15 Juli 2025

Eine Replik auf Hesse

[ ein sehr nachdenklicher und liebender Mensch
erzählte mir neulich nachts, dass sie eine
Replik auf Hesses "Stufen" geschrieben hätte.

Diese Replik hat mich zutiefst berührt,
und weil ich sie nie wieder vergessen mag,
speichere ich sie für mich hier.] 



       Antwort auf das Gedicht "Stufen" von H. Hesse


Werter Herr Hesse, 

ich wage eine transzendente Antwort auf Ihr Gedicht.

Weil ich heute seine letzte Zeile kennengelernt habe.
Etwas aus ihr werde ich wohl nie lieben lernen...
Vielleicht denken Sie, dass ich es nur nicht wage.

Nein, das ist verschieden. Ich werde nie wieder so lieben. 

Aber das interessiert Sie am wenigsten.
Das ist etwas, was nur mir gehört.
Das interessiert keinen auf dieser Welt.

Lieber Herr Hesse, 

manchmal kann man nicht Abschied nehmen.
Sogar wenn man muss. 

Wissen Sie, im nachhinein existieren Ihre Stufen.
Dennoch sind sie im Jetzt nicht.
Da ist nur das Gefühl.
(Zeitlich) begrenzt.

Das Licht, so stark und klar.

"Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne."

Das ist Ihnen sehr schön gelungen.
Es täuscht leider die Sinne.
Sie können schlecht zwischen Anfang und Ende unterscheiden.

Und was ist, wenn ein Anfang kein Ende hat?

Ich brauche jetzt Ihren philosophischen Rat.
Denn ohne Philosophie scheitere ich an mir selbst.

Werter Herr Hesse, wäre es nicht besser so:

Und jedem Ende wohnt ein Zauber inne?
Im Namen der Liebe.

Wohlan denn, Herz, setz einen Anfang und streng dich an!

(Warum werden Herzen so oft unterschätzt?
Sie können so viel!
Und wenn man auf sie hört, leistet man mehr Arbeit,
weil die Ergebnisse oft niederschmetternd sind.
Im Trümmerhaufen leben sie weiter und hoffen.
Und wissen, dass die Wahrheit in der Stille lebt.)


Werter Herr Hesse, die Stufen sind wie die Grenzen. 

Mögen wir alle frei sein und über Schranken hinweg!
Ohne Raum und Zeit!
In diesem und im nächsten Leben.
Bis wir uns wiederfinden.

...Haben wir uns nicht schon gefunden?

3 Kommentare:

  1. Hesse. Einer der in meinen Augen ueberbewertetsten Schriftsteller, aber das finde ich ja auch bei Queen als Musiker und befinde mich damit allein auf weiter Flur. Ich halte es eher mit Schopenhauer >.<

    Der Liebenden und allen anderen Gefangenen wuensche ich, dass sie loslassen koennen, irgendwann.

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    1. Queen hatten wirklich einige …mäßige Werke, aber ihre späten 70er haben Musikgeschichte auf eine Art geschrieben, die niemanden jemals wieder erleben wird. Das Erscheinen von Queen in ihrer besten Phase ist vielleicht noch vergleichbar mit dem Auftauchen eines Mozart. Unglaublich.

      Aber wenn Dir Hesse nicht liegt, mach mir gerne Vorschläge für schönere Werke - ich plane, wieder mehr „vorzulesen“.

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  2. Zu Hesse habe ich nie Zugang gefunden. Vielleicht interessierst Du Dich für Khalil Gibran. Da passt ganz gut für mich hier zu den Themen, Gedichte zu Liebe, Freundschaft, Reden und Schweigen oder Ihr sollt nicht z. B.

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