Wann ich das letzte Mal an der Nordsee war?
Ich kann mich nicht erinnern.
Weil mir das immer so geht, nähere ich mich
Wahrheiten der Vergangenheit vermehrt über das
Ausschlussprinzip.
Also fangen wir an, rückwärts durch die Beziehungen:
die Exfrau
- wollte nie nach Norden, sondern lieber nach Südtirol
und Italien, einmal auch Karibik. Und das eine Mal
im Norden waren wir an der Ostsee, und da wollte
sie danach glaube ich auch nie wieder hin.
die Griechin
- wollte immer nur nach Griechenland
die blonde großbrüstige Schwäbin
- wusste glaube ich nicht wirklich wo die Nordsee war
und weil es DAVOR wiederum noch diffuser für mich
selbst wird, mache ich einen Sprung ins Jahr 1990,
und siehe da, ich war wirklich mal auf Ameland!
Abi-Abschlussfahrt.
Weia.
Wir fassen zusammen:
Ich war seit 34 Jahren nicht mehr an der Nordsee.
Wie bekloppt kann man eigentlich sein.
Aber: Wem sag ich das?
Sie lesen hier ja schon seit der Kreidezeit mit,
also SIE wundert lange schon NICHTS mehr,
das ist klar!
Der Übernachtungsplatz bei der Liebsten-Schwester
daheim hatte ein gewohnt heimeliges Ambiente.
Nach 3h im Auto bis dorthin setzte ich
mich gleich wieder ans Steuer.
Von ihrem Opel Meriva.
Zum Tanken fahren und einkaufen.
Weil für ihren Geburtstag mit Kaffeegästen
in 1,5 h eingekauft war: Nichts.
Der Meriva:
Eine zu "Auto" materialisierte Herausforderung.
Zumal weder die hintere Tür noch
der dritte Gang funktionierten.
Herausgefunden bei 75 km/h allein im Wald.

Das Ordern von 4 Gerichten stellte die Frauen
vor eine solche Herausforderung, dass mein Handy
als Notizzettel einspringen musste.
Ein windige Fahrt, die ich sehr genossen habe.
Für die zukünftige Organisation von
On- und De-Boarding hätte ich allerdings
einige Verbesserungsvorschläge.
Aber die hab ich ja immer :-D.
Autofreie Inseln.
So was tu ich mir künftig echt häufiger an.
Stellen Sie sich nur mal vor:
Urlaub ohne Gehupe und Motoren um sich herum!! :-)
Abende mit manchen Menschen im gleichen Haus
laufen einfach leichter mit Dosenbier.

Dass ICH nochmal FISCH in einem
Restaurant bestelle, hatte ich sicher ausgeschlossen.
Und dann entsann ich mich wieder des ganzen
weiteren Unsinns, den ich sonst noch so
die letzten Jahre von mir gegeben habe und
gab dem Fisch eine Chance.
Und Boooyyyy, er nutzte sie. Lecker af.

Es gibt Landschaften, die sind so
unglaublich kraftvoll und ergreifend,
dass sie einen nicht wieder loslassen.
Der Radweg endete ein paar hundert Meter vorher,
die letzten zwanzig Minuten geht es zu Fuß
durch den Sand.
Nirgendwo in Google Maps war das kleine Gehege
dieser Inselalpakas verzeichnet.
Das habe ich geändert!
Nach einem Urlaub habe ich bisher
fast immer ein neues Panzerglas
auf dem Handy gebraucht.
So auch diesmal.

Ernst gemeinte Frage:
Wem zaubert so ein Anblick NICHT
ein Lächeln auf das Gesicht?
keine "große Kamera" mehr zu besitzen.
Aber ich habe auch erlebt:
Ohne Linse zwischen mir und dem Leben
ist Letzteres intensiver und echter.
Und was AUCH intensiver ist:
Ostfriesentee mit Klüntjes aus kleinen
Mini-Tässchen.


Das freut mich wie Bolle, dass es Ihnen an der Nordsee so gefallen hat. Wir fahren regelmäßig dorthin (in den letzten beiden Jahren leider nicht).
AntwortenLöschenAutofreie Insel? Da dürfen Sie gerne auch nach Juist. Das ist schon fast unser "Zweitwohnsitz". Und geheiratet hatten wir dort auch.
Geiler Kommentar - bis zu der Stelle wo GEHEIRATET stand,
Löschenda hab ich kurz gezuckt, weil man auf Juist offensichtlich auch heir....BRRRR!!!, schon wieder diese Kribbeln im Nacken!!
Im Ernst:
JUIST ist einer der nächsten Kandidaten für kommende Nordseebesuche.
Aktuell gründelt die Frau aber Google Maps und die Toskana-Karte ab für 2025 :-D