Los gegangen war es eher so, dass ich schon wieder
die Augenbrauen bis an die Nordflanke oben hatte,
noch bevor es begonnen hatte.
Offen gesagt hatte ich zu dem Zeitpunkt schon
fast keinen Bock mehr gehabt:
Auf Kleinanzeigen hatten meine spanische Konzertgitarre
zwar 6 Leute auf ihre Fav-Liste gesetzt - aber noch kein
Einziger hatte mich angetextet.
Auf Echobay hatte die Gitarre exakt: 12 views.
Und 0 likes.
Mal abgesehen davon, dass
die Gauner einem Verkäufer satte
11% des Verkaufserlöses
als Provision abnehmen,
was ich frech finde.
All das, obwohl es von dieser Gitarre - einerdie Gauner einem Verkäufer satte
11% des Verkaufserlöses
als Provision abnehmen,
was ich frech finde.
Alhambra Iberia- keine einzige weitere in D
gebraucht online zu kaufen gab.
Obwohl ihr Schwestermodell (mit Zedernholzdeckel)
das zwei-bis dreifache kostet.
Und obwohl der Zustand meiner 2002 in Athen
gekauften Gitarre als neuwertig durchging.
Offen gesagt war ich enttäuscht, zumal ich einen sehr
dezenten Preis dafür aufrief und meine Produktfotos
(wie Sie nicht anders erwartet hatten) weitaus besser
waren als die aller Anderen.
Deshalb wollte ich auch zuerst dem namenlosen,
gebrochen deutsch schreibendem Interessenten
gar nicht wirklich antworten, der mich dann
doch irgendwann angetextet hatte.
Die gute Erziehung bzw. das Level an Anstand,
das zu unterschreiten ich auch ausnahmsweise
nicht bereit bin, veranlassten mich dann aber doch,
den Kontakt zu beantworten.
Tatsächlich wurde auch nur 1 Versuch unternommen,
mich herunterzuhandeln.
Als der von mir angebotene Treffzeitpunkt kommt,
staune ich nicht schlecht.
Vor mir im Olivenbaumhof steht nach dem Klingeln:
Ahmadi. Pünktlich wie ein Maurer.
und unerwartet höflichen, zurückhaltender Erscheinung.
Ich bitte ihn herein, er zieht unaufgefordert seine Schuhe aus,
obgleich ich ihm sage, dass er dies nicht brauche.
wir gehen rauf und ich biete ihm einen Espresso an als
icebreaker, da ich mir auch gerade einen machen will.
In der Zwischenzeit habe ich ihm die Gitarre ausgepackt
und in die Hände zum Testen gedrückt.
Seine Augen sind groß geworden, wie ich um die Ecke
vom Kaffeeautomaten aus sehen kann.
Zaghaft spielt er ein wenig, dann setze ich mich lächelnd zu ihm.
Wir trinken Espresso, unterhalten uns, während er meine
Gitarre zart in den Armen hält wie ein Neugeborenes.
Er spiele noch nicht sehr lange.
Er sei nun seit 4 Jahren hier.
Aus dem Iran sei er, aufgewachsen in Afghanistan.
Er entschuldigt sich für sein gebrochenes deutsch,
ich lobe ihn für sein gutes.
Er möchte spielen, dazu singen, den Kontakt darüber
zu Menschen suchen. Dieser Mann, das ist nun klar,
hat eine Mission. Er will Herzen öffnen.
Geleuchtet hatten seine Augen dazu.
Ob ich denn nicht mehr spielen wolle.
Warum ich denn nicht mehr spielen wolle.
Sein Interesse ist autenthisch.
Ich nehme die Gitarre zum Stimmen an mich zurück,
denn es scheint, als traue er sich nicht, die Stimmung
der Saiten zu korrigieren (was aber wirklich nötig ist).
Kurz stimme ich nach, dann spiele ich kurz (mehr so
schlecht als recht) was Klassisches, um den Klang und
die Kapazitäten der Gitarre darzustellen.
Dann fragt er mich unverhofft, wie alt ich sei,
und dann tauschen wir Geld gegen Gitarre aus,
und ich bringe ihn noch zum Gartentor,
wo wir uns freundlich verabschieden.
Was für ein angenehmer, netter Kontakt.
Ein Leuchtturm im Dunkel von Kleinanzeigen^^.
Und fast hätte ich ihm keine Chance dazu gegeben.
(wie Sie nicht anders erwartet hatten) weitaus besser
waren als die aller Anderen.
Deshalb wollte ich auch zuerst dem namenlosen,
gebrochen deutsch schreibendem Interessenten
gar nicht wirklich antworten, der mich dann
doch irgendwann angetextet hatte.
Die gute Erziehung bzw. das Level an Anstand,
das zu unterschreiten ich auch ausnahmsweise
nicht bereit bin, veranlassten mich dann aber doch,
den Kontakt zu beantworten.
Tatsächlich wurde auch nur 1 Versuch unternommen,
mich herunterzuhandeln.
staune ich nicht schlecht.
Vor mir im Olivenbaumhof steht nach dem Klingeln:
Ahmadi. Pünktlich wie ein Maurer.
besser: ein Maurer
vor ca. 100 Jahren
Ein junger, freundlicher Mann mit schlacksiger Figurvor ca. 100 Jahren
und unerwartet höflichen, zurückhaltender Erscheinung.
Ich bitte ihn herein, er zieht unaufgefordert seine Schuhe aus,
obgleich ich ihm sage, dass er dies nicht brauche.
wir gehen rauf und ich biete ihm einen Espresso an als
icebreaker, da ich mir auch gerade einen machen will.
In der Zwischenzeit habe ich ihm die Gitarre ausgepackt
und in die Hände zum Testen gedrückt.
Seine Augen sind groß geworden, wie ich um die Ecke
vom Kaffeeautomaten aus sehen kann.
Zaghaft spielt er ein wenig, dann setze ich mich lächelnd zu ihm.
Wir trinken Espresso, unterhalten uns, während er meine
Gitarre zart in den Armen hält wie ein Neugeborenes.
Er spiele noch nicht sehr lange.
Er sei nun seit 4 Jahren hier.
Aus dem Iran sei er, aufgewachsen in Afghanistan.
Er entschuldigt sich für sein gebrochenes deutsch,
ich lobe ihn für sein gutes.
Er möchte spielen, dazu singen, den Kontakt darüber
zu Menschen suchen. Dieser Mann, das ist nun klar,
hat eine Mission. Er will Herzen öffnen.
Geleuchtet hatten seine Augen dazu.
Ob ich denn nicht mehr spielen wolle.
Warum ich denn nicht mehr spielen wolle.
Sein Interesse ist autenthisch.
Ich nehme die Gitarre zum Stimmen an mich zurück,
denn es scheint, als traue er sich nicht, die Stimmung
der Saiten zu korrigieren (was aber wirklich nötig ist).
Kurz stimme ich nach, dann spiele ich kurz (mehr so
schlecht als recht) was Klassisches, um den Klang und
die Kapazitäten der Gitarre darzustellen.
Dann fragt er mich unverhofft, wie alt ich sei,
und dann tauschen wir Geld gegen Gitarre aus,
und ich bringe ihn noch zum Gartentor,
wo wir uns freundlich verabschieden.
Was für ein angenehmer, netter Kontakt.
Ein Leuchtturm im Dunkel von Kleinanzeigen^^.
Und fast hätte ich ihm keine Chance dazu gegeben.


Schade, die hätte mir auch gefallen
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