18 März 2023

7 days & 1 week [03.2023 ]

[ es gab gute Gründe, die "7 days / 1 week"-Reihe
damals nicht weiter zu verfolgen.

Zu viel Text.
Zu viele Fotos.

Aber einmal probier' ich das noch. ]




MONTAG


Ich finde die Unterlegscheibchen aus Metall nicht mehr, die ich
zum Anheben der Spielzimmer-Tür brauche, also fahre ich gleich
morgens in den Baumarkt.

Auf dem Parkplatz treffe ich einen traurigen Golden Retriever
am Steuer eines Vans, der auf sein Herrschen wartet.


Ein paar aufmunternde Worte durch die Scheibe, dann geht es
in den Baumarkt. Federringe brauche ich auch noch.

Zwar werde ich fündig, brauche aber nur 4 Federringe
und 4 Unterlagescheiben.

Die Mindestmenge für die Einzelteilewaage ist jedoch:  20 Gramm.
Alle meine Teile zusammen wiegen:  19 Gramm.
Selbst wenn ich alles zusammenpacke und dem gleichen Artikel.

Und klar, wir sind in Deutschland, daher:
Die Waage verweigert die Ausgabe des Preisklebezettels.
Was tun?

Lösung: Neben der Waage liegt eine einzelne dicke Schraube.
Überlege kurz.
Offenbar war hier schon mal jemand in der genau der gleichen Lage.

Lege die Schraube mit auf die Waage - Zack!  21 Gramm!
Nun kommt der Zettel aus der Maschine.


Es sind diese tausend überflüssigen Kleinigkeiten, die einem
das Leben madig machen heutzutage. Egal, ab zur Kasse.

Zuhause angekommen setze ich die Tür mittels der Unterlegscheiben
etwas nach oben (für den demnächst zu bestellenden Teppich),
danach räume ich die nicht benutzen Scheiben und Federringe auf.

Und finde dabei die bereits zuvor gekauften, verloren geglaubten
Unterlegscheiben und Federringe.

Abends gibt es Salat und Kartoffeln.


DIENSTAG

Zu meiner vierstündigen Präsentation in Bayern hatte ich etwa
30 Teilnehmer eingeladen - Ziel war, inklusive Absagen und
kurzfristigen Erkrankungen auf ca. 22-25 Teilnehmer zu kommen,
dafür war der Raum gebucht.

Mit der Tagungslocation (blind gebucht) habe ich Glück:
Alles ist gut vorbereitet. Das Restaurant ist gut.
Die Lage des Hotels wirkt entspannend.





Ich bin eineinhalb Stunden vor Beginn da und richte alles her.

Der Beamer zeigt einen Timer.
Es läuft sanfte Musik aus meinen Raumlautsprechern.

Getränke und Schreibzeug liegen auf jedem Tisch, es gibt einen
separaten "Beratungsideen"-Tisch, wo ich jede meiner
(selbst entworfenen) Kundenberatungsmappen 1x als gebundenes
Muster ausgedruckt habe.

Es gibt Visitenkarten, Fortbildungsprogramme und Tarifbücher,
QR-Codes zu meinen Sharepointseiten und was noch alles.


Als die Veranstaltung beginnt, sitzen im Raum: 10 Menschen.

Davon vier sogar aus ein und derselben Agentur.
Somit sind von meinen ca. 42 Agenturen anwesend:  Ganze 6.

Das ist ein Schlag. Das bin ich nicht gewohnt.
Egal. Pokerface aufsetzen und Show starten!

Das Feedback nach vier Stunden ist toll.
Trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack.

Ich räume den Raum auf, setze mich ins Auto
und genieße eine sanft ausgeleuchtete, entspannte
Heimfahrt, die mich an merkwürdigen Orten vorbeibringt
und viel Zeit zum Musikhören lässt. 




 


MITTWOCH

In einem Anfall von "ich will jetzt was kaufen!" hatte ich
neulich nachts vorm PC die größtmögliche Leinwand bei
P0sterL1a bestellt, die sie im Angebot hatten: 130 cm x 50 cm. 

Anlass war, dass ich auf der Suche nach einem Handyfoto an ein
paar Panoramaaufnahmen meines alten iPhone 8 vorbeisurfte.
Darunter war auch ein Breitbildfoto, das ich in Köln aufgenommen
hatte. Das sollte es werden!

Allerdings war erwartungsgemäß die Fotoauflösung zu gering.
Also verdoppelte ich die Auflösung kurzerhand, und danach wurde 
die Aufnahme vom System auch problemlos akzeptiert.

Als ich heute das Versandpaket auspackte, war ich angenehm überrascht.
Die Qualität war besser, als erhofft.

Und nun schaue ich, wann immer ich die Küche verlasse, auf Köln.
Vielleicht ein Vorgriff auf die Dinge, die da kommen?
Wer weiß.



Zu Essen gibt es heute abend Salzkartoffeln mit Kräiterquark.
Ein Tipp meiner Freundin.



DONNERSTAG

Es geht an die französische Grenze auf eine Kick-Off-Veranstaltung.
Mit Übernachtung.

Sage einer, was er will, bei allen Einsparungen und jährlich
immenserem Kostendruck - aber für Veranstaltungen, auf denen
sich Vorstände auf einer Bühne präsentieren können:

Dafür
ist immer genug Geld da.
Faszinierend.

Die location an sich ist gut, das Hotel ist im Schiffs-Stil
eingerichtet und hat viele Vintage- und Holz-Elemente,
der nächtliche Fußweg ist erträglich, die Betten sind gut.









Mir tut es trotzdem gut, einmal alle Gesichter wiederzusehen,
Gepräche mit neuen Agenten zu führen, im einen oder anderen Fall
auf das "Du" umstellen zu können und ein bisschen zu tanzen.

Auch ist Gelegenheit für die obligatorischen Fotoboxen-Selfies,
die einzigen Bilder, die sich jemals wieder irgendjemand ansehen wird
von so einer Veranstaltung.^^


Wenngleich sowohl das Bier, der Wein und auch die (Fertigmix-)Cocktails
eine solche Katastrophe sind, dass ich die zweite Hälfte des Abends nur
noch Wasser trinke, einfach in Ermangelung relevanter Alternativen.

Und mit Blick auf meinen Schädel am nächsten Tag stellt sich das
auch als genau die richtige Entscheidung heraus, daher gibt es
statt Frühstücksbuffet nur Kaffee und ein Lächeln aus dem Aquarium
des benachbarten Restaurants.



Nach den Buffetsünden des vorherigen Abends gibt es heute daheim
nur Blattsalate mit Sprossen und ein bisschen CousCous ausm Becher.



FREITAG

Der Tag beginnt leuchtend und freundlich, ein gutes Zeichen.


Es gibt immer noch Ernährungssünden aufzuholen,
daher auch heute wieder Salat und Zurückhaltung.
Ausnahmsweise wird mittags mal vor dem PC gegessen.    


Abends gibt es Reste von angebratenem Hähnchenbrustfilet
und Tomate-Mozarella im Olivenölbad. 





SAMSTAG

Putztag again.
Inzwischen fahre ich ja 3 verschiedene Discounter an, um genau
das Zeug zu bekommen, was ich zum Putzen daheim haben will.

Stelle gedanklich -wann immer ich im R0ssmann oder im dm stehe-
fest, wie sehr schwäbisch sozialisiert ich inzwischen geworden bin.
Ein Spätzle-Borg, sozusagen.

Betrachte tatsächlich etwas neidvoll die Abbildungen auf den Reinigern.




Denke mir manches Mal:

SO selbstbewusst wie die WC-Ente und so zufrieden
wie Meister Proper, dieser Johnny Sins der Sanitärreiniger,
SO möchtest Du Dich auch mal wieder fühlen.

Statt immer nur müde, kalte Finger, to-do-getrieben.


Egal. Blaugelbe Handschuhe an, und dann los geht's.


SONNTAG

Ein Tag der Ruhe, tatsächlich mal.
Er beginnt gut.
Nämlich mit einem Königs-Hasen im Morgenkaffee.

Ein kleiner Spaziergang bringt mich zum Imker in der
Nachbarschaft. Heute gibt es keinen Honig zu verkaufen.

Darüber informiert mich die Wächterkatze neben der Kasse,
wo normalerweise der Honig im Freien angeboten wird.


Mittags bereits ich weiteres Essen für die kommende Woche
vor, ich bin ja inzwischen auch ein meal prepper geworden.

Hackfleisch muss weg, also: Frikadellen.
Einmal für den Salat heute, und dann für die Graupensuppe
nächste Woche.

Bei der Geelegenheit röste ich auch gleich neue Nusskerne
für die umfangreichen Salatdosierungen nächste Woche an.
Ohne Körner im Salat geht fast nichts mehr hier.

Mittags gibt es Salat und Frikadellen.
Abends gibt es Salat und Nudelsalat.

Währenddessen lese ich ganz neue und bequeme
Methoden des Abnehmes im Internet kennen.






8 Kommentare:

  1. Ich muss natürlich die wichtige Frage stellen, die ich dem Kind beim zelda spielen auch immer stelle, wenn irgend ein Tier gesichtet wird: diese blauen Fische... schmecken die eigtl??

    Ansonsten interessiert mich das Abnehmen im Liegen sehr, bitte mehr Infos, liegen kann ich sehr gut.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Als würde ich hübsche blaue Fische essen !!
      Ich esse höchstens Captn Iglo-Fischstäbchen, die dafür aber mit Mayo, damit auch letzte Reste von gesunder Ernährung via Seelebewesen über den Jordan gehen.

      Und das Liegen im Abnehmen nenne ICH eigtl. seither SCHLAFEN, zumal Gewichtszunahme und Schlafmangel nachweislich linear korrelieren.

      Löschen
  2. "Und finde dabei die bereits zuvor gekauften, verloren geglaubten
    Unterlegscheiben und Federringe."
    Je-des ein-zi-ge ver-damm-te Mal! Immer! Das Zeug taucht auch nicht einen Moment früher auf. Sollte ich je an eine globale Verschwörung glauben, wäre das der Auslöser
    Übrigens eine gigantisch gute Aufnahme der Rheinbrücke + Dom.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke sehr, indes ist die Aufnahme wirklich kein Kunstwerk gewesen:
      Handy auf Panoramamodus stellen, dann genau „drei Bildbreiten nebeneinander“ aufnehmen. Dann irgendeinen harte-Kontraste-Filter drüberlegen und ab dafür.

      Und sich auch ja nicht zu viel ärgern über den wirklich bösen Software-Stitching-Fehler im rechten Viertel der Brücke und im Geländer unten drunter^^.

      Das Ding ist eben auch nicht weniger vermackt als sein Besitzer :-)

      Löschen
  3. Gute Bilder zeichnen sich imho nicht durch die Technik, sondern durch die Empfindungen aus, die sie wecken. (Abgesehen davon, habe ich von Fototechnik null Ahnung )

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach kommen Sie, DEN KNICK im Bild rechts sieht echt jeder^^:

      Aber es stimmt, Foto-Stimmung is king.

      Löschen
  4. Abnehmen im Liegen? Her damit! Muss ich dabei unten oder oben liegen??? :-D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich HÖRTE DAVON, dass OBEN LIEGEN meist kalorienverbrauchender sei, habe selbst aber auch schon Anderes erlebt.

      Löschen

Hinterlassen Sie dem Feuervogel an dieser Stelle gerne Ihre Gedanken:
Er freut sich über Ihre achtsame Wortwahl, einen freundlichen Ton und Ihren von Miteinander beseelten Gedankengang.
Und in allen anderen Fällen löscht er kommentarlos.
Falls Sie Probleme haben Ihren Kommentar angemeldet abzugeben: Suchen Sie in Ihren Browsereinstellungen nach "Cookies von Drittanbietern blockieren" und deaktivieren Sie diese Option.

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.