28 Januar 2025

vom erneuten Anlauf (part 1)

 „Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenster werfen“,
sagte der berühmte Schriftsteller Mark Twain einst.

„Man muss sie die Treppe hinunterprügeln,
Stufe für Stufe.“



[ ...KI ist fürchterlich, oder?  ]


Mit 49 hatte ich mich auf mein Idealgewicht herunter gebracht,
die Veteranen unter Ihnen erinnern sich vielleicht. 

Also ICH erinnere mich super. Im Dezember 2019 entstand
nämlich mein Lieblingsselfie von mir. 
Und ich kenne alle meine Lieblingsselfies, weil eben im
Schnitt auch nur alle 3-4 Jahre mal EIN gutes Foto von
mir entsteht, gefolgt von Jahren der Diaspora. 

Halten Sie mich für einen selbstverliebten Narzissten, aber
in den letzten 3 Jahren habe ich öfter mal traurig dieses Bild
im Handyspeicher hervorgekramt.

Auf dem Bild war eine Zusammenfassung dessen zu sehen,
wenn man etwas RICHTIG macht und durchzieht. 

Im April damals hatte ich aus genau dem gegenteiligen Grund
einen Entschluss gefasst (ich sollte ein Foto für eine Kollage
zumailen und hatte trotz tagelanger Suche nicht ein einziges 
aktuelles vorzeigbares f*ck*ng Foto von mir gefunden).

Einen Monat darauf hatte ich bei einer Hochzeit die Liebste
kennengelernt, quasi also noch auf Altgewicht-all-time-high
- und bis heute ist mir ein RÄTSEL, wie ich SO diese Frau
für mich hatte begeistern können. 

Mit Teilfasten plus low-carb hatte ich es in 7+ Monaten auf
32 Kilo weniger geschafft und war damals überrascht. wie
leicht und aufwandsfrei das gelaufen war. 

Die Dokumentation dieser Zeit hatte -ein wenig zu sehr
braggy- damals im Vorgängerblog „Nie wieder XXL!“
geheißen.

Tja.
Damals.

Damals waren die Umgebungsvariablen freundlicher.

Noch war ich in den Vierzigern.

Noch hatte ich eine DINK-Ehe, mit 1/2 Lebenskosten pro Kopf.

Noch hatte ich einen 100% home office-Job, folglich freie
Einteilung, was ich wann essen würde.

Und vor Allem mit täglich genügend Zeit, selbst zuzubereiten
sowie mehrmals wöchentlich Fahrt zur Edeka-Salattheke plus
heißer Metzgertheke. 

All das hatte sich geändert vor 3,5 Jahren.
Wie mir erzählt wurde, hatte ich ziemlich rasch nach der
Trennung angefangen, es gründlich krachen zu lassen.

Also:
Nervenfutter statt Salat.

Mahlzeit-Uhrzeiten fernab eines Teilfastens.

Und vor Allem: Alkohol fast täglich.  

Was wiederum nächtliche Kühlschrankbesuche nach sich zog.

Plus 750km an 3/4 Wochenenden privat. 

Plus Stress,
privaten und sehr harten Anfeindungen,
Rausschmiss aus der Wohnung,
hektischen und ernüchternden Wohnungsbesichtigungen,
langen Arbeitstagen am Rechner,
Jobwechsel zurück in den -sehr weite Strecken fahrenden-
Außendienst.
etlichen Hotelübernachtungen mit Abendgastronomie,
zwischendurch Notarscheiße, Anwaltsschreiben, Scheidung,
Chefwechsel und nicht eingelöste Versprechen im Job,
zwischendurch immer wieder Bewerbungen,
immer wieder Absagen,
erneuter Chefwechsel,
erneut mehrmonatige frustrierende Wohnungssuche,
teurer Umzug,
trallala.

Ich will nichts entschuldigen, aber es war ein bisschen
was los gewesen die letzten 40 Monate.

Long story short:

In dieser Zeit hatte ich es geschafft, mich bis auf 95%
meines Ausgangsgewichtes zurückzufressen und -trinken,
wie der nach Monaten erstmalige Gang zur Körperwaage
Ende Dezember letzten Jahres schockierend feststellte.

Einen zaghaften eineinhalbwöchigen Versuch hatte ich im
Spätherbst schon mal unternommen:

Da hatte ich kurz probiert, ob ich mit den „alten Maßnahmen“
wieder einen so motivierenden Anfangserfolg würde erreichen
können.

Und der war scheppernd in die Hose gegangen.
Gar nichts hatte sich auf der Waage getan damals.

Offenbar funktionieren Dinge mit MiFü nicht mehr
so gut wie mit U50. Wie überraschend.

Und was tut man, wenn bisher angewandte Programme nicht
mehr funktionieren?

Man wirft sie über Bord.
Und fährt stärkere Geschütze auf. 

*Fortsetzung folgt*

4 Kommentare:

  1. "Ich hab' für alles bar bezahlt
    Jeder Schuss hat laut geknallt
    Und ich will lieber verbrennen
    Als so 'n leiser Furz zu sein"
    (M. Müller-Westernhagen)

    So zumindest versuche ich mir mein Essen&Trinken-Eskapismus zu rechtfertigen... (und ich habe / hatte nicht diese Veränderung der Umgebungsvariablen)

    Als einer, der sich an die "Nie wieder XXL!" Geschichte erinnern kann und vor dem gleichen Dilemma steht: Ich bin gespannt wie´s weitergeht. Stehe selbst vor der Herausforderung und biete mich als Kombattant an ;-)

    M.

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    1. Ich bin keinesfalls MINDER gespannt, ob und wie das weitergeht.

      Mit ZAHLEN komme ich diesmal erst später um die Ecke, es hat Gründe. Beispielsweise gibt es in DIESER Geschichte gleich MEHRERE Zahlen, die zu berichten sind, ich fange aber erst in Kürze damit an.

      Das Einzige, was dieses Mal identisch sein wird:
      Wie beim letzten mal habe ich: Kein Ziel.
      Ich mache mich erstmal auf den Weg.

      Gutes Gelingen für Deinen eigenen Startpunkt, wann immer er auch plötzlich auftauchen möge.

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  2. Ich wünsche dir viel Erfolg. Alkohol ist halt ziemlich Mist wenn man abnehmen will. Aber ich weiß, dass Verzicht nicht jedem Menschen so leicht fällt wie mir.

    Vielleicht meldest du dich im nächsten Tierheim als Gassigänger? Für regelmäßige Bewegung...?

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    1. Alkohol ist der perfekte Sturm für jeden der in Ruhe abnehmen oder nur sein Gewicht halten will. Katastrophe, echt.

      Bewegung, ja, mhh, hat nix wirklich mit Gewicht zu tun, Du kennst meine Position dazu. Wäre aber natürlich (!) eine wirklich (!) gute Idee für mich.

      Ich meine, unten im Eingang stehen -wer erinnert sich nicht?- nagelneue Laufschuhe. Seit Februar 2024. Und ich wohne: An / auf einer Laufstrecke im Grünen.

      Es gibt einfach keine guten Ausreden für mich.
      Verdammt 😂.

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