da ich so was nie neu kaufe, wurden ein paar 
Kleinanzeigen-Schnäppchen getätigt.

Und da ich - wenn ich will- sehr langfristig treu bleiben
kann, blieb ich auch bei meiner Topf- und Brätermarke.






geentsorgt |

Große Teile meines Alkohol-Getränkeschrankes, den
eine an die Folgen ihrer gemeinen Worte nicht denkende
deutlich jüngere Wochenend-Besucherin mal als
"Rentner-Bar" bezeichnet hatte.

Mit Ausnahme von 3 Exemplaren meine gesamte
Krawattensammlung, mangels Relevanz für den
Rest meines Berufs- und Privatlebens.


Die 3, die ich behalten habe:

Eine blaue
im Corporate Design-Farbton.

Eine knallrote für Aggro-Bühnenauftritte.

Eine schwarze, denn wir sind ja alle jetzt Ü50.
Und da geht es bald los.


gebastelt |

Stellplanskizzen und Raumbeschriftungen in der neuen Bude
für die Möbelpacker.

Aus Yogamatten-Geschnetzeltem ein paar
Duldungserleichterungen für die F+ -Gespielin.












(Sagen Sie nichts.
Ich bin zu großherzig, ich weiß das.

Schlimm manchmal.)


gestaunt |

über das fabelhafte, märchenartige Abendrot
vor meinem Esszimmerfenster.