das ERSTE post label, was ich für diesen Blog einführte,
als er noch neu war.
Aber wie so Vieles bei mir dauerte es fast zwei Jahre,
bis es dazu auch mal content gibt.
Weil zwischen dem Wunsch, der Idee einerseits
und der Umsetzung andererseits
Einem so wahnsinnig viel Scheiß dazwischenkommt. ]
Am Allerliebsten mache ich Dinge mit mir alleine aus.
Am Allerbesten fühle ich mich, wenn ich mir Dinge und
Sachverhalte, Geschehnisse, Gefühle und Erlebtes für mich
allein mit mir selbst nachbespreche.
Vielleicht kommt das davon, wenn man als Kind viel allein
war: Beide Eltern gingen arbeiten, tagsüber bei einer Tagesmutter,
abends ging es zurück nach Hause.
Auf die alte Wassermühle, das einzige Haus weit und breit,
egal in welche Himmelsrichtung zum Horizont man schaute.
Das bot viel Gelegenheit, Dinge mit sich selbst auszumachen
und sich allein gut zu beschäftigen.
Eigentlich verwunderlich, dass aus mir dann doch noch so ein
in der Sache befähigter Kommunikator wurde - schon in meinem
Zeugnis der ersten Grundschulklasse erwähnte die Lehrerin
meinen beachtlichen Wortschatz und mein Ausdrucksvermögen.
Von mir gibt es wie es scheint eine Anekdote, über die mein Vater
gerne gelacht hat - eines morgens kam in Kommern morgens
um 6 (!) Uhr eine Spielmann-Kapelle lautstark musizierend
durch die Straßen der Anwohner gezogen mit allem Umptata
und Getröte, wie man es sich nur vorstellen kann.
Und wir lagen alle noch in den Betten.
Erbost rief ich
"Musikalisch schön und gut, aber völlig unangebracht!"
Großes Gelächter.
Keine Ahnung, wie oft das auf irgendwelchen Gelegenheiten
dann noch mal zum Besten gegeben wurde.
Das war jetzt eine relativ lange und vielleicht auch schmierige
Anfahrrampe für die Arbeitsthese, dass Dinge (vor allem auch
wichtige Dinge) mit jemand Anderem als mir selbst zu besprechen
nicht zu meinen top skills gehört.
Und auch nie gehörte.
Und es fühlt sich ehrlichweise nicht so an, als käme so ein
Verhalten jemals "natürlich" aus mir heraus.
Das zu tun, so was umzusetzen wird immer ein Stück weit
"sich künstlich anfühlend" bleiben.
Es hängt dabei auch, aber nicht nur von meinem Gegenüber ab:
Fremden, nicht in mein Gefühlsleben involvierten Personen
gegenüber kann ich erstaunlich schnell erstaunlich offenherzig
werden.
Denn sie würden mir ja nie gefährlich werden können.
Die Möglichkeit, das etwas in ihrer Gegenwart Geäußertes
mir noch einmal schaden werden könnte, ist lächerlich minimal.
Nur bei denen, die wirklich emotionaler Teil meines Lebens sind,
genau bei denen tu ich mich schwer. Genau da muss ich mich
stets ein wenig überwinden.
Sollte ich jemanden benennen, mit dem ich auf gar keinen Fall
würde Sorgen, Probleme usw. teilen wollen, dann wärst das
sehr wahrscheinlich Du.
Umso erstaunlicher, unverständlicher, dass ich Dich gefragt habe,
ob Du meine Frau werden wolltest.
Vielleicht dachte ich, mit diesem finalen Schritt in eine gemeinsame
Zukunft würde sich das noch legen, bessern leichter werden.
Vielleicht dachtest Du -entgegen besseren Wissens und anderem
Alltagserleben- das Gleiche und sagtest deshalb "ja"?
Freilich bist auch Du nie so wirklich zu mir gekommen,
wenn Du Sorgen, Wünsche, Probleme hattest, und dafür
gab es einen sehr einfachen Grund.
Denn so etwas hattest Du: Nie.
Wirklich nie. Du warst immer "in Ordnung", undefekt.
Freilich habe ich an verschiedenen Gelegenheiten so ein
Gespräch mit Dir gesucht, Dich gefragt was Dir fehlt,
Dich gefragt wovor Du Angst hast, weshalb Du Umarmungen
nur für wenige Sekunden zuzulassen imstande warst,
was Du Dir wünschst.
Stets waren Deine Antworten so etwas wie "mir fehlt nichts",
"ich habe alles was ich brauche", "ich möchte es einfach nur
so haben, wie es ist".
Wer etwas will, wem etwas fehlt, der soll halt den Mund aufmachen,
war keine ganz seltene Aussage von Dir. Und das warst halt nie Du.
Es war nie Dein Fehler, dass ich mich in ein solches Umfeld, in eine
solche Umgebung hinein gebracht habe, aber ein Fehler war es.
Eine Vertrauensperson habe ich in Dir nie sehen können,
und ich sage nicht, dass das Dir anzulasten ist, aber was ich sage ist:
Nie und nimmer war das eine gute Idee zu glauben, daran würde
sich noch etwas ändern können.
Das sind so die Dinge, die in meinem Kopf sind.
Wenn ich nachts einmal wieder wach liege.
Und soll ich Dir was sagen?
Ich kapier' selber nicht, wieso Du am Ende dieser Gedanken
immer so gut bei wegkommst.
