07 November 2023

Wasted Years

 
Vielleicht bin ich überkritisch, wenn es darum geht,
zurückzublicken und an Orten und in Zeitgeschehnissen
Erfolge und Großartiges ausfindig zu machen:

Retrospektiven fordern mir stets Selbstbeherrschung ab:
Gerne fallen mir die negativen Dinge ein.

Das Auflisten des ganzen Positiven hingegen bereitet mir Arbeit.
Es kommt nicht von allein, fühlt sich nicht natürlich an.
Ich muss mich ein bisschen zusammenreißen dafür.

Keine Ahnung, wo ich das herhabe.
Doch anders war es nie.

Anders geht es mir mit Menschen.
Auch, wenn mir schon nachgesagt wurde, schlecht geredet
zu haben über Menschen, die ich einmal geliebt habe oder die
-noch relevanter- mich einmal geliebt haben, denke ich doch
ganz still in mir drin gut über sie.

Und das tue ich auch mit jenen, die mir durch ihr eigenes
Verhalten im Nachgang dazu nicht unbedingt weiteren Anlass
gegeben haben. 

Meine bevorzugte Denke dazu geht etwa so:

Alles endet.
Du hast NIE in der Hand, wann das der Fall ist,
und SELTEN in der Hand, auf welche Weise das geschieht.
Aber enden tut es doch, alles.

Und danach hast Du es aber wieder in der Hand:
Nämlich wie Du darauf zurückblickst und es Dir
in Deinem Herzen behältst.


Zurück zu dem, wie man die eigene Vergangenheit betrachtet,
was man an ihr findet, Gutes wie Schlechtes:

Manchmal entpuppen sich Dinge, Erlebnisse, Worte
erst mit einer wahnwitzigen verzögerung als das,
was sie für uns schlussendlich darstellen und bleiben.

Die "Wasted years" von Iron Maiden kenne ich seit 37 Jahren.
Aber erst  jetzt, in diesen Tagen verstehe ich, wie sehr das Stück
zu mir passt und was es mir eigentlich bedeutet.

Vielleicht, weil es das auch jetzt erst tut.
Vielleicht muss das so.
Vielleicht begreife ich das alles mal, wenn ich groß bin.

Und vielleicht werden SIE dann auch endlich mal
heute zum Iron Maiden Fan - es gibt zwar etliche tolle 
Akustikversionen von WASTED YEARS auf YouTube:

Aber die von Opa Clifford ist mir die liebste.

Sein Gitarrenspiel ist das beste
und er benutzt anders als die Anderen
 null Technikschnickschnack, das mag ich :-)



From the coast of gold
Across the seven seas
I′m travellin' on
Far and wide
But now it seems
I'm just a stranger to myself
And all the things I sometimes do
It isn′t me but someone else

I close my eyes
And I think of home
Another city goes by in the night
Ain′t it funny how it is?
You never miss it 'til it′s gone away
And my heart is lying there
And will be 'til my dying day

So understand
Don′t waste your time always searching for those wasted years
Face up, make your stand
And realize you're living in the golden years



7 Kommentare:

  1. Grandios, was der Opi da macht <3 <3

    Und hey, keine Jahre sind "wasted", so lange es sich in _dem_ Moment _richtig_ anfuehlte, was man da gelebt hat.

    Das mit den ehemaligen Weggefaehrten, auf die man schlussendlich im Positiven zurueckblickt, kenne ich auch so. Und das ist schoen! Es gibt so viele Menschen, die so viel alten Groll auf andere hegen... so viel Energie, die fuer Hass draufgeht. Total unnuetz.

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    1. Groll auf Geschehenes ist so unglaublich sinnlos, dabei zugleich so lächerlich kraftraubend…. aber jeder braucht seine eigene individuelle Zeitspanne, um irgendwann ganz davon ablassen zu können.

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    2. Klar braucht es Zeit. Ich bin an der Stelle ja auch noch nicht ganz durch mit dem ex-Gatten.
      Ich bezog mich mehr auf die gefühlt steil zunehmende Zahl von Menschen, die Groll auf irgendwas oder irgendwen zu ihrem Lebensinhalt machen und den hegen und pflegen, anstatt mal das Gänseblümchen am Wegesrand zu bestaunen und die Sache einfach gut sein zu lassen.

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    3. Eine schöne Zeile was das - vom Gänseblümchen am Wegesrand:

      Das ist ein toller blogpost-Titel - ich nehme ihn mit !

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  2. Antworten
    1. Ich hab den Opi gleich abonniert ☺️.

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    2. ….und ich BETE, dass er sich auch noch Adrian Smiths Song REACH OUT aus dem gleichen Jahr annimmt!!

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