27 August 2025
06 Mai 2025
If you have Ghosts
"...you have everything."
30 Juni 2024
von Ace of Base und [alt-fett-hässlich]-Sein
Sitze mit zwei schwierigen Vertriebspartnern zum Mittagessen.
Ich habe eingeladen.
Ok, sie haben sich eingeladen.
Die Zusammenarbeit hat sechs Monate lang nicht recht gezündet.
Das sollte sich aus meiner Sicht ändern.
Ich bin nicht optimistisch.
Der eine hat mir im Erstgespräch durch die Blume gesagt,
ich sei zu alt für den Job, oder zumindest für die Betreuung seines
jungen, dynamischen Teams.
Im Zweittermin jetzt sagt er, wegen Ernährungsberatung käme er
beispielsweise eher nicht auf die Idee, mich anzusprechen.
Ah, ok, erst zu alt, jetzt auch noch zu fett, alles klar.
"Bist Du auf TikTok?" - "Nein."
Nun kommt er auf die Idee, ich könnte TikTok-Kurzvideos erstellen
über meine Arbeit - aber vielleicht doch besser mit jemand
ANDEREM als mir VOR der Kamera.
Es wird immer besser, ich bin amüsiert.
Wären es nicht meine mit Abstand größten und umsatzstärksten
Vertriebspartner, könnte ich aus einem reichen Fundus scharf-
züngiger und den Gegenüber niederwalzender Repliken schöpfen.
So aber muss ich bisschen auf defensiv spielen.
Da klingelt mein Handy. Beide schauen verwirrt.
„Was ist das denn?!“
„Das ist ein individueller Klingelton. Selbst gebastelt.“
„Du bastelst noch individuelle Klingeltöne? Selber?!“
„Ja.“
„Was war das denn?“
„Ace of Base.“
„Was ist Ace of Base??“
"..."
Ok.
Bin eventuell doch schon zu alt für den Job und die
Menschen um mich herum. Und zu fett. Und zu hässlich.
24 Juni 2024
Kartoffelschälerkenntnis
Da denkt man beim Kartoffel schälen nix Böses.
Und dann sieht man auf der Zeitungsunterlage,
dass der Verband der Kriegsversehrten (!) jemandem,
den ich FÜR IMMER als " 21 Jahre alt" im Kopf haben
werde, zum ...was bitte gratuliert ?!?
In meinem Kopf seh ich da immer noch die
heiße Blonde Anfang zwanzig, die nahezu fehlerfrei
auf dem London-Video (VHS-Tape!) das WARLOCK-
Live-Set runtersingt wie nix, alle Tonlagen sitzen,
Power pur.
Und jetzt gratuliert der VdK ihr zum Sechzigsten.
Fast vierzig Jahre später.
Alta.
Wo ist der Ardbeg, wenn man ihn einmal braucht.
20 Juni 2024
Rite here rite now
Heute Abend ist es soweit.
Und ich hab Karten!! 🤘
28 Mai 2024
Is it this
In seinem Wohnzimmer stehen jener Gitarrenverstärker und die
große ENGL-Box, die bis vor Kurzem noch mir gehörten
und welche in Ermangelung der "großen zwei" limitierenden Parameter
(Geldbedarf und Platzbedarf) nun ihm gehören.
Sein eigener Verstärker steht gleich daneben,
ebenfalls ein ENGL-Top. Unsere Sound-Präferenzen
hatten sich über die Jahre immer weiter angenähert.
altersgerechten Stoffsneaekern in Jeansoptik, und wir
stöpseln unsere E-Gitarren in die jeweiligen Verstärker.
So stehen wir also da, ziehen fragend die Augenbrauen hoch
und warten darauf, dass der Andere etwas sagt - die Situation
bringt uns instant zum Lachen!
"Wann sind wir das letzte Mal zusammen mit umgehängten
Gitarren in einem Raum gestanden? Das muss...24 Jahre her
sein, richtig?" spreche ich aus, was mich beschäftigt.
Er grinst über meinen Rechenfehler,
den typischen Rechenfehler, der alle Ü-Fü's als solche brandmarkt:
Erst vor 4 Jahren hatte ich über Achim genau so gegrinst,
als dieser mich vor versammelter Partymannschaft auf seinem
50. Geburtstag als alten Schulfreund vorgestellt hatte,
welchen er seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen hätte!
Und dem die Gesichtszüge entgleisten, als ich ihm grinsend
eine Hand mit drei ausgestreckten und eine Hand mit
null ausgestreckten Fingern entgegengestreckt hatte.
Und genau SO wie ich damals grinst Tom jetzt:
"VierundDREISSIG, meintest Du!"
Und nun schaue ich genau so wie damals Achim
und wir lachen erneut.
Es stimmt - beim letzten gemeinsamen Jammen lebten ja
unsere Väter beide noch. Nun sind wir froh, jeder aus
seinen Gründen, dass diese Männer weg, anderswo, weit,
aber Hautsache weg sind.
Ich habe die rote Gitarre heute dabei, die ist schneller
umzustimmen, und umstimmen muss ich:
Tom hat für seine Liveauftritte alles auf Es runtergestimmt.
Also muss ich mich anpassen.
Und wir sind nun in einem Alter, in dem wir für eine
geringere Saitenspannung nicht ganz undankbar sind.
Diese Frage stellt sich mir nicht, deshalb braucht
die Antwort auch nur Millisekunden.
"Is it this"!
Er grinst, nicht zum letzten Mal heute.
Das war sein erster selbstgeschriebener Song,
ich liebte ihn, er ging über korrupte Politiker,
Fremdenfeindlichkeit im Heimatland und den
Israel-Palästina-Konflikt.
Will heißen: Es fühlt sich nicht so wirklich an
nach 34 Jahren Vergangenheit.
Es gibt kein Schlagzeug, keinen backing track,
keinen Taktgeber, aber egal, der Song sitzt,
auch nach Jahrzehnten noch.
Die letzten Töne verklingen, wir sind angezeckt,
gleich geht's weiter, auch die anderen Songs sitzen.
Okay, weitestgehend.
Mal vergisst er seinen eigenen Text, mal vergesse ich,
wie ich in meinem eigenen Song aus dem Refrain in die
Bridge übergeleitet hatte.
Wir helfen uns gegenseitig aus, der Eine weiß,
was dem Anderen verloren ging.
"Nein stop mal, das hier leitet in einen F-Dur über!"
"Dann... wäre der Song aber in D-Moll geschrieben!"
"Stimmt ja auch!"
"..."
"..."
"Du sagst, ICH soll ALLEN ERNSTES mal
einen Song in D-MOLL geschrieben haben?! ICH !?"
"Hast Du."
"Ich BIN aber kein D-Moller!"
(Er blickt auf meinen Bauch) "Guck Dich doch mal an!"
Es gibt wieder viel zu lachen. Wie konnte ich
so viele Jahre darauf verzichten?
Und dann sagt er "Moooment, hier ist der Beweis!",
greift hinter sich, zieht einen uralten Fresszettel aus
dem Koffer und hält ihn mir vor die Nase:
Meine eigene Handschrift, aus dem Jahr 1988.
Meine eigenen Notizen, wie man diesen Song spielt.
Er ist: In D-Moll.
Etwas sehr wohliges, zuhausiges durchströmt mich
in diesem Moment.
Wir mischen unsere eigenen Stücke mit dem Zeug,
das wir ab der Teeniezeit liebten, also Metallica,
Megadeth, aber auch The Cure, und zum Schluss
noch ein bisschen was Sanftes von Green Day.
Bald sind wir fix und fertig, es gibt Bier auf dem Balkon,
es gibt das Versprechen, wieder zusammen zu spielen.
Und es gibt eine Liste, handgeschrieben, mit Songs,
die wir uns vornehmen.
Vielleicht ein bisschen arg spät. aber: Wir sind wieder da.
07 Mai 2024
bark at the moon / total eclipse
21.08.2017 gab es eine totale Sonnenfinsternis
über Nordamerika.
Und genau in dem Moment, als sich der Mond
vor die Sonne schob, spielte Ozzy Osbourne
unten auf einem Konzert -und zwar EXAKT in
diesem Moment- "BARK AT THE MOON".
Besser wird Leben nicht mehr.
19 April 2024
Veränderungen (Kaisarion)
Wieviel haben Sie schon kommen und gehen gesehen?
Wieviele haben Sie schon kommen und gehen sehen?
An wie vielen Veränderungen in Ihrem Leben hatten
Sie selbst das Steuer in der Hand, wie oft konnten Sie
den Zeitpunkt der Veränderung bestimmen oder auch
nur beeinflussen?
Wieviel von dem, was einer Veränderung unterlag,
ging anschließend in eine bessere Richtung?
Wurden danach die Menschen, die Sie umgeben,
eher mehr oder eher weniger?
Wieviel von dem, was Sie nie beizeiten
ausgesprochen hatten, echot noch in Ihrem Kopf?
Wieviel an Dingen, die Sie bedauern, hat sich
im Laufe der Jahre aufgetürmt?
Wie oft haben Sie in Ihrem Leben die Brücken
hinter sich abgebrannt? Wie oft wollten Sie?
- It is the sound of another deadline
whistling past your ears
It is the sight of a million regrets
mounting over years
It is the words that were never spoken
that echoes through the times
It is the smell of the burning temples
swept away by rhymes
02 März 2024
Palästina zurückgeben?!
Ein Musikgenre, welches tatsächlich noch fehlt:
Historical Rap.
Mit Allem, was man wissen muss, in nur 4 min.
Also ICH wär' ein Fan.
07 November 2023
Wasted Years
Vielleicht bin ich überkritisch, wenn es darum geht,
zurückzublicken und an Orten und in Zeitgeschehnissen
Erfolge und Großartiges ausfindig zu machen:
Retrospektiven fordern mir stets Selbstbeherrschung ab:
Gerne fallen mir die negativen Dinge ein.
Das Auflisten des ganzen Positiven hingegen bereitet mir Arbeit.
Es kommt nicht von allein, fühlt sich nicht natürlich an.
Ich muss mich ein bisschen zusammenreißen dafür.
Keine Ahnung, wo ich das herhabe.
Doch anders war es nie.
Anders geht es mir mit Menschen.
Auch, wenn mir schon nachgesagt wurde, schlecht geredet
zu haben über Menschen, die ich einmal geliebt habe oder die
-noch relevanter- mich einmal geliebt haben, denke ich doch
ganz still in mir drin gut über sie.
Und das tue ich auch mit jenen, die mir durch ihr eigenes
Verhalten im Nachgang dazu nicht unbedingt weiteren Anlass
gegeben haben.
Meine bevorzugte Denke dazu geht etwa so:
Alles endet.
Du hast NIE in der Hand, wann das der Fall ist,
und SELTEN in der Hand, auf welche Weise das geschieht.
Aber enden tut es doch, alles.
Und danach hast Du es aber wieder in der Hand:
Nämlich wie Du darauf zurückblickst und es Dir
in Deinem Herzen behältst.
Zurück zu dem, wie man die eigene Vergangenheit betrachtet,
was man an ihr findet, Gutes wie Schlechtes:
Manchmal entpuppen sich Dinge, Erlebnisse, Worte
erst mit einer wahnwitzigen verzögerung als das,
was sie für uns schlussendlich darstellen und bleiben.
Die "Wasted years" von Iron Maiden kenne ich seit 37 Jahren.
Aber erst jetzt, in diesen Tagen verstehe ich, wie sehr das Stück
zu mir passt und was es mir eigentlich bedeutet.
Vielleicht, weil es das auch jetzt erst tut.
Vielleicht muss das so.
Vielleicht begreife ich das alles mal, wenn ich groß bin.
heute zum Iron Maiden Fan - es gibt zwar etliche tolle
Akustikversionen von WASTED YEARS auf YouTube:
Aber die von Opa Clifford ist mir die liebste.
Sein Gitarrenspiel ist das beste
und er benutzt anders als die Anderen
null Technikschnickschnack, das mag ich :-)
12 Oktober 2023
vom Herbstlächeln
Was für ein schöner Herbst das ist:
Es fühlt sich an, als wollte er uns entschädigen,
versöhnen mit einem Mäh-Sommer.
Als wollte er mich versöhnen mit dem, was war.
Als gäbe er mir ganz bewusst nochmal Gelegenheit,
reflektive Momente unterwegs zu erleben, sie zu nutzen.
Erinnerungen erneut durchzudenken - aber im milden Licht
der tieferstehenden Herbstsonne vielleicht mit der
Möglichkeit, zu einem etwas sanfteren Fazit zu gelangen.
So, wie es sein sollte, kurz vor Abschieden.
Sich noch einmal mit einem Lächeln auch zu erinnern.
Und an Lieben, die einmal waren.
Oder an Lieben, zu denen es nie kam.
Es ist meine starke Überzeugung, dass man Menschen damit
ehrt und seine Liebe zu ihnen zum Ausdruck bringt,
wenn man oft an sie denkt, wenn man dabei Gutes
von ihnen denkt.
Wenn man dabei allein ist und es auch niemandem sagt.
Wenn man diese Zeit allein mit ihnen im Geiste verbringt,
sie ihnen somit schenkt. Immer wieder.
Wenn man dabei lächelt, aufrichtig lächelt.
Wenn man sie dabei im Geiste in den Arm nimmt.
So geht es mir, wenn ich an Dich denke.
Auch wenn Du es nicht mögen würdest, dass mir das stets
dann so geht, sobald Type O'Negative im Auto läuft.
Denn zu TON hattest Du ein schwieriges Verhältnis:
Du konntest sie nur hören, wenn es Dir ganz schlecht ging.
Und sie dann ihre Fähigkeit wie keine zweite Band nutzen,
Einen noch weiter bis nach ganz unten zu ziehen.
Aber manchmal brauchtest Du das.
Manchmal brauche ich das heute auch noch.
Das ganz-nach-unten-runtertauchen.
Um dann wieder emporzuschwimmen.
Zurück ans Licht.
Raus aus den Schatten.
Und an den Herbst und Dich und Dinge zu denken. Lächelnd.
11 August 2023
Omnia melius ante
[ langweiliger rant heute.
musste aber (noch)mal raus. ]
der Tag für Tag zunehmend mit einem bittergesichtigen
"Früher war alles besser!" vor sich hingrummelt und
jemandem, der mit der headline "omnia melius ante"
das inhaltsgleiche verbloggt, besteht in der Eigenschaft
als alternder Sack, dem man es immer weniger Recht
zu machen vermag.
Der Unterscheid zwischen beiden besteht darin,
dass letzterer etwas intellektueller und daher irgendwie
zuhörenswerter rüberkommt - ein Eindruck, den er durch
eigenes Tun und Schreiben allerdings regelmäßig
schon bald zu korrigieren vermag.
Heute also: Musik.
Es war glaube ich Gary Rossington (oder ein anderer
Musiker von Lynyrd Skynyrd), der anlässlich der Aufnahme
in die Rock & Roll Hall Of Fame im Interview zu aktueller,
neuer Musik etwa sagte:
"Musik ist tot. Es gibt sie nicht mehr.
Heute gibt es nur noch Töne und Beats."
Das fand ich damals einen Affront.
Einen Pessimismus ohnegleichen.
Unbegründet, ignorant, geringschätzend.
Altherrengegrummel halt, von Menschen mit ihrer
eigene Glanzzeit lange hinter sich, fernab des Zeniths.
Heute muss ich sagen: Es ist wahr geworden. Vollinhaltlich.
Machen Sie mal das Radio an. Ist schon fast egal, wo.
Unerträglich.
Lächerlich inhaltsgleich (was auch nicht schwer ist),
vorhersehbar, anspruchslos, künstlich.
Nicht eine einzige echte Stimme mehr, dafür nerviges
Gegurgel bzw. Gewinsel.
Und alles teilgecovered: Sie hören 10 songs, dann sind
sicher 9 davon auf einer hookline eines alten oder
uralten Hits basierend und irgendein Mist digital
drumherum vermörtelt.
Thema, Dynamik, Aufbau, Story, Spannungsbogen?
Fehlt alles.
Lassen Sie das Zeug mal durch einen Normaliserer
laufen, da sehen Sie: Durchgängig die gleiche Lautheit,
absolut alles wurde auf 99,8 dB (oder mehr) hochgelevelled
und kurz vor der Übersteuerung wieder geclipped.
Loudness war - lost.
Da füllt sich jeder Audiophile lieber 'ne Tube
Reparaturspachtel in die Ohren.
Leider finde mich eben auch in aktuellen Produktionen
seit Jahren/Jahrzehnten aktiver Künstler nicht mehr wieder.
Auch nicht bei jenen, die ich mal sehr mochte!
Metallica?
Mal abgesehen davon, dass ich Pickel kriege, wenn Lars Ulrich
das Maul aufmacht und ich James Hetfield den Rauswurf von
Jason Newsted immer noch nicht verziehen habe, haben die in
den letzten 30 Jahren mit viel Wohlwollen 10 gute Songs gemacht,
aber eben auch keine sehr guten.
Und James auf der Bühne 1988 oder 2023 - ehrlich,
den Vergleich wollen Sie nicht mal als Metallica-Fan ertragen.
Volbeat?
Poulsen ist ein unglaublicher Live-Performer, einer der besten
Sänger überhaupt.
Aber seit die nach 2008 nur noch Mädchen-Metal machen
(oder eher gar keinen mehr), hab ich die Lust dran verloren.
2018 kam dann ein Doppel-Live-Album raus:
Auf dieser LETS BOOGIE! waren 26 Stücke.
Meine private Playlist im Auto von Volbeat umfasst 23 Stücke.
Schnittmenge zwischen dem was ich mag und dem was die spielten:
Null Lieder.
Blind Guardian?
Was für Helden das mal waren. Echt jedem zu empfehlen.
Und dann, irgendwann um die Millenniumswende herum
drifteten sie ab und verloren sich hinter dichten Nebelschwaden
aus tönenden Komplexitätsgebilden im Stil des Films INCEPTION,
sodass auch der eigene Drummer kopfschüttelnd ausstieg
und seit 2005 gab's da vielleicht drei Songs, die man einmal im
Halbjahr gerne hört.
Manowar?
Unakzeptabel, lächerlich, Persiflagen ihrerselbst.
Das waren tatsächlich mal die selbsternannten "Kings of Metal",
großartige Stücke
aber Joey DeMaios unerträgliches Ego-Gehabe, vor allem auch
auf den Live-Konzerten und die seit 2002 nicht mehr existente
Kreativität verbieten eigentlich, sich damit noch zu befassen.
Slipknot?
Die Art des Rauswurfs des besten Drummer der Welt damals
war der letzte Tag, an dem ich Fan war.
Auch wenn der beste Song der Band erst danach entstand.
Ich will nicht in Abrede stellen, was Corey Taylor als Sänger
musikalisch für die Entwicklung der Band geleistet hat,
aber sobald er den Mund aufmacht, muss man die Ohren zuhalten.
Und neue Musik von denen gefällt mir zu 95% auch nicht mehr.
Megadeth?
Machen zumindest noch interessante neue Musik, spannend
bisweilen, aber Dave Mustaines Art mit Menschen umzugehen
(Dave Ellefson, aber auch alle anderen) ist zum Kotzen und
singen konnte der noch nie wirklich.
Ok, ausgenommen vielleicht 1994.
Trotzdem, die alten Stücke sind unerreicht.
Iron Maiden?
Ok, die gehen echt noch! Das letzte Album war besser als
der Vorgänger, die Setlist der Tour dieses Jahr fand ich sehr
versöhnlich und Bruces Stimme ist so gut wie seit 2000 nicht mehr.
Hab' ich jetzt aber fast vierzzig Jahre lang schon gehört.
Slayer?
Aufgelöst.
Motörhead?
Alle tot.
TypeO'Negative?
Aufgelöst durch Tod.
Und so weiter.
Die letzte Metallicascheibe ging mir so auf die Nerven,
dass ich allen Ernstes mal eine Am4z0n-Renzension dazu
verfasst hatte. Sie war nicht sehr freundlich.^^
Dann las ich die Rezensionen, die es darunter bereits gab.
Einer schrieb etwas, das mich seither beschäftigt.
Er wandte sich an alle, die dem Album mäßige oder schlchte
Kritiken gäben und appellierte an sie sinngemäß etwa so:
"Lasst Eure Lieblingsband nicht dafür büßen,
dass IHR nicht mehr in der Lage seid,
den gleichen Enthusiasmus für die Musik
aufzubringen wie vor dreißig Jahren!"
Der Satz saß.
Der sitzt immer noch.
Egal, trotzdem:
Früher war alles besser.
22 Juli 2023
AI Playgrounds
Gleich, wie beschissen inzwischen die Ad-walls
auf JuhTjuhb sind (und sicherlich auch
noch schlimmer werden), man entdeckt dort immer
noch Neues und Erstaunliches.
Der Kanal von AI PLAYGROUNDS ist so eine
Neuentdeckung: Dort werden Musikvideos gezeigt,
wie es laut künstlicher Intelligenz gewesen wäre,
wenn Künstler X in jungen Jahren bei Band Y
(statt seiner realen) mitgemacht hätte.
Offensichtlich handelt es sich bei dem Macher um
einen Metallica-Fan der 90er-Jahren, denn das, was
sich wahrscheinlich Millionen Fans auf der Welt
wünschen, lässt seine KI wahr werden:
Was, wenn James Hetfield nicht bei Metallica,
sondern bei Megadeth gesungen hätte?
Das Ergebnis, zu dem die KI kommt, ist absolut
fantastisch, erschütternd, kopfschüttelnauslösend und
auch beängstigend.
Ich bin kurz davor, mir alle Hetfield-Megadeth-Songs
herunterzuladen, ins Auto zu stecken und mit ihnen:
Die Originalsongs zu ersetzen.
Und genau das ist, was KI uns sehr bald zu verleiten wird:
Das, was real ist und war, zu ersetzen.
Mit den Erzeugnissen aus der KI.
Wenn Sie das nur einen winzigen Schritt weiterdenken
in Bereiche, die Ihnen einfallen (Kundenberatungen,
Sex, Einkaufsverhalten, Musik, Belohnungssysteme),
wird sofort augenscheinlich, worauf das rausläuft, wie
es endet.
Aber für heute genießen wir erst noch einmal
die frühen Tage der KI.
Und die Dinge, die sie uns geben kann.
Damals, als wir noch Spuren eines freien Willens hatten
Und selbst entscheiden durften.
EDIT: Wie es halt so kommen musste, der YouTuber wurde von den großen Musikbonzen angemahnt und musste alle Videos offlinen. Wie gut, dass ich das schon mehrmals miterleben durfte. Und deshalb die wichtigsten Sachen zuvor erfolgreich herunterladen konnte :-)
Jetzt haben Sie die Wahl:
Genießen Sie entweder...
AI-Hetfield's KISS FROM A ROSE
AI-Hetfield's EYE OF THE TORNADO.
12 Juni 2023
spielt verrückt
Neulich lief auf meinem ehemals Lieblingsradiosender
den ganzen Tag ein Programm unter dem Motto "spielt verrückt".
Unter der Auflage, dass es SPASS machen müsse,
wurde JEDER noch so absurde Musikwunsch erfüllt.
'Dürfte ja klar sein, was dann bei so was rauskommt?
Es waren SEHR exotische Sachen dabei.
Habe seit JAHREN nicht mehr so gerne Radio gehört
wie an diesem Tag.
Und übrigens wurde während ich zuhörte kein einziger
Song aus den letzten zehn Jahren gewünscht.
Leicht nachvollziehbar.
01 Juni 2023
KcilbkcürnehcoW [ KW 21 @ 2023]
ich hoffe, das Wetter bleibt noch so. ]
Es waren keine 6 Wochen mit dem neuen iPhone 14, dann hatte
ich die Schnauze voll. Zu groß, zu dick, unhandlich wie Sau und
auch zu schwer. Unmöglich, das mit einer Hand vernünftig zu
bedienen oder ohne hinzuschauen zu entsperren.
Konsequenz: Rollback zurück auf den Vorgänger, das iPhone SE2.
Jetzt versuchen Sie mal, für die Übertragung AUF EIN ALTES GERÄT
im Internet eine Anleitung zu finden. Keine Chance.
Apple support angechattet. Sehr schnell, korrekt, freundlich und rasch.
Bestnote aus meiner Kundensicht. Problem gelöst.
Etwa 30 min später war alles wieder, wie es vorher war.
Genau, wie ich es brauche. Zurück zu dem, was gut ist.
So mag ich es.
Und die Freundin freut sich jetzt über ihr neues iPhone 14.
Mädchen ticken bei Telefonen ja...anders.
weil ungerechtfertigt spezifizierend,
ich nehme das daher zurück.
Taschenkalender da im Hintergrund?
Sehen Sie ihn, ja? Genau.
Auch so ein gutes altes Ding, was nicht ersetzt wird.)
DIENSTAG
Treffe mich mit dem Büffel in der gewohnten Burger-location.
Habe ihm die Sache mit der "wir sind nur Bekannte, nicht Freunde"-
Nummer noch nicht verziehen, aber Menschen zu mögen bedeutet,
immer wieder mal die Augen zudrücken zu müssen.
Und Burger-Essen muss schließlich auch sein.
Also: Treffen mittags.
Es werden Konzertideen und Aktuelles ausgetauscht.
Und der unerwartet notwendig gewordene Krankenhaus-
aufenthalt seiner Frau.
Die hatte nachts Herzrasen bekommen und hatte überhaupt auch
seither schon ein -sagen wir- argentinisches Gemüt im Umgang
mit Dingen, die nicht so ein sollten, wie sie es gerne hätte.
'Werfe sehr vorsichtig ein, dass nach dreißig Jahren Ehe mit dem
Büffel ja durchaus hinreichend Gelegenheiten für Herzrasen und
eine gewisse Unaufgeräumtheit im Geist der Gattin nicht ganz
unerklärlich erscheinen, so von dritter Seite aus betrachtet.
Ein kurzer, unfreundlicher Blick, dann stoßen wir wieder an und
genießen Speis und Trank.
Denn viele dieser Treffen, das sagt mir mein Gefühl,
wird es nicht mehr geben.
Wieder draußen vor dem Lokal erwarten uns die Schönheiten der Landeshauptstadt.
Alles wie immer.
Müsste ich auch nicht mehr bis an mein Lebensende haben, übrigens.
MITTWOCH
Erfahre "so nebenbei", dass der verstorbene Freund der Schwester
meiner Freundin es offenbar nicht NUR aus ideologischen
Gründen ablehnte, mehr als 3 Tage die Woche zu arbeiten.
Sondern dass aus den Zeiten seiner Selbständigkeit da wohl
auch noch "ein paar Beitragsschulden" bei der gesetzlichen
Krankenkasse offen waren. So etwa siebzig Riesen.
Was (wenn ich die Jahre seiner Selbständigkeit richtig weiß) bedeutet,
dass der Mann nicht einen einzigen Euro an GKV-Beiträgen jemals
entrichtet haben kann.
Ja, dann ist es natürlich klar, dass man als Angestellter nicht
Vollzeit arbeiten kann - Thema Pfändungsfreigrenzen und so.
Das lässt seine Ideologie des "ich lebe ja nicht um zu arbeiten"
dann schon wieder in einem etwas schattigeren Licht erscheinen.
'Könnte kotzen, wenn ich so was mitbekomme.
Ich sag jetzt nicht das böse Wort Sozialschmarotzer, ohne Rücksprache
mit dem Betreffenden gehalten zu haben. Was ja nicht mehr geht.
Aber ich muss mich schon auch ein wenig zusammennehmen.
Auf der Anreise zur Freundin wird auf der Autobahn
eine Pinkelpause fällig. Blöde Sache, mit dem Kaffee immer.
Aber ohne geht's eben auch nicht.
Ich vermeide Rasthöfe und Autohöfe, wenn es geht.
Ein Euro Pinkelgebühr lehne ich inzwischen grundsätzlich ab,
eine ziemliche Unverschämtheit in meinen Augen.
Auf dem Parkplatz fällt mir eine sehr hübsche, schlanke junge
Frau mit langen hellbraunen Haaren auf, die aus ihrem Fiat500
einen Schraubenschlüssel holt.
Bzw. genauer: Eine Art gebogenes Rohr aus Metall.
So Schrott halt, der ab Werk hinten mit im Auto drin ist.
Denke mir, das kann eigentlich nur schiefgehen und gehe zu
ihr rüber. Sie ist gerade dabei, sich neben ihr Vorderrad hinzuknien,
aufgrund der Kürze ihres hellblauen Kleides kann ich davon nur
abraten.
Ob ich ihr helfen könne. Sie wirkt sofort sehr erleichtert und gibt mir
das Schraubenschlüsselspielzeug. Der Wagen schwanke in Fahrt unruhig,
die Reifen wären neulich erst draufgemacht worden, eventuell sei
eine Schraube locker?
Stelle fest: Alle Schrauben sitzen bombenfest. Das ist es nicht.
Lasse mir von ihr nochmal ganz genau beschreiben, wie sich
das Auto verhält. Es fällt ihr erkennbar schwer.
Da kommt mir eine Idee.
Ich schaue mir die Federbeine der Vorderachse noch einmal an.
Und tatsächlich. Auf der rechten Seite ist die sichtbare Distanz
zwischen Manschette und Feder deutlich größer.
Der Stoßdämpfer müsste es hinter sich haben.
Ich habe keine Ahnung von Autos. Aber das könnte es sein.
Ich bitte sie, sehr vorsichtig weiterzufahren, sie schaut mich
dankbar und etwas beruhigt an wie ein (leider unglaublich attraktives)
Schulmädchen und genau diese Phantasie muss ich anschließend
für den Rest meiner Weiterfahrt wieder aus dem Kopf bekommen.
FREITAG
Endlich wieder in Köln.
Und nach 19 Jahren auch mal wieder in diese
in guter Erinnerung behaltene Kölschkneipe.
Immer noch 1.90 € für Kölsch, und nur zwei Gerichte auf der
Karte, die mehr als zwanzig Ocken kosten. Feine Sache.
Leider scheiße laut da und man sitzt ziemlich kölschkneipig.
Überraschung weniger herausfordernd als gedacht)
SAMSTAG
Schönes Wetter heute.
Spaziergang in einem der Stadtparks von Köln.
Ehrlich? Würde mir auch reichen, so als Grün drumrum.
Ich bräuchte so viele Weinberge und kilometerlange Natur
gar nicht mal so zwingend. Stelle das immer wieder fest.
Ein Asiate, es sind ein halbes Dutzend Community-Bekannte dabei,
etwa ein Drittel der in der App Angemeldeten erscheint aber nicht.
Völlig normal, Großstadt halt.
was ich in dem Laden merkwürdiger fand:
Den leuchtendgrünen süßen Nachtisch, oder den
Aufkleber in der Herrentoilette.)
SONNTAG
Muss ich nicht nochmal haben.
Der Typ, der als Vorgruppe dabei war, war hingegen interessant:
Er hatte 2 Violinistinnen und einen DJ mit Apple Macbook mit dabei,
sah im Prinzip aus wie ein abgebrochener Bettler mit Mikrofon und sang.
Und das wirklich gut, ich empfehle Ihnen, in den Mann mal 5 min
zu investieren, er heißt Johan Lenox.
23 Mai 2023
Einflussfaktor: Angst
Noch im Oktober 2020 hatte er auf die Frage nach seinen
musikalischen Einflüssen nachgefragt mit
"Zählt Angst auch zu 'musikalische Einflüsse'?"
Da wusste noch niemand, dass er drei Wochen später
bereits tot sein würde.
Auf i_O war ich über youtube gestoßen, dort gibt es einen
sehr hörenswerten remix eines meiner Lieblingsstücke
von deadmau5.
Nach und nach zog ich mir von dort einstündige Live-sets
für lange Autofahrten herunter. Faszinierend, wie jemand,
der so jung war, derart autentisch Rave-sounds der Neunziger
raushauen konnte.
Das ist jetzt nix für jeden Tag und jede Fahrt,
aber so hin und wieder hält mich das unterwegs wach.^^
Wenn dann dieser Escape Halloween - Rave-a-thon läuft,
fallen mir die ersten Interviewsätze von oben wieder ein.
Zählt Angst auch zu "Einflüsse"?
Wenn ich dann an die meisten der zurückliegenden Jahre denke:
Das zählte bei mir nicht nur "auch zu den Einflüssen".
Es war der zentrale Einfluss für sehr, sehr Vieles,
was ich getan habe.
Vor Allem war es aber etwas Schlimmeres.
Nämlich der zentrale Faktor für das, was ich unterlassen habe.
Und so was fällt mir dann ein.
Wenn ich unterwegs bin.
Und i_O anhöre.
21 Mai 2023
the return of the bird whisperer
Über kommerzielle Emails freue ich mich nie.
Wirklich nie.
Jetzt am Wochenende kam die eine, einzige Ausnahme:
Ewan Dobson mailte seine Fans an, dass es auf YT neue
Aufnahmen zu hören und sehen gäbe.
Das musste sofort in Augenschein genommen werden.
Und Junge, ich hab gezittert beim Anhören.
Glauben Sie daran, dass Musik (zumindest temporär)
einen besseren Menschen aus jemandem zu machen vermag?
Ich schon. Ich glaub' das.
Und hier sind sechseinhalb Minuten, die das Zeug dazu haben,
einen besseren Menschen aus Ihnen zu machen.
10 März 2023
Ich werde mit Dir fliegen
Ich glaub', das hier müssen die mal auf meiner
Beerdigung spielen. Darauf bestehe ich.
Version mit der Kirchenorgel.
Was für ein Hammerstück.
Was für ein Finale der zu Ende gehenden Neunziger.
Und was für ein Text.
Schwer, trocken zu bleiben dabei.
Finde ich.
L'amour toujours.
03 Februar 2023
Sargent D. is coming (and you're on his list)
an dem dieses nun 32 Jahre alte ThrashMetal-Goldstück auf
YouTube nicht mein Lieblings-Livevideo sein wird.
Überhaupt, das ganze Live-Album von denen:
Eine Katastrophe.
Ein einziges Geprügel. Wie auch schon das Studioalbum.
25 Songs in nicht mal 51 Minuten!
Danny am Bass, fast schwerelos, tänzelnd.
Scotti mit Gitarre, stampft die Bühne zu Brei, blitzschnelle rechte Hand.
Charlie an den Drums, noch ohne Rückenprobleme damals,
prügelt alles kurz und klein, gnadenloser double bass.
Billy am Mikro, das fette rassistische Arschloch, Zigarre und Maske,
einfach nur jener Frontkotzbrocken, der er immer war.
Hach. so gut.
So. gut.
25 Dezember 2022
Schtschedryk
Schtschedryk ist der Name eines heidnischen Volksliedes.
Es erzählt die Geschichte einer Schwalbe, die zu einem Wirt fliegt
und ihn ruft, damit er auf seine Schafherde schaut, wo viele
Lämmer geboren wurden - das bedeutet Wohlstand für den Wirt,
er kann nun viel Geld verdienen. Zudem hat er eine schöne
Ehefrau mit schwarzen Augenbrauen.
Wir kennen das Stück eher unter seinem Namen, der im
Anglo-amerikanischen Raum und mit neuem, weihnachtlichem
Text verwendet wird: Carol of the bells.
Ich höre das Stück in seiner instrumentalen Gitarrenversion
nur noch selten, aber wenn, dann um die Weihnachtszeit herum.
Es passt so schön da hinein.
Und bedenkt man, dass es eigentlich ein ukrainisches Volkslied
ist, und dass wir in Zeiten wie diesen ganz besonders an jene
denken sollten, die sich auch wieder Frieden und Frohsinn wünschen
und so sehr verdient hätten, passt es vielleicht noch ein bisschen
besser.

