20 September 2025

vom letzten Song

 

Dieses Mal hatte er es kommen sehen.
Gefühlt hatte er es, tief in sich, länger bereits.

Die vorherigen Zyklen waren mit einem Paukenschlag
oder vielmehr einem plötzlichen Herausgerissenwerden
zu ihrem Ende gekommen.

Nicht so dieses Mal.

Schon seit einiger Zeit war da so eine merkwürdige, unbekannte
Entspanntheit präsent gewesen bei der Überlegung, wie lange er
in dieser seiner Form samt Schnabel, Federkleid und Krallen
wohl noch unterwegs sein würde.

Im Gegenteil:
Der Gedanke an einen Abschluss hatte ihm zunehmend
eine innere Ruhe, fast schon Vorfreude ins Gemüt gestreut.

Mit rationalen Überlegungen hatte er diese Gefühlswahrnehmung
dann zu beherrschen, einzuordnen, zu korrigieren versucht:

Musste ihm denn nicht klar sein, dass keine Ende bisher
ein Endgültiges vermocht zu sein hatte?
Und wenn dem so sein würde, war denn bisher nicht jeder
Neuanfang von Geburtswehen, Identitätsfindung, Stolpern 
und Stocken geprägt gewesen?

Doch all diese Gedanken waren vorbeigezogen, hatten nicht zu
verfangen vermocht, die grundtiefe Entspannung über das Ende,
die Freude über das schon bald erfolgende Loslassen und Beenden
war stets präsent geblieben.

Und eines Morgens war es dann soweit.

Es hatte mit einer anschwellenden Wärme unter seinen Krallen 
begonnen, einer langsam durch die Klauen nach oben bis in
seinen Rumpf wandernden immer steter werdenen Hitze.

Nicht unangenehm - eher wärmend heiß, schmerzfrei, freundlich.

An irgendeinem Punkt schaute er nach unten und stellte fest,
dass sein Gefieder um die Füße herum bereits goldrot zu glimmen
begonnen hatte, und da er wusste er es - der Moment war gekommen.

So gut ein Lächeln mit Schnabel eben möglich war, lächelte er,
mit geschlossenen Augen, streckte langsam seine Flügel so weit aus
wie er nur konnte, legte den Kopf in den Nacken und spürte, wie
aus dem Glimmen ein Lodern wurde, das ihn von unten rasch nach
oben wandernd erfasste und jedes Gespür für seine Existenz von unten
nach oben zu Asche verstauben ließ.

Kurz bevor das Feuer seine Augen erreichte,
blinzelte er noch ein letztes Mal,
mit klarem Blick nach oben,
in den blauen Himmel,
den er so sehr liebte,
der künftig seine Ruhestätte sein würde,
bevor die orangelodernden Flammen die letzten Wahrnehmungen
seiner alten Existenz der Vergangenheit übergaben.

Und das letzte, was er empfand, bevor sein Zyklus endete, war:

             Tiefer innerer Frieden.



( Vielen Dank für Ihr Interesse und
die Zeit, die Sie mir stets geschenkt hatten.

Es war mir ein Fest. )



01 September 2025

/offtime

 

Nicht, dass es im Moment wirklich noch
einen Unterschied machen würde,
aber es wird die nächsten Wochen hier
wirklich still werden.

Der Jahresurlaub steht bevor.

Viel werde ich am Strand liegen und besichtigen.
Teile meines Gewichtsverlustes werde ich
sicherlich wieder einbüßen.
Und ich werde mir Gedanken darüber machen,
ob ich das hier wirklich weiter betreibe.

Ich bin müde, ein wenig desillusioniert,
auffallend wenig dialogaffin
(und daher auch nur gering streitlustig).

Und: Ich beäuge absolut alles, was ich anfasse,
hochpriorisiert unter dem Aspekt des
zu erwartenden zeitlichen Aufwands.

Genießen Sie also weiterhin die Ruhe.

Während ich die Lust am Schweigen
zu genießen begonnen habe.





29 August 2025

Screenshots 08.2025

  [  ich stehe unmittelbar vor meinem
Sommerurlaub in der Toskana und habe
das, was ich immer habe vor Reise-Urlauben:

Stress allein schon beim Gedanken daran
und NULL BOCK darauf.

Die vor Freude auf einem Bein um ihren
bereits halb gepackten Koffer herumhüpfende Frau
im Haus macht das nicht besser.

Da mein Schicksal aber durchaus erträglich
wirkt im Vergleich zu anderen, füge ich mich.

Und mache mich die nächsten Wochen noch
etwas rarer, als ich es ohnehin schon war.

Bleiben Sie gesund. ]




  [  manche Chats verlaufen irgendwann vielversprechend. ]




  [  Speziell in langjährigen Beziehungen sollte MANN
sich seiner Sache nie zu SICHER sein... ]





  [  die große RAP-Philosophin GILLETTE sang ja einst schon
YOU KNOW, MEN ARE DOGS.  ]







  [  das Schöne an der Konversation mit einer Frau aus dem Ostblock
ist, dass sie immer wieder etwas 
sprachlich Unerwartetes auf den Tisch legt. ]






  [  Bisweilen lohnt es sich, Chats nach der ersten Woche aufzuräumen.
Heieiei.]





  [  Der Job meiner Autokorrektor wird zunehmend herausfordernder. ]





  [  Vielleicht mach ich das doch noch mit der
Sex
-Hotline für einsame Frauen. ]




  [  So wie ich empfinde vermute ich, der Antwortende war gleich alt wie ich. ]




  [  Ich befürworte dieses Fortbildungsbestreben von
-ohnehin schon sehr gut geskillten- Frauen, aber manche Sachen
werden mir immer fremd bleiben... wenn ich Glück habe! ]





  [  Ich glaube, alle Nachrichten von ihm in den
letzten 18 Monate kamen

a) nachts ab 1 Uhr oder später
b) 
angeschickert
c) aus dem Ausland

Ich finde das absolut großartig. ]




  [  Ich würde das jetzt nicht unbedingt als "obscure sorrow"
bezeichnen, aber gut. Was weiß ich schon. ]






  [  Understandable. Totally. ]





  [  Manchmal denke ich, diese eigentlich abgeschaltete
KI hört bei mir doch heimlich mit. Die kennt mich auffallend gut. ]





  [  Snoopy und "Die Strafe der frühen Geburt".
*Seufz*. ]


18 August 2025

von den 17 Kaffeetassen

 
Folgende Situation habe ich aktuell, und das erklärt
auch zum Teil meine aktuelle Stille hier im Blog:

Es gibt 3 Arten von Themengebieten, bei denen es eine
Schnittmenge gibt zwischen "worüber ich schreiben
könnte" und "worüber ich schreiben wollen würde".

Thema 1 kann ich hier nicht bringen, da zu kontrovers
- und außerdem sollte niemand bloggen, der das Echo
nicht verträgt - zu DEM Thema WILL ich aber kein
Echo. Wozu dann also verbloggen?

Thema 2 kann ich hier nicht bringen, weil es ein
einziger, in Fortsetzungen ergießender rant wäre,
über dieses Land und jene, die es regiert haben,
regieren und die darin leben.
Es liegt keine Freude in solchem Leseinhalt.

Thema 3 wäre hochinteressant für Sie,
fordert aktuell auch Zeit von mir ein,
aber eigene Dummheit bzw. Bekanntheit (was das
Gleiche ist) verhindern solcherlei content.

Und nur allzu selten verspüre ich derzeit Lust
auf Banales wie zum Beispiel Kaffeetassenbilder.

Wie ich damit künftig umgehe, kann ich noch nicht sagen.
Aber deshalb heute erstmal nur:

Ich lebe noch.
Und jetzt erstmal Kaffeetassenbilder.




















10 August 2025

6G KW 32 | 2025

 gewogen |

"You cannot manage what you cannot measure."

= Scheixxspruch aus der Gedankenwelt der Führungsebenen,
zutreffend hingegen für die private Gewichtskontrolle.

Die Langgedienten unter Ihnen werden sich vielleicht noch
erinnern an "NO MORE XXL", eine fast vergessene post-Reihe.



[ Wie ich erstaunt feststellen durfte, gab es sogar Leser,
die haben sich das damals AUSGEDRUCKT.
Und konnten es mir dadurch 
nochmal zusenden. ]


Und eine der damaligen Lektionen war, sich wirklich täglich
auf die Scheixx-Waage zu stellen. Hab ich auch durchgezogen.

Oder na, sagen wir: An 25 von 30 Tagen im Monat.

Es vermittelt ein wirklich gutes Gefühl dafür,  welche Ihrer
Verhaltensweisen sehr schnell zu keiner Gewichtsabnahme führt
und welche es eben doch tut.

Und da wäre ich nun (wieder) fast am Ziel.



Noch ein paar Meter weiter auf der Zielgeraden,
dann kommt die nächste Aufgabe:

Stellung halten. Um jeden Preis.
Könnte spaßig werden.


 gekocht  |


Marmelade ein.
Auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Person (die Liebste).

Die ich im Gegenzug übrigens zu Frondiensten verpflichten konnte.

Nicht das, was Sie jetzt denken (okay, das auch.)
Marmelade gegen Sex?
Finde das einen total ausgeglichenen und auf gegenseitiger
Wertschätzung basierenden Handel.

Außerdem kennt man das Essen-gegen-Sex-Tauschprinzip
auch von anderen Primatenweibchen (Schimpansen, Bonobos, Kardashians).

Aber nein, ich konnte noch besser als Sex verhandeln:

Die Liebste führt nun eine -hier seit Langem schmerzlich vermisste-
EXCEL-Tabelle mit dem hiesigen Marmeladebestand!

Und übrigens waren dieses Jahr Erdbeere und Pflaume dran.









 gestiegen  |

Abwechselnd über Kater und Warenpakete, je nach Tag.
Um in meine Haustür einzukommen.




Problem bei den Paketen ist dabei, dass sie vorher BEISEITE
geräumt werden müssen.

Problem beim Kater ist dabei, dass der NUR beiseite geht,
wenn glaubhaft Aussicht auf einen Snack besteht.

Was uns eigentlich nicht mehr gestattet ist von seinem Frauchen
nebenan (Kater hat den BMI von Ricarda Lang und auch deren Gang).


 gehört  |

Neue Musik wurde ins Auto geladen und random abgespielt.
Mitfahrende zeigten sich irritiert.

Als hätte dazu mein Fahrstil nicht schon ausgereicht, tsstss.





 gescannt |


Mit der kleinen Verzögerung von etwas mehr als 23 Jahren
habe ich endlich angefangen, das Projekt "alte Fotos digitalisieren"
anzugehen.

7 Fotoalben sind schon im Müll gelandet und haben Platz
frei gemacht für...ok, Sexspielzeug.

Beim Einscannen (Handy) tauchten Bilder lang vergessener
Zeiten wieder auf.

Einmal ein Foto, was von mir aus dem vorausfahrenden Auto
geschossen wurde, mit erklärungsbedürftiger Beifahrerbegleitung.

Und eine alte Tankrechnung, die wehmütig erinnerte an Zeiten,
wo die ganz normale Lebenshaltung noch nicht
gefühlt 2,35 Vollzeitgehälter einforderte.




[ selbstverständlich kann man alles auch relativieren,
damit sich das Leben schöner anhört.

Bspw. Statistisches Bundesamt und andere
regierungslinientreue Orgelpfeifenmedien liefern
wöchentlich gute, belastbare Exempel dazu ab.

Hierzu ein Rechenbeispiel:

Die o.g. Spritmenge kostet heute
-in echtes Geld zurück gerechnet- DM 133,--.

==> Die Teuerungsrate über 24 Jahre liegt
also bei lediglich 2,919% p.a.


Fühlen Sie sich nicht gleich viel besser?! ]

 gestreichelt  |


Der mit Abstand häufigste Satz, den ich von Kunden in 
30 Jahren Außendienst-Vertriebstätigkeit gehört habe, war:

   "Ach! Das macht der sonst aber nie!?"


Letzte Woche begrüßte mich bereits gleich in der Bürotür
dieser "good boy" und ließ erst nach ausgiebiger Streichelrunde
von mir ab.




03 August 2025

Anruf von unbekannt

Donnerstag, 11.15 Uhr.
Es klingelt auf meinem Handy.

Okay, gleich ein Fehler in der ersten Zeile?
Das ist neu, sogar für mich.

Genauer: Bei allen Anrufen, bei denen der Kontakt nicht
im Handy gespeichert ist, klingelt mein Handy NICHT.

Sondern es wird einfach stumm die anrufende
Nummer im Display angezeigt.

Sehe ich sie rechtzeitig, ist gut.
Wenn nicht, dann auch.
(Mit dem Alter wird man selektiver.)
Ich gehe ran, die Verbindung ist schlecht.
Gleich der Name, den der Mann mir nennt, wird verschluckt
von den Unzulänglichkeiten der deutschen Mobilnetzabdeckung.

Aber ich kenne diese Stimme.

Ich kenne diesen Akzent. Diesen Singsang im Sprechen.

Wer ist das nur!?

Der Mann fragt mich, ob ich noch in Fellbach wohnen
würde. Ich verneine und werde neugierig.

Ob es sein könne, dass ich mich von meiner Frau habe
scheiden lassen. Ich bejahe und werde noch neugieriger.

Und dann weiß ich, woher ich diese Stimme kenne!

"Ach! Jetzt weiß ich, wer Sie sind! 
Sie sind der IT-Mann, der in den letzten zehn Jahren
zwei Mal bei uns zuhause war, um unsere Notebooks
auszutauschen, stimmt's!?"


"Äh...jaaaa, Sie erinnern sich noch an mich?!"

"Na und ob! Sie waren der Einzige, dem ich mal einen
Handyklingelton besorgt und zugemailt hatte, weil Sie
den damals so geil fanden!"


"Einen Handyklingelton? Welchen denn??"


"Die "INTERNATIONALE"!"

"Tatsächlich. Sie sind es wirklich. Sie wohnen aber nicht
mehr hier im Süden, denn hier steht eine merkwürdige Adresse..."


"Die merkwürdige Adresse ist bei Köln. Ich glaube, Sie werden
einen Kollegen mit dem Gerätetausch beauftragen müssen.
Deshalb hatten Sie doch angerufen, oder?"


"Ja genau. Ach schade. Bei manchen Kunden bedauert man es ja,
wenn man sie nicht mehr betreut. Sie sind so einer von ihnen."


"Machen Sie es gut. Und geben Sie Bescheid, wenn Sie
was brauchen, ich sammle immer noch Klingeltöne!"


"Mache ich, bleiben Sie gesund."


01 August 2025

Tag des Alpakas

Heute ist der "Dia Nacional del Alpaca" in Peru.

Mit diesem jährlichen Aktionstag soll die wirtschaftliche
und kulturelle Bedeutung der Alpakas für das Land
ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

Dazu zählt auch, dass man den 1. August dazu nutzt,
die Arbeit der lokalen Alpakazüchter und Wollhersteller
zu würdigen und den Verkauf von Alpakaprodukten zu fördern.

( Quelle )

  Ich fand, das sollten Sie wissen.



31 Juli 2025

vom Scheibletten-Mann

Ich habe einen fürchterlichen, dabei so leicht vermeidlichen
Fehler begangen, der mir seit einigen Tagen nachhängt.

Im Rahmen beziehungsinterner Kommunikation erfuhr ich
vom wilden Interesse der Frau an...schrecklichen Dingen.

Was musste ich auch so doof fragen.

Ich meine, es ist nicht notwendig, immer alles
vom Partner zu wissen!

Und dann sollte man vor Allem es nicht herausfordern,
mehr als, sagen wir, für das aktive Zusammenleben
Erforderliche in Erfahrung zu bringen.

All das hatte ich nicht auf dem Schirm.
Ich, der Beziehungs- und Ehe-erfahrene.

Daher kann ich keinerlei Schuldminderung mehr
in Anspruch nehmen für mein Fehlverhalten.

In der für die Frau vorgesehenen Räumlichkeit* 
traf ich die Liebste bei ihr vom Herrn, unserem Schöpfer,
zugedachten Tätigkeiten** an und stellte fest, dass sie
erneut diesen sicherlich erfreulichen und lobenswerten
Tätigkeiten mit zugedübelten Ohren*** nachging.

Um sie bei der nun durch mich vorgesehen Kaffeeentnahme
nicht von hinten zu erschrecken, sprach ich sie an.

Sie reagierte und drehte sich freudig um.
Ein bisschen ZU FREUDIG, schien mir.

Irgendetwas schien sie erheitert, gar begeistert zu haben.

Und dann fragte ich neugieriger Trottel, was sie so
zur Begeisterung zu treiben vermocht hätte.

Und dann erzählte mir das Weib freudestrahlend,
dass da in dem true crime Fall, den sie gerade als
podcast gehört hätte, sich ein Typ in einem ...
intensiven Fall von Autoerotik

1) einen Neopren-Taucheranzug übergezogen, aber

2) vorher darunter einen wasserdichten Angler-Suit
    angezogen, aber 

3) vorher auf seinem ganzen Körper 300 Scheiben
    Scheiblettenkäse
ausgelegt hätte

4) um sich hiernach mit einer Plastiktüte überm Kopf den
    Sauerstoff zu Lustgewinnzwecken aus dem Hirn
    zu atmen und daran auch schlussendlich verstorben sei.

Und da stand ich nun.
Neben der stumm die letzten Kaffeetropfen in meine Tasse
drippenden Kaffeemaschine.

Und starrte fassungslos.
In das teuflische Begeisterung austrahlende Gesicht der Liebsten.

Und das war der Tag,
an dem Herr Rain beschloss,
sich nie, nie, nie wieder ungefragt
und vor allem ohne jede Not in die
gedanklichen Interessen einer Frau
zu involvieren.





* Küche
**Essenszubereitung
***InEar-ANC headphones

30 Juli 2025

20,1 kg

 ( Sie lesen einfach nicht gründlich genug meine posts.
Sie alle.

Also heute nochmal. Als CONTEST:

Wer DAS errät, darf sich von mir
 WAS WÜNSCHEN hier im Blog
.)