31 Dezember 2022

Erase & rewind

 
Das Band geht zu Ende.

Das Band, auf dem wir die Gedanken, Erinnerungen,
Empfindungen eines ganzen Jahres aufgezeichnet hatten,
geht zu Ende.

In wenigen Stunden spulen die letzten Zentimeter von
seiner Rolle ab, dann wandert die Rolle in eine kleine
Blechdose mit der Aufschrift "2022" und wandert ins Archiv.

Zu den anderen, vielen kleinen Blechdosen,
gefüllt mit den vielen anderen Rollen unseres Lebens.

Bald stoppt die Aufnahme für dieses Jahr, und wäre es nicht schön,
wir könnten zurückspulen und mit jener Unbeschwertheit, wie wir
sie als Kind hatten erleben dürfen, noch einmal neu aufnehmen,
das Band noch einmal neu in der Art und Weise bespielen, wie
wir sie am Meisten genossen hatten?

Erase and rewind?
Vielleicht.

       


Vielleicht aber können wir auch eine innere Zufriedenheit 
erlangen, uns erarbeiten, uns zu eigen machen - mit dem,
was wir hatten. Frieden finden.

Mit dem was war, und zwar mit allem davon.
Und mit dem, was wir auch im neuen Jahr noch haben werden.
Vielleicht mit etwas mehr Bescheidenheit und Demut als bisher.

Und was das Bloggen betrifft:
Die goldenen Zeiten sind vorbei - freuen wir uns über die bronzenen.

In diesem Sinne: Kommen Sie gut rüber.
Und danke, dass Sie hier waren.








30 Dezember 2022

Leseservice ( reloaded )

 
Es ist wieder an der Zeit, Zeit zu sparen.
Nämlich IHRE.

Aus der Reihe "für Sie gelesen, für Sie Zeit gespart!"
nachfolgend wieder ein paar Perlen des inländischen
Investigativ- Journalismus, samt Kurzbewertung.

Enjoy.




"First class hires first class,
second class hires third class."




Es steht genau.dort.oben.
Damit ist Alles gesagt.




Aber nicht in diesem Arm der Galaxie.



Weil Sie keinen Vollzeit-JOB haben.




Online.




Ich könnte nicht sagen, dass sie
MIT Krawatte respektvoller gewesen wären.




1. statistischer Jahresbericht zur Entwicklung
der Reduzierung der CO2-Emissionen Deutschlands,
Ausgaben 2017, 2018, 2019, 2020, 2021.




Wen ?




Die Sünde steckt nur im Autorenhirn.



Eine Bank, die womöglich ein Kartell wäre?
Verwegene Idee.



Nichts abonnieren.




Bei der Mehrheit der Kinder wäre ich froh,
die Eltern würden langsam mal ANFANGEN.




Wenn Sie wegen Kälte geschlossen bleibt.




Egal auf wen sich "ihn" bezieht,
es bleibt inhaltlich eine Sartire.




Gleich nach der Vogelgrippe.





28 Dezember 2022

vom Auszug der Ivorer

 
Die Nachbarschaft hier ist vor ein paar Wochen um
eine Attraktion ärmer geworden - als es noch wärmer
war und man noch draußen auf dem Balkon sitzen konnte,
standen eines Wochenendes auf einmal sehr viele
Möbelstücke bei den Elfenbeinküstlern draußen im Garten.

Durch die geöffnete Terassentür war ein Möbelstück
nach dem Anderen nach draußen ins Freie getragen worden.

Und das sogar für meine Verhältnisse als jemand mit
2 linken Händen weißgottnicht nicht sach- und fachgerecht,
wie ich mit hochgezogenen Augenbrauen am Küchenfenster
stehend mit ansehen musste.

Ist ja manchmal wie bei einem
Autobahnunfall - schlimme Sache,
Du kannst aber einfach nicht weggucken...

Fast tat der Mann der Familie mir ja leid,
aber ich musste unkontrolliert in meine Kaffeetasse
prusten, als er einen Küchenoberschrank oder so was
Ähnliches an den offenen Türen festhaltend (!) nach
draußen stolpernd bugsierte, der Schrank schon aus 50m
Entfernung deutlich schief und schräg aussah, und der
ihm dann folgerichtig als Ergebnis der Transport(mis)handlung
noch in seinen Händen auseinanderbrach und in 3 Einzelteilen
im Garten auf dem Gras zum Erliegen kam.

Die bereits zuvor in den Garten verbrachten Bettrahmengestelle
sahen keineswegs so aus, als würden sie einen weiteren
Transport und Aufbau überleben.

Ja, und dann, am nächsten Tag, da waren sie weg.
Die Wohnung steht seither leer, ich habe dort seit Längerem
keinen Menschen mehr gesehen.

Aber kurz vor ihrem Auszug!
DA haben es die Ivorer nochmal so richtig krachen lassen!

Das war eine Gartenparty mit Tanz und Musik und Grillen und 
springenden Kindern vom Allerfeinsten, kann ich Ihnen sagen.

Ich war damals am offenen Fenster gestanden mit
meinem Handy, und erst letzte Woche bin ich wieder über 
die so entstandene Tonaufnahme unten gestoßen.

Und nur nochmal zur Einordnung:
Ich befand mich zu dem Zeitpunkt ca. 90m und
zwei Wohnhausreihen entfernt von der Party^^....

26 Dezember 2022

von Alettas Titten und der schlechtesten Party des Jahres

 ...
In der Folge von Corona sind die wenigen events, auf
denen man mal als Angestellter zentral zusammenkommen
und seine Kollegen wiedersehen kann, rar geworden:

Scheißegal, was alle unsere Konzerne da immer predigen in
Sachen "come together" und "networking" und dem ganzen
Gesabbel, wie wichtig in diesen schweren, herausfordernden
Zeiten doch gerade der persönliche Austausch sei - das süße
Corona-Lerngift, wie unglaublich stark man die Reisekosten
und Eventaufwendungen absenken kann, ohne dass die Leute
kündigen, dieses süße Gift haben sie alle sehr gerne geschluckt.

Und jetzt wollen sie nicht mehr davon weg.
Die Budgets sind längst planmäßig runtergedampft worden auf
Bruchteile ihrer prä-Corona-Größe, und sie kommen auch
nicht mehr wieder.

Bei mir persönlich kam im ablaufenden Jahr hinzu, dass die sehr
wenigen events, die es tatsächlich noch als Präsenzveranstaltung
gab, in Zeiten stattfanden, in denen ich entweder selber an Corona
erkrankt oder im Sommerurlaub befindlich war.

Tatsächlich war ich bis letzter Woche nur auf einer einzigen
Veranstaltung gewesen: Dem Start-evenr für das ablaufende Jahr.

Natürlich waren von ganz oben per Order by Mufti auch alle
lokalen, kleinen feinen Weihnachtsfeiern  abgesagt worden (welche
aus Abrechnungsgründen selbstverständlich nicht so heißen dürfen).

Die Budgets wurden einkassiert - statt dessen sollte es eine zentrale 
Jahresendveranstaltung geben, die dann sozusagen in alle dezentralen
Stellen per Eventradio live übertragen wurde, und in den Zweigstellen 
konnte man dann aus was-weiß-ich-woher quer durch die Republik
anreisen und dort ebenfalls bei Glühwein und DJ-Musik feiern.

Ok, was man halt so "feiern" nennen kann:

Bei einer Veranstaltung mitten in der Woche,
bei Anreisen von teils weit über einer Autostunde,
mitten im Jahresendgeschäft und anderntags bereits
bei den Allermeisten anstehenden Folgeterminen,
und natürlich noch mitten in der Schulzeit, vor Ferienbeginn.

Wie bescheuert kann man eigentlich sein.

Trotzdem bin ich da hin, hatte mir sicherheitshalber von wegen
Alkoholkonsum auch ein Hotelzimmer 800m um die Ecke besorgt
und dort rechtzeitig eingecheckt.

Und übrigens, woran erkennt man, dass man in einem Hotel
im Schwabenland untergebracht ist?
Richtig:


Der Fußweg von dort ist eisig, aber mit 8 min nicht weit.
Als ich eintreffe, sind zu meiner Überraschung fast alle schon da,
- ein erstes Zeichen für das, was dann noch kommen wird (FIFO).

Bei der ersten Runde durch die Reihen begrüße ich lange nicht mehr
gesehene Kolleginnen und Kollegen, tausche erste Smalltalks á la
"Wie war das Jahr bei Dir?" aus und kann mich an der (self service-)
Theke gar nicht entscheiden, ob ich jetzt schlechtes Bier, Kinderpunsch
oder Glühwein haben will.

Auch sind alle unsere Vorgesetzten schon da, sie hocken beisammen,
wie immer, sie waren zwar schon den ganzen Tag beisammen (Tagung),
aber Führungsaufgabe, die endet ja nie, ein steter Drang zu Austausch,
immer alert, immer im Dienst, immer die Ohren offen.

Ich gehe in den Dart- und Kickerraum, lasse mich an Letzterem mit
2 : 9 von einem Kollegen abzocken, siege dafür im Dart und habe
dann endlich Durst genug für schlechtes Bier aus Ulm.

Meine Ex-Chefin wirkt entspannt. Ihre Zahlen waren zuletzt wirklich gut.
Sie wirkt nicht sonderlich unentspannt über das kommende Jahr, welches
ohne meine Betreuung und Arbeitskraft stattfindet.'

Manchmal denke ich, wir nichtleitenden Mitarbeiter,
wir sind alle nur Mittel zum Zweck.

Sobald wir nichts mehr beitragen können zum Erfolg unserer
Führungskräfte, erkaltet das Interesse an uns schneller als jede Herdplatte.


Als die Musik losgeht, immer wieder interveniert von den typisch
lächerlichen DJ-Ansagen, die man wirklich nur Firmenfeiern verkaufen
kann, die aber in einem echten Radiosender zur sofortigen Absetzung
des DJs führen würden, wird erstmal 80er-Zeugs aufgelegt.
War ja nicht anders zu erwarten, bei unserem Durchschnittsalter.

Kurz danach öffnet das mit bescheiden noch euphemisierte Buffet aus
Warmhaltecontainern mit 1 Hauptspeise und 1 Vegetariergericht, ich
probiere beide, teste dann die 1 Nachspeise im Minigläschen und denke
mir zum ersten Mal heute, dass ich eventuell doch nicht soooo alt werde
heute hier.

Die sparen sich die letzten zwei Coronajahre hier hunderttausende an
Euros, und dann so einen Fraß und genau zwei Biersorten?

Ah ok, ich hab das Radler aus der Flasche vergessen: Drei Biersorten.
Alle vom gleichen Hersteller. 
Ich hatte schon eigene Gartenparties mit mehr Biervielfalt.
Aber: Schnee von gestern. Nicht so viel daran denken.

Noch zwei, drei etwas tiefergehende Gespräche, und dann steht
auf einmal schon jemand mit der Jacke überm Arm hinter mir.

Er winkt kurz in die Runde, lächelt nickend -und verabschiedet sich.

Und ich denke so Häää?!, wer kommt denn bitte aus 80 min Distanz
für zwei Stunden hierher und fährt dann wieder 80 min?!


Und dann denke ich, mich tritt ein Pferd:
Dutzende scheinen nur darauf gewartet zu haben, dass der Erste geht:
Auf einmal erheben sich reihenweise Menschen und spurten
nach ihren Winterjacken.

Ok, zwischendrin lief mal alberner Partyscheiß vom DJ,
ok bei Manchen wartet das schulpflichtige Kind daheim,
ok Mancher  hat morgen früh gleich wieder ne Tagung (wieso eigentlich??).

Ich blicke kurz auf mein Handy: 19.15 Uhr.  WTF!?

Zwanzig Minuten später ist hier im Prinzip alles gelaufen:
Die Horden der sich Verabschiedenden sind weg, auf einmal gibt
es überall an den Tischen Sitzplätze, der DJ verteilt noch schnell
alberne Karaoke-Teilnahmezettel an den Tischen, aber das hier
ist durch für heute.



Inzwischen läuft Rammstein, es gibt genau NULL ausgefüllte
Karaokelisten, der DJ steht in einem leeren Tanzraum und isst
Buffetware, und um 19.50 Uhr sind inklusive der Zimtenen und mir
noch ganz genau 7 Leute auf der großen Zweigstellenparty.

Die Zimtene hat seit Monaten nicht mehr mit mir geschrieben
oder geredet. Meine letzte Nachricht, verbunden mit einer Einladung,
wurde nie beantwortet. Heute wäre eine gute Gelegenheit mal für
eine Aussprache, aber sie wirkt nicht interessiert und mir geht es
- mit Verlaub- inzwischen am Arsch vorbei, was Leute von mir denken.

Zeit, aus diesem Abend noch was Sinnvolles zu machen - ich verabschiede
mich ebenfalls, hole meine Jacke, laufe ins Hotel zurück, checke dort
keine 4h nach dem Einchecken wieder aus und setze mich stocknüchtern
wieder ins Auto nach Hause.

Auf dem Heimweg höre ich sanfte Musik, der Mond steht auf Dreiviertel
voll, aber er hängt warm und groß leuchtend irgendwie von oben herab,
wie eine große weibliche Brust aus dem dunklen Nachthimmel, die
Ähnlichkeit ist frappierend, ich suche in meiner Erinnerung nach der
passenden Brust und finde sie bald:

Da oben hängt Aletta Ocean aus dem Himmel, kein Zweifel.
Ich bin fasziniert vom abendlichen Tittenmond, grinse über mich selber,
treffe noch vor 21 Uhr wieder daheim ein, lade meinen kleinen 
Übernachtungskoffer wieder aus.

Ich überprüfe anhand einiger gespeicherter Videowerke mit Aletta Ocean
sodann den Wahrheitsgehalt meiner Mondeinschätzung,
stelle zufrieden fest, dass ich Recht hatte, und begehe dann den Rest des
Abends so, wie ich ihn lieber gleich begangen hätte, während ich mit
Ibuprofen versuche, die Kopfschmerzen von den zwei schlechten Bieren
wegzubekommen:



25 Dezember 2022

Schtschedryk


Schtschedryk ist der Name eines heidnischen Volksliedes.

Es erzählt die Geschichte einer Schwalbe, die zu einem Wirt fliegt
und ihn ruft, damit er auf seine Schafherde schaut, wo viele
Lämmer geboren wurden - das bedeutet Wohlstand für den Wirt,
er kann nun viel Geld verdienen. Zudem hat er eine schöne
Ehefrau mit schwarzen Augenbrauen.

Wir kennen das Stück eher unter seinem Namen, der im
Anglo-amerikanischen Raum und mit neuem, weihnachtlichem
Text verwendet wird:  Carol of the bells.

Ich höre das Stück in seiner instrumentalen Gitarrenversion
nur noch selten, aber wenn, dann um die Weihnachtszeit herum.
Es passt so schön da hinein.
 
Und bedenkt man, dass es eigentlich ein ukrainisches Volkslied
ist, und dass wir in Zeiten wie diesen ganz besonders an jene
denken sollten, die sich auch wieder Frieden und Frohsinn wünschen
und so sehr verdient hätten, passt es vielleicht noch ein bisschen
besser.








22 Dezember 2022

Waschkram

 
Galaxie Waschkeller, Raumzeit Samstag morgens.

Wieder einmal stehe ich vor der schleudernden
Waschmaschine.
Und das, obwohl ich auf die anfangs angezeigte Zeit
im Display schon knapp 15 min drauf gegeben hatte.

Und die letzte Minute Schleudern ist ja bekanntlich die
längste Minute der Welt, wenn man wartet und wieder
hoch in die warme Wohnung will.


Aber sie schleudert noch.
Gründlich tut sie das.

Nur auf die Zeitangaben verlassen kann man sich
nicht mehr so besonders.
Ist halt auch schon älter.
Dann warte ich halt.


Dabei fällt mein Blick erstmals wieder auf die Seite
der Maschine - tatsächlich klebt dort nach all den
Jahren noch der Energieausweis, also noch der alte,
der bis vor zwei Jahren glaube ich eingesetzt wurde.

Der, wo es noch das total sinnbefreite Label A+++ gab,
Sie erinnern sich.

Aber keine Sorge, interessehalber habe ich mir
danach mal die Datenblätter von heutigen, modernen
Maschinen angesehen, und ich verspreche Ihnen:
Da verstehnen Sie kein Wort mehr von dem.
was da drin steht.

Und da steht dann auf die kw/h-Angabe mit drauf.



Interessanterweise finden Sie genau diese Angabe fast kaum noch
auf den Datenblättern und Labels moderner Maschinen, dafür aber
mehrere andere null-komma-irgendwas-Faktorangaben, mit denen
kein Mensch was anfangen kann.

Naja, ich habe dann doch noch eine Tabelle im web gefunden,
und wen hätte es überrascht, heutige Maschinen in der 8kg-Klasse
sind in der vergleichbaren Liga ca. 30-35% stromeffizienter.

Aber die alte Bosch tut noch.
Und was noch tut, wird hier nicht aufgegeben.


20 Dezember 2022

von innerer Einkehr


Noch ein paar Tage, dann versammeln wir uns alle
wieder, die wir Freunde und Familie haben, umeinander.

Noch besser haben es jene, die einen Liebsten oder eine
Liebste haben: Dort sein zu können, zu dürfen, wo man sein
möchte, ist ein Geschenk, keine Selbstverständlichkeit.

Eines, mit dem wir behutsam umgehen sollten.

Oft genug stellt dieses Geschenk sich als temporär heraus
- als ein Wanderpokal, der eines Tages weiterzieht,
hin zu jemandem, der schon auf ihn wartet, sehnsüchtig,
der ihn herbeigesehnt hat seit so Langem.

Der ihn nun mehr verdient hat als wir,
so sieht es zumindest das Schicksal.

Für meinen Teil empfinde ich derzeit große Dankbarkeit.
Dafür, dass ich eine Liebste habe, für die ich ein Liebster
sein darf:

Dafür, dass ich nirgends sein muss, wo ich nicht sein
möchte, dass ich dort sein darf, wo ich wohlgelitten bin
und wo ich sein mag.

Ich stehe morgens im Bademantel und mit einer
dampfenden Tasse Kaffee in der Hand oft am Fenster,
mit einem Gefühl innerer Einkehr, schaue auf die
vom Nachtfrost überzogenen Felder, sehe den vereinzelten
Schneeflocken bei ihrem märchenhaft langsamen und
flüsterleisen Fall zu und weiß einmal mehr nicht, wo
dieses Jahr nur so schnell hin vergangen sein mag.

Nach und nach sind die anstrengenden, die wütenden,
die traurigen Momente in ihm über die letzten Wochen
und Monate verblasst.

Mehr und heller treten die schönen, die zarten,
die großmütigen und gütigen Momente und Gedanken
in den Vordergrund, wie das Licht einer kleinen Kerze
ganz tief im Inneren, welche sich auf den Weg nach
draußen bis ganz hinauf zu meinem Gesicht einer
erloschenen Fackel nach der anderen angenommen
und sie wieder angezündet hat.

Nun freue ich mich auf die Weihnachtstage.
Und darauf, für Jemanden jenes Licht zu sein,
der es sich so sehr gewünscht und verdient hat.

So sehr verdient, wie ich mir nie hatte vorstellen können,
einmal so wichtig zu sein. 

Ein so schönes Geschenk ist das.
Ich werde gut darauf achtgeben.


18 Dezember 2022

beim Kartoffeln schälen


Wenn ich in der Küche stehe und Kartoffeln schäle,
denke ich immer an die gleiche Erinnerung, und sie
lässt mich auch nach all den Jahren immer noch lächeln.

Ich bin vielleicht 9 oder 10 Jahre alt, zu diesem Zeitpunkt
lebt mein Vater schon mit mir alleine, von wechselnden
Frauenaufenthalten bei uns zuhause einmal abgesehen.

Wir stehen zusammen in der Küche, ich auf einem kleinen
Hocker, damit ich besser an die Arbeitsfläche rankomme.
Wir schälen Kartoffeln, ich mit meinem Beatles-Haarschnitt,
und mein Vater neben mir, ohne Schürze.

Er hat es geschafft, mich für das Kartoffelschälen zu begeistern,
mit einem kleinen feinen Trick hat er das, und zwar sagte er
mir auf den Kopf zu, dass ich es nicht schaffen würden, eine
Kartoffel mit dem Schäler in genau 10 Zügen komplett
frei zu schälen!

Das kann der kleine Junge natürlich nicht auf sich sitzen
lassen, also nimmt er sich unter den grinsenden Augen seines
Vaters eine Kartofel nach der anderen vor, bis er das System
perfektioniert hat:

Erst 2 Schälstriche auf der Nordkappe,
dann 2 Schälstriche auf der Südkappe,
blieben noch 6 Schälstriche, um die Kartoffel rundherum
nackig zu machen!

Und es gelingt, immer unter den lächelnden Augen meines
Vaters, bei besonders dicken Kartoffeln muss ich an Nord-
und Südkappe mit jeweils nur 1 Schälstrich auskommen, weil
ich die restlichen 8 für den dicken Kartoffelbauch benötige.

Ich würde dann auf den Kappenseiten einen kleinen Trick
anwenden und die Polkappen in einer Kurvenbewegung
schälen, um aus dem einen Schälstrich möglichst viel Effekt
herauszuholen!
Und mein Vater würde dann wie ein Santa Claus "HoHoHo!"
rufen und einwenden, dass das geschummelt sie und nicht zähle.

Ab und an würde mein Vater mir auch eine fertige Kartoffel aus
dem Kochtopf nochmals zurückreichen, weil ich in meinem Eifer,
auch ja unbedingt genau 10 Schälstriche zu verwenden,
so manches Mal ein wenig die Sorgfalt vernachlässigt hatte.

Dann würde ich minimal schmollend nacharbeiten, doch bald
wäre alles fertig und der Topf könnte aufgesetzt werden, 
wir würden uns die Hände waschen, gemeinsam,
meine kleinen Hände innen, seine großen Hände außen um
meine drum herum und dann würden wir sie feste im Handtuch
abrubbeln und wir würden uns noch auf meinem kleinen Hocker
stehend umarmen und festhalten.

Daran muss ich denken, immer, wenn ich Kartoffeln schäle.

Ich muss es, obwohl es gar keine Erinnerung ist.
Das da ist nie passiert.
Kein einziges Mal.
Nie stand mein Vater mit mir in der Küche, und wir haben
deshalb auch nie gemeinsam am Herd gewerkelt.

All das ist nie geschehen.
All das ist nur in meinem Kopf.
Wie so Vieles, was es nur dort gibt.
Und das dort einen Zweck erfüllt.

So sehr habe ich mich an diese schöne Phantasie gewöhnt,
dass sie fast schon zu einer Erinnerung geworden ist.
Zu einer, die das, was war, in sanft leuchtende und warme
Farben getaucht hat.

In Farben, die ich lieb gewonnen habe.




16 Dezember 2022

von gelösten Leinen


Viele waren ja ohnehin nicht mehr übrig geblieben
aus meinem vorherigen Eheleben:

Die Mehrheit der früheren Bekannten und freundschaftlich
Verbundenen hatten sich eine Seite der Geschichte angehört
und danach entschieden, nicht mehr abzuwarten, bis ich
bereit gewesen sein würde, eine weitere (meine) Seite beizutragen.
Fairerweise gebe ich zu: Manche waren auch unrettbar
enttäuscht davon, dass ich über sie gebloggt hatte.

Geblieben waren die Zimtene, der Büffel und der Mensch mit den
Scherenhänden.

Der Menschen mit den Scherenhänden hatte seiner Enttäuschung
Ausdruck verliehen und danach nicht wieder nach einem Treffen
zu zweit oder einem Abendessen plus Bier oder so gefragt,
geblieben ist eine freundliche, bekanntschaftliche Dienstleistungs-
beziehung.

Die Zimtene hatte irgendwann auf eine Nachricht, verbunden mit
einer Einladung von mir und meiner Freundin, nicht mehr reagiert
und hatte sich danach nie wieder gemeldet.

Das war vor ein paar Monaten.
Letzte Woche war ich ihr zufällig in einer Zweigstelle von uns
begegnet und sie tat erfreut, wirkte aber unglaubwürdig darin und
fragte nur, ob ich nächste Woche auch auf die große Weihnachtsparty
unseres Betriebes kommen würde. Da sähe man sich ja sicher.
Ja, sicher, war meine Antwort gewesen.

Und dann war da das Treffen zum Burger mit dem Ex-Kollegen,
eigentlich schon Freund, der irgendwann wie die Katze um den
heißen Brei herumzuformulieren begann mit sanften Fragestellungen.

Ja, ich hatte diese Gerüchte schon mal gehört.
Nein, ich hatte bisher keine Quelle dazu erfahren können.

Und dann wollte er mir partout nicht sagen, wo ER das her
gehabt hatte.

"Ich will ja nur, dass DU es weißt!" hatte er gesagt.

Und ich hatte erwidert, dass ich von einem Freund es 
tatsächlich erwartet hätte, dass er mir auch Ross und Reiter
nennt, schon allein weil die Kenntnis allein mir gar nichts hilft,
helfen tut es mir nur, wenn ich weiß, wer was wann gesagt hat.

Und dass dies eben der Unterschied für mich sei zwischen
einem entfernten Kollegen und einem Freund:

Ein Kollege sagt so Sachen wie "ich kann es Dir nicht sagen,
aber das und das hab ich eventuell gehört", und ein Freund
hilft dabei, sich selbst zu helfen.

Sichtlich angeschossen rückte er dann widerwillig mit
den Namen heraus.

Um sogleich und sehr betonend nachzuschieben:
"Mach was Du willst damit, aber ich sag's Dir,
wenn Du damit zur Staatsanwaltschaft oder sonst wo
hin gehst, dann sag ich, ich hab Dich seit sechs  Jahren
nicht mehr gesehen und ich hab mit Dir nie geredet und
ich wüsste nicht, wo Du das her hast!"

Und so sind wir dann verblieben, wechselten das Thema,
tranken Quilmes und lachten auch irgendwann wieder.

Zuhause dann, nachts im Bett, hatte es zu denken begonnen.

Ist das Kennzeichen eines Freundes nicht, dass er Einen dabei
unterstützt, sich zu wehren? Hilft ein Freund nicht wenigstens
dabei, sich selbst zu helfen? 

Andersum:
Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Freund so etwas sagt wie
"sobald Du etwas tust, was richtig ist, werde ich die Seiten wechseln?"

Das erscheint mir geradezu bizar unwahrscheinlich.
Also: War die zugrundeliegende Grundannahme verkehrt.

Und so haben sich nach so vielen Jahren auch die Leinen dieser
letzten alten Verbindung nun gelöst, die von viel Freude, viel gemeinsam
Erlebten und viel Musik, Lachen und interessiertem Austausch geprägt war.

Es fühlt sich ein bisschen so an, als säße ich auf einem kleinen Boot,
das die letzten Jahre mit mehreren Leinen vertaut und gesichert war.

Dann kam ein Sturm, und nun, lange nach dem er sich gelegt hat,
lösen sich auch die letzten haltenden Leinen wie von Geisterhand auf
und geben das Boot frei.

Es kann nun langsam aus dem alten Hafen hinaustreiben.
Das Meer hilft ihm dabei.
Sanft und langsam.

Sieht so aus, als bekäme es gutes Wetter für die Fahrt.

14 Dezember 2022

von Sockenpuppen und norwegischer Putzmusik

[ 'ist im weitesten Sinne ein repost,
ich weiß.

Aber erstens sind alle meine posts aus den
letzten zehn+ Jahren gelöscht (von mir).

Zweitens war mir danach.

Drittens brauchen Sie alle dringend mehr Kultur,
ich spüre das immer wieder. ]


Ist Ihnen auch schon so weihnachtlich zumute?
Mir auch.

Und was könnte intensiver und stimmungsvoller auf
die Weihnachtstage vorbereiten als norwegischer Death Metal?

Richtig: Nichts.
( anders als ich haben die meisten von Ihnen
für Weihnachten noch Familientreffen bevorstehen
und besitzen so was wie Schwiegereltern
- da kann Einem schon mal leicht
schwarzmetallisch im herzen werden.) 

'Habe deshalb gestern in einem Anflug von kultureller
Aneignung* mein Gesicht weiß angemalt (war eigentlich
nur mal wieder fehldosierte Gesichtscreme) und anschließend
alle 3 verfügbaren Musikalben von IMMORTAL durchgehört.

Am Stück.
Beim Putzen der Wohnung.

* noch so eine Phrase, die es
vor 2022 gar nicht gab.

Erkenntnisse des Tages:
  • 95% der Musikstücke von IMMORTAL sind Kacke.
    Die verbleibenden 5% hätte sogar ich besser produziert.

  • die Wohnung ist mit um ca. 20% schneller fertig geputzt
    als ohne Immortal.
    Das liegt u.a. daran, dass man hochmotiviert ist, die Hände
    wenn möglich rasch aus dem Putzwasser und aus den
    Handschuhen raus zu bekommen, damit man endlich
    das Gebrüll ausmachen bzw. weiter skippen kann.

  • Nach 3 Alben IMMORTAL, einem Musikgenre, das sich nicht
    auf "leise" hören lässt und aus diesem Grund über die 3 Alben
    hinweg auch nicht leise gehört wurde in der Wohnung,
    verstummen im Haus sämtliche anderen Geräusche und man hört
    von seinen Nachbarn - keinen Mucks mehr. Rein gar nichts.
    Muss ich mir merken, den Trick.

Zu IMMORTAL kam ich übrigens über die erste (von inzwischen 5)
SOCK PUPPETS Parodien, in welcher der (für mich beste) Bandsong
ALL SHALL FALL samt der Band parodiert wurde.

Mit der bemerkenswerten Leistung, dass die Parodie musikalisch
besser war als das zugrunde liegende Original.

Und weil's so schön war und Gutes wiederholt werden muss:

Immortal Christmas.

12 Dezember 2022

von neuen Ufern in blau-weiß

 
Erstens kommt es anders.
Und zweitens als man denkt.

Ein weiteres (drittes) Gespräch mit meinem Chef
(und zum dritten Mal durch mich initiiert) brachte
eine erstaunliche Wende in meinen Planungen für
das kommende Jahr in beruflicher Hinsicht.

Nicht nur, dass die Entscheider mit mir jetzt was
Anderes machen als die letzten 5 Monate erzählt
wurde. 

Sondern ich werde zum ersten Mal in über zwanzig
Jahren in diesem Job nicht mehr für den Großraum
Stuttgart zuständig sein in meiner Betreuung.

Statt dessen betreue ich im Jahr 2023 ausschließlich
nur noch Vertriebspartner in Bayern.

Zwar ist das der groben Langzeitplanung nach nur
eine Veränderung explizit für das eine Jahr 2023.
Danach könnte ich wieder zurück nach BaWü.

Aber wenn nicht, dann könnte ich auch vielleicht
bei den Bayern bleiben - vorausgesetzt, ich würde
dann in mein Betreuungsgebiet umziehen, der Kosten
halber.

Denn jetzt werden für 2023 erst mal eine Menge an
zusätzlichen Hotelübernachtungen usw. anfallen.
Von einer auf ca. 60-65 tkm ansteigenden Jahres-
fahrleistung im Dienstwagen ganz zu schweigen.

Ich habe meinen Chef schon mal ganz behutsam auf
ca. achtzig Auswärtsübernachtungen im Jahr eingestellt,
was ca. achttausend Euro Reisekosten impliziert.

Plus Weiteres, was mit "auswärts bleiben" verbunden ist.
Hatte er keinerlei erkennbaren Schmerz mit.

Ok, 80 waren geplant übertrieben.
Ein Bisschen ins Blaue geballert.
Zwei Mal, an 2 getrennten Gelegenheiten brachte ich das an.
Beide Male hat er - nicht gezuckt.

Nachdem ich da jetzt ein paar Nächte drüber geschlafen habe
fange ich mehr und mehr, die Vorteile dieser neuen
Gebietsaufteilung für mich zu sehen:

  • ok, ca. 15.000 km mehr pro Jahr - aber Dienstreisen
    sind bezahlte Arbeitszeit. Und ich kann noch mehr
    und länger meine Musik hören im Auto.*

  • bezahlte Auswärtsübernachtungen im Allgäu,
    Garmisch-Partenkirchen und rund um Ammersee
    und Starnberger See?
    Da gibt's sicher schlimmere berufliche Schicksale.
    Und daheim wartet ja abends niemand auf mich.

  • mal raus kommen aus dem Kesselmief von Stuttgart,
    mal ein Jahr Abstand kriegen zu all den alten Vögeln,
    an die man sich schon etwas zu gut gewöhnt hatte,
    mal mit einer anderen Mentalität zusammenarbeiten
    als der schwäbischen?
    Klingt verlockend.

  • in Bayern einer jungen, spürbar entspannteren 
    Gebietsführungskraft zuarbeiten, welcher kein
    Excel-Fetischist ist und der Führung (zumindest
    noch) nicht als Controllingtätigkeit begreift?
    Kommt mir entgegen. 

Noch ist nichts davon offiziell raus gegeben worden.
Noch wissen die Vertriebspartner nichts davon, dass ich
in gut 2 Wochen hier nicht mehr zuständig bin.

Jetzt bin ich gespannt, was diese Nachricht für eine
Reaktion hier im Vertrieb auslösen wird. 
Wut, Empörung, Trauer, Verzweiflung, Panik, Unverständnis?

Meine Einschätzung: Gar nichts davon.
Es wird absolut nichts davon eintreten.

Die Arbeit der letzten zwanzigplus Jahre,
die eingebrachten Geschäftsabschlüsse,
die aberhunderte gelösten Probleme,
die mehr als tausend Beratungen, die sonst anders
oder ehr auch gar nicht gelaufen wären?

All das ist wertloser, gelber Schnee von gestern,
nichts davon bleibt, und nichts wird Einem gedankt werden.

Einem einzigen freundschaftlichen Kollegen hab ich
bisher davon erzählt.
Und davon, dass ich 2024 evtl. entscheiden muss ob ich
nach Bayern ziehe oder hier in BaWü bleibe.

Der wusste auch, dass ich erst vor 9 Monaten umgezogen bin.
Und fragte danach nur:

"Hast Du eigentlich die 5 noch fehlenden Deckenleuchten
bei Dir schon aufgehängt?"


"Nein, wieso?"

"Ich würd's bleiben lassen."


Interessant, das ausgerechnet von einem Schwaben zu hören.
Wir werden sehen.

* apropos "Musik im Auto:

Derzeit nehme ich mich als sanftmütigen
und ruhigen Geselle wahr, auch und gerade am Steuer.

Daher höre ich aktuell tatsächlich nur noch das hier.
Die ganze komplette Stunde am Stück.


10 Dezember 2022

vom fremden Pullover

An den merkwürdigsten Orten habe ich bereits
meine Sachen wiedergefunden.

Der Autoschlüssel im Topf vom Drachenbaum.
Das Handy im Kühlschrank.
Das Portemonnaie neben der Lavalampe.

Und die Innentaschen meiner diversen Jacken
sind wahre Zeitmaschinen. Erst neulich fand ich
eine Seilbahnkarte von 2019.

Nur: Immer waren das bisher meine Sachen gewesen:
Was irgendwo auftauchte, war meines.

Diese schöne und auch nachvollziehbare Tradition brach 
neulich ein grauer Wollpullover mit Zopfmuster in der
Größe 58, den ich aus meinem Wäschekorb im Schlafzimmer
beim Sortieren der anstehenden Wäsche zog.

Bereits beim Herausziehen von ganz unten aus dem Wäschekorb
wusste ich: Das da ist kein Teil von Deinen.

Erstens fühlte sich der Stoff ganz und gar unvertraut an,
und ich kenne alle meine Klamotten.

Zweitens würde ich niemals einen groben Wollpulli kaufen.

Dritten würde ich absolut niemals ein Zopfmuster tragen
(die 90er sind vorbei, meine Freunde).

Viertens kaufe ich nie Rollkragenpullis, ich habe in ihnen
das Gefühl, gewürgt zu werden.

Und fünftens habe selbst ich in meinen umfangreichsten
Zeiten nie, nie nie Größe 58 getragen. 

Mein erster Gedanke war:
Der muss irgendwie unten in der gemeinsamen Waschküche
von jemand Anderem mit in meinen Wäschekorb gekommen sein.


Diese Erklärung scheiterte an 3 Punkten:

1. Alle wurden befragt, Keinem gehört der Pulli.

2. Niemand im Haus könnte je Größe 58 tragen.

3. Der Fundort war in meiner Wohnung, nicht in der Waschküche.
Und dort wäre er mir in meinem Wäschekorb 100%ig bereits
im Keller aufgefallen. Außerdem ist Wäsche aus dem Keller
frisch gewaschen und landet nicht nach oben getragen nass
im Wäschekorb.

Ich habe in das Schildchen im Kragen geschaut, da steht
WATSON'S.

Also heißt er jetzt Watson.


Erstmal habe ich Watson gewaschen und zusammengelegt,
vielleicht klärt sich seine Herkunft noch auf.

Noch gehe ich von einer harmlosen Erklärung aus.

'Wäre auch ein bisschen viel Verschwörungstheorie, wollte
man unterstellen, jemand sei in meine Wohnung eingedrungen,
um mir einen fremden Wollpulli in die Wäsche zu legen.

Und so lange ich keine toten Tiere aus meinem Wäschekorb
ziehe, fühle ich mich auch noch ganz sicher^^.



08 Dezember 2022

was Einen verfolgt

 
Schon erstaunlich, was Einen so verfolgt.
Was an Einem dran bleibt, was einfach nicht mehr weg will.

Es gäbe genug "reale" Erlebnisse und Geschehnisse, die
eher das Potenzial hätten, mir anzuhaften, in der Erinnerung
zu bleiben, als ein Comic. 

Vielleicht ist es sogar so, dass mir eine Menge an Dingen,
die ich getan, gesagt, oder unterlassen und nicht gesagt hatte,
wohl besser mal im Kopf, im Gedächtnis geblieben wären
als so ein Comic.

Aber erstens ist es nun mal so - dieser Comic verfolgt mich,
ich denke immer wieder an ihn, seit Jahren, ich hatte das letzte
Bild aus ihm für gute drei Jahre sogar ausgedruckt direkt vor mir,
an meinem Bildschirm.

Jeden Tag sah ich ihn an, jeden Tag gab ich ihm die Gelegenheit,
mich ein kleines bisschen zu foltern, mich mit Nase und Kopf
täglich direkt drauf zu stoßen.

Der Comic ist inhaltlich die Neuerzählung einer Geschichte,
die Jeder kennt:

Der Froschkönig.

Sein Erschaffer heißt Pedro Arizpe - von ihm gibt es auch
fröhliche Comicstrips, aber speziell das Jahr 2015 (aus dem
auch dieser hier ist) scheint eher ein Jahr der Nachdenklichkeit
für den Künstler gewesen zu sein.

In dieser Comic-Version hat der Froschkönig eine Partnerin, 
eine Froschfrau, die von seiner Verzauberung nichts wusste.

Und die weinend und trauernd zurückgelassen wird, in ihrem
Teich, als der Frosch erst geküsst und entzaubert für immer
seine nasse, frühere Welt verlässt.

Während ich meine Freundin kennengelernt hatte und sie
regelmäßig zu treffen begonnen hatte, war ich noch verheiratet,
und einer der Gründe, nie offen mit meiner Exfrau darüber geredet
haben zu können, war dieser eine Gedanke:

Ihre Trauer, Ihre Enttäuschung zu sehen, bei einem Menschen,
der aus meiner Sicht so sehr das Gegenteil, also Glück, Zuversicht,
Verlässlichkeit, lebenslange Treue verdient hätte,
dieser Gedanke hat mich jahrelang nachts verfolgt.

Und dieser Frosch-Comic war sozusagen die Verbildlichung 
von etwas, das sich ohnehin als unausweichlich abzuzeichnen
begonnen hatte. Und vor dem wegzulaufen als Reaktion
ich mich entschieden hatte.

Die nächste Frage müsste, sollte nun lauten: Weshalb?

Wieso hast Du Dir das angetan, diesen täglichen Horror-Comic,
was war Deine Veranlassung, Dich damit selbst zu quälen?
Welchen Zweck erfüllte diese offensichtlich schädigende
Handlungsweise für Dich?


Gute Frage, immer noch, auch nach der langen Zeit noch.

Vielleicht versuchen wir in Zeiten der Ratlosigkeit und des
Zögerns eine Orientierung zu finden, einen Impuls für eine
Entscheidung herauszukitzeln, der uns das Aktivwerden
vielleicht irgendwie erleichtern könnte, der den zu erwartenden
Schmerz irgendwie überwindbar erscheinen lassen möge.

Vielleicht ist das "wir" an dieser Stelle auch zu sehr
unrechtmäßig vereinnahmend.
Vielleicht bin auch einfach ich nur so.

Vielleicht war es in mir verankert, angelegt, ein wiederkehrend
begangenes Unrecht abzugelten mit wiederkehrend selbst
zugefügtem Konflikt, Leid, ein sich Abarbeiten an der eigens
und vollständig selbst verursachten und fortgeführten Situation?

Kann sein.

Vielleicht überschätze nur ich diese vermeintliche Rolle,
die ich vielleicht einmal eingenommen haben mag im Leben
meiner Exfrau?

Vielleicht überhöhe ich diese Rolle, um eine nachträgliche
Rechtfertigung für meine Entscheidungen zu erlangen.

Und vielleicht hätte die erdrückende Mehrheit aller Anderen
in meiner Rolle, an meiner Statt einen Weg gefunden,
klüger, fairer, direkter, ehrlicher, aufrichtiger zu agieren.

Offen gesagt erscheint mir dieser Gedanke absolut plausibel.

Nicht, dass mich das hier und heute zu einem besseren Menschen
machen würde - Erkenntnis allein vermag das nie.

Aber erstens ist sich selbst zu erkennen und zu begreifen
eventuell nicht der verkehrteste erste Schritt.

Und zweitens vermag ich zwar wirklich keine Aussage darüber
zu treffen, was Andere so quält, was sie treibt, was sie verfolgt.

Aber bei ein paar der Sachen, die das bei mir so tun, bin ich
schon ganz froh in meinem Glauben daran, dass Anderen
diese erspart bleiben.

Und besonders freut mich der Gedanke, dass meiner Exfrau
diese meine speziellen Verfolger erspart bleiben. 

Sie wird dafür andere, mir mutmaßlich unbekannte Verfolger
ihr Eigen nennen.

Aber diese hier, das sind halt meine.
Egal wie albern oder unnachvollziehbar sie 
Manchem erscheinen mögen.



06 Dezember 2022

digisocial detox

 

So nach und nach habe ich angefangen,
mich aus sozialen Medien zurückzuziehen.

Angefangen hatte alles mit einer neuen Handynummer:

Aus irgendeinem gutgemeinten Gedanken heraus hatte
ich Menschen aus meiner "alten Welt", vormals lieb gehabten
oder auch nur wohlbekannten Teilnehmern meines alten,
zurückgelassenen Lebens meine aktuelle Handynummer
zukommen lassen.

Das war schon für die 90% der Menschen nicht mehr sinnvoll,
die sich nach der Trennung und Scheidung für eine Meinung
über mich entschieden hatten, die kaum noch den Verdacht zuließ,
sie würden meine aktuelle Rufnummer überhaupt noch wollen.

Wie sich aber in den letzten 12 Monaten herausstellte,
benötigten auch die verbliebenen anderen 10% sie nicht mehr.

Oder zumindest nicht in der Art und Weise, wie ich das ihnen
zugedacht hatte.
Es war also an der Zeit für eine Adressbuchbereinigung.

Wie schnell der Wechsel der Handyrufnummer vonstatten geht,
wenn man beim gleichen Anbieter bleibt, hatte mich aber
baff erstaunt:

Nicht einmal zwei Minuten.
Die Nummer war schnell rausgesucht, die Email mit der
Bestätigung war für "binnen 24h" angekündigt, sie war aber schon
nach einer Minute da, die neue Rufnummer lief sofort!

Was ich nicht gleich bedacht hatte war, bei wievielen accounts
und logins meine Handyrufnummer hinterlegt war und nun
abgeändert werden musste!
Daran saß ich dann locker 3 Stunden.

Dabei fielen mir eine MENGE selten oder gar nicht mehr
genutzter Accounts auf.

Das nutzte ich zur nächsten größeren Bereinigung:
Löschung von Zugängen, Kündigung von Depots usw.

Und dabei fiel mir auch mal wieder auf, wie sinnlos so
berufliche Netzwerkplattformen sind und -vor allem-
wie unglaublich zeitfressend Instagram und Twitter sind.


Von Facebook hatte ich mich ja schon vor sechs Jahren nach
sehr kurzer Verweildauer zurückgezogen: Die Funktionsweisen
und Ziele der dort verwendeten Algorithmen erschienen mir
geradezu irrwitzig offensichtlich, die Inhalte banal und die
Art und Weise der Artikulationen dort irgendwas zwischen
blamabel und weitaus zu wenig achtsam und wertschätzend.

Twitter nutzte ich eigtl. nur als repost-Sammlung, und bei den
von mir verfolgten accounts ging mir zuletzt die künstliche
Aufgeregtheit, der Aktionismus, die unentspannte Wokeness
und -vor allem- der zunehmend ekelhafte Tonfall auf die Nerven:

Ein Jeder dort hält genau seine eigene Filterblase für den Hort
der Guten und Verständigen.
Damit ist Twitter zu genau dem verkommen, was die user selbst
doch so unbedingt von FB hatten abgrenzen wollen.

Manche mögen Twitter (völlig unabhängig von dem, was der neue
Eigentümer da tut und bleiben lässt) für den letzten funktionablen
Podest der freien Inforamtionen, der unabhängigen Meinungsbildung,
des offenen Diskurses halten.

Ich sage: Wie jede andere social media platform ist auch Twitter
einfach zu gut geeignet, die Gesellschaften zu spalten und deren
Mitglieder sich in irrelevanten Hahnenkämpfen um Misthaufen
verlieren zu lassen, um eine gemeinsame Fokussierung auf das,
was wirklich relevant ist zu verhindern, als dass diese Eignung 
nicht auch perfekt gespielt und genau dafür benutzt würde.

Für Leute, denen ganze Sätze inzwischen zu lang sind, oder
die auch an dem in Twitter oft postulierten Diskurs der Meinungen
kein Interesse hatten (oftmals in Ermangelung einer solchen,
oder mangels Intellekt zur Heranbildung einer solchen), war
Instagram noch ein Anlaufhafen.

Im Prinzip habe ich mich da ab Tag eins nicht wohlgefühlt,
aber meine Verweildauer dort hatte Gründe, die (for sure)
außerhalb des Angebotes oder der Funktionalitäten von IG lagen.
Apropos Funktionalitäten: Die App fürs Smartphone war bis zum
Schluss einfach nur mega Kacke, nur noch unterboten von der
Browseranwendung in Windows^^.


Instagram besteht im Prinzip so gut wie nur noch aus
Selbstdarstellern, falsch dargestellten Realitäten, falschen
Produktinfos und Klickbaits.
Den Einzigen, wirklich den einzigen, den ich da vermissen
werde, ist ElHotzo.

So.
Im Prinzip müsste man, wäre man konsequent, jetzt noch
WhatsApp killen und dann die FB-Hilfeseite aufrufen, auf der
man das Verwenden und erneute Hochladen/Speichern der
eigenen Telefonnummer auf Meta-FB-Servern dauerhaft
unterbinden kann, und anschließend auf einen messenger
umstellen, der Datenschutz ernst nimmt und auf dem eine
Kommunikation ohne Nummernweitergabe und -speicherung
gewährleistet ist.

Den Schritt scheue ich noch.
Noch.

Erstmal freue ich mich über das (spürbar) gewonnene Mehr
an ZEIT am Tag ohne soziale Medien. 
Ich schaue gefühlt viel seltener aufs Display, auch diese Zeit
geht messbar zurück. Der Handyakku hält geradezu verdächtig
länger. Ich shoppe erheblich weniger Blödsinn online.


Und wenn's ganz, ganz gut läuft, habe ich auch wieder
mehr Zeit zum Bloggen :-).




01 Dezember 2022

Leseservice


Aus immer mehr Nachrichtenportalen und
News-Aggregatoren ziehe ich mich zurück:
Es gibt einfach nirgends mehr vernünftigen Journalismus.

Ich finde fast keine Berichterstattung im ursprünglichen,
neutralen Sinne mehr - als Erstattung eines Berichtes, als
Zusammenfassung, Protokollierung eines Ereignisses.

Nahezu jede Meldung, gleich aus welcher Quelle, ist inzwischen
suggestiv, tendenziös, konnotativ, implizierend, manipulativ,
kanalisierend, frame-end, polarisierend.

Und natürlich sind selbst die halbwegs mit seriösem Ruf
behafteten Newsmedia sobald man auch nur ein einziges Mal
nach unten scrollt voll gespickt mit lächerlichen, billigen
Werbeanzeigen, die so unfreiwillig schlecht sind, dass sie
schon fast wieder als splatter-ads durchgehen.

Oft werden headlines zu einem Thema als Frage formuliert
- sie funktionieren dann besser als klickbaits, weil ja jeder
die Antwort auf die Frage lesen will.

Zudem muss ihr Verfasser dann -nachdem der Klick des
Lesers eingesackt wurde-  im eigentlichen Artikel
weniger mit etwas glänzen, was er ohnehin nicht besaß:
Sachkenntnis und Antworten.

Wie oft verschwendet man dadurch Zeit, etwas zu lesen,
was keine Antworten liefert.

Und das beende ich. Hier und heute. Für Sie.
Denn oft ist die gesuchte Antwort schnell und einfach
zu geben. Sie müssen den Mist nicht mehr anklicken!

Mit dem heutigen Leseservice sparen Sie ca. eine Stunde
an Zeit, selbst nach Antworten zu suchen, die Sie nicht
finden werden.
Außer hier.
Hier finden Sie sie.
Immer. Alle.

Aber das wussten Sie ja schon vorher.
Los gehts:




Jedenfalls nicht in Wuppertal. Im Internet wäre z.B. 'ne gute Idee.



Wenn aufm Handy 7 verpasste Anrufe von Mama
in 22 min draufstehen.




Lies den ersten Satz noch.mal.ganz.lang.sam.,
dort steckt der Fehler.




Weil es für den Händler zu teuer ist.



Das interessiert exakt 0 Menschen.



Weil der Hersteller profitgierig ist und unsere Politik es zulässt.



Ja.



1. Globale Pandemie
2. sehr lange heißer Sommer
3. Erkältungs-entwöhnte Immunsysteme nach 2 Jahren Maske



Noch ziemlich weit.



A) Sehr schnell.  B) So schnell es geht.
Und toitoitoi bei der Suche!




Ja. Reine Geldfrage.



Gar nichts. Der kann machen, was er will.



Viel zu warm.



Nein.



Nein.




Nein.



Chaos.



Für jeden.



28 November 2022

Impressiones Colonienses

 
Die Freundin will abends noch raus,
ein bisschen vor die Tür, trotz der Kälte.

Und natürlich hat das einen Grund, na klar,
ich meine sie ist eine Frau, da kann man sicher sein,
da kommt noch mal was ;-)

Und ZACK, hat sie auf einmal Lust auf  Döner, 
ja natürlich, wie überraschend, damit kann man 
mich ja jagen, also meistens zumindest, der Geruch
allein macht mich würgend. aber jetzt, wo wir doch
schon mal unterwegs sind...

Ich bringe das (viel bessere!) Thema BURGER ins Spiel,
sie kontert, ich auch, aber sie bleibt bei Döner, EOD.

Doch an der nächsten Kreuzung schiebt sie mich plötzlich
nach rechts weg, in Richtung Burger-Laden,

Lerngeschenk des Tages: 
Denkprozesse verlaufen bei Frauen schweigend,
Argumentationsprozesse mehr so gegenteilig.

Der Laden sieht von außen ziemlich verratzt und Kiosk-
mäßig aus.
Aber hey, wenn das ein Killerkriterium für Sie ist,
sind Städte wie Köln oder Berlin echt nix für Sie.^^




Innen ist kaum was ,os, an der Wand hängen Bilder,
die ein bisschen 60er flair vermitteln sollen. Es gelingt ihnen.


Vorsichtshalber trinke ich hier Cola (eine Alkohol-
Ausschanklizenz ´hat der Laden eh nicht).
Ich war hier noch nie essen, und im Zweifel hilft Cola
bei der Bewältigung so manchen Gastronomie-GAUs.


Der GAU bleibt aus, statt dessen wird nach einer
halben Ewigkeit ein total leckerer Burger serviert.
Klasse.


Der Abend gehört den STEVE 'N' SEGAULLS, einer
Blue-Grass-Band aus Finnland, bei der man es sich
aussuchen kann, warum man sie liebt:

Waschbärmützen, Latzhosen über Bierbäuchen, tolle Stimmen,
tolle Musik. Und -natürlich- als Zugabe: THUNDERSTRUCK.


In Sachen Live-Konzerte bin ich gerne mal mäkliger
als andere Mitbesucher, aber das hier ist - perfekt.

Selten eine so geile, gut aufgelegte Band gesehen.
Fleißige Arbeiter, null Pausen, optimaler Klang, toller Gesang.
Muss ich unbedingt wieder sehen!


Auf dem Rückweg zum Auto gibts am Deutzer Hafen
noch einen leuchtenden Schriftzug mit einer kleinen Lebensweisheit.
Ich schmunzle.


Der nächste Morgen besteht nach Ausschlafen aus Brötchenholen.

Es ist kaum 5°C Temperatur - da wundert es nicht, dass auch die
Kölner Mädchen witterungsangepasst gekleidet unterwegs sind.


Auf dem Rückweg gibt's noch eine kleine Lehrstunde
in Sachen "how to be selbständig without Dich kaputtzumachen".




Abends geht es auf den Weihnachtsmarkt am Schokoladenmuseum.
Dort ist aktuell auch das Riesenrad aufgebaut.

"Aktuell", denn die Kölner stellen das allen Ernstes
alle paar Wochen woanders neu auf. 
Die spinnen, die Römer.^^


Wir treffen unsere Gruppe Expats, es sind heute abend Menschen
dabei, wie wir bisher noch nicht kennengelernt haben.

Das Wetter ist leider so schlecht, wie es nur sein kann,
deswegen wird es nicht gerade gemütlich.



Unter Regenschirmen versteckt verlieren wir uns bald iM Gemenge,
eine junge Frau aus der Türkei und wir beide stehen unter
einem Currywurstbudendach und beginnen eine Unterhaltung.

Auf der (vergeblichen) Suche nach dem Rest der Gruppe landen
wir an einem Glühweinstand, bei dem ich so gut wie alles
anders organisiert hätte, als ich es hier vorfinde.

Der Glühwein wärmt, wir haben einen trockenen Stehplatz unter
einem Schirm gefunden und stellen baff erstaunt fest, dass die
junge Frau sich mit uns passabel auf deutsch unterhalten kann,
obgleich sie mit der Sprache erst seit September begonnen hat.




Als wir die anderen zufällig doch wiederfinden, ist der
Regen noch intensiver geworden, wir verabschieden uns,
die Freundin erspäht noch Socken mit Erdbeeren und kleinen
Igeln drauf und so landen diese in ihrer Handtasche, wo auch 
meine Retrro-Blechschilder für die Küche schon stecken.

Auf dem Heimweg nehmen wir einen Bus,
aber die Anschlussbahn ist ausgefallen, es sind nun
noch 28 min Zeit, bis die nächste kommt.

Ein Blick nach links - gegenüber ist eine Kneipe beleuchtet.
Und es gibt dort DOM-Kölsch!

Damit steht sie, unsere Zeitüberbrückung :-).


Gute zwanzig Minuten später steht die Bahn an ihrer
Endhaltestelle und wartet auf uns.

Viel ist um diese Zeit, an dieser Ecke der Stadt,
nicht mehr los. Und auch wir haben nur wenige
Stationen zu fahren, bis wir angekommen sind.



Der nächste Morgen steht im Zeichen der Rückfahrt
für mich, und so schön das mit der ganzen Elektronik
im Auto manches Mal sein mag:

Hin und wieder nervt sie auch.

Jedenfalls zickt die Unterhaltungs- und Navi-Elektronik
die ersten 15 min gewaltig, und in solchen Viertelstunden
sieht man erst mal wieder, wie sehr man sich inzwischen
in die Hände dieser Technik begeben hat.


Irgendwann aber springt sie wieder an,
die Heimreise ist staufrei,
Musik wird gehört.

Sie wissen schon: So Musik, die sonst niemand im Auto hört.

Allein der Gedanke schon gefällt es mir :-).