31 Dezember 2022

Erase & rewind

 
Das Band geht zu Ende.

Das Band, auf dem wir die Gedanken, Erinnerungen,
Empfindungen eines ganzen Jahres aufgezeichnet hatten,
geht zu Ende.

In wenigen Stunden spulen die letzten Zentimeter von
seiner Rolle ab, dann wandert die Rolle in eine kleine
Blechdose mit der Aufschrift "2022" und wandert ins Archiv.

Zu den anderen, vielen kleinen Blechdosen,
gefüllt mit den vielen anderen Rollen unseres Lebens.

Bald stoppt die Aufnahme für dieses Jahr, und wäre es nicht schön,
wir könnten zurückspulen und mit jener Unbeschwertheit, wie wir
sie als Kind hatten erleben dürfen, noch einmal neu aufnehmen,
das Band noch einmal neu in der Art und Weise bespielen, wie
wir sie am Meisten genossen hatten?

Erase and rewind?
Vielleicht.

       


Vielleicht aber können wir auch eine innere Zufriedenheit 
erlangen, uns erarbeiten, uns zu eigen machen - mit dem,
was wir hatten. Frieden finden.

Mit dem was war, und zwar mit allem davon.
Und mit dem, was wir auch im neuen Jahr noch haben werden.
Vielleicht mit etwas mehr Bescheidenheit und Demut als bisher.

Und was das Bloggen betrifft:
Die goldenen Zeiten sind vorbei - freuen wir uns über die bronzenen.

In diesem Sinne: Kommen Sie gut rüber.
Und danke, dass Sie hier waren.








6 Kommentare:

  1. Alles klar, Gandhi - komm gut rüber! Ich hoffe, dass ist nicht schon wieder ein Abschied aus der bloggerwelt??!! :/

    Und was Bescheidenheit und Demut betrifft: mein Therapeut sagt "bitte mal etwas WENIGER davon. stattdessen etwas mehr ICH. "

    Und nu? :-D

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    1. Kein Abschied!
      Jetzt mal im Ernst, als wenn ICH für längere Zeit die schreibende Klappe halten könnte, tsstss...;-)

      Der Therapeutenrat ist ebenfalls gültig, allerdings zwei Anmerkungen aus meiner Warte:

      A) Therapeuten geben (idealerweise sollten sie das) INDIVIDUALempfehlungen ab, der Blogbeitrag wandte sich aber an die Gesellschaft aller. Erstens habe ich insgesamt nicht den Eindruck, die Menschen (in toto) die ich so sehe würden ZU WENIG an sich denken.
      Zweitens führt mehr Demut in meiner Wahrnehmung eher und das leichter zu dem, um was doch immer geht:
      Zufriedenheit.

      B) Ich habe nicht nur einmalig den Eindruck gewonnen, Therapeuten geben eben KEINE Individualempfehlungen ab, sondern tapezieren das eine Allheilmittel über ihre Patientenwelt, was ihnen selbst früher mutmaßlich auch geholfen hätte, wenn es ihnen jemand gesagt hätte.

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    2. zu b) - Da hast Du sicherlich recht. Ich sehe Therapeuten eh eher als bezahlte Entitaeten, denen man einfach mal seinen ganzen Seelenmuell vor die Fuesse erbrechen kann, und danach geht es einem besser. Und das ist doch schon mal sehr gut! Aehnlich wie bloggen :-D

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    3. Bis vor zwei Jahren hätte ich geantwortet:
      "Bloggen ist aber billiger!"

      Da war mir noch nicht klar, was eine Scheidung so alles mit sich bringt an Ausgaben^^.

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  2. Guten Rutsch ins neue Jahr

    LG
    Mechthilda

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