03 April 2024

Nebenkostenabrechnung


In den 1,75 Jahren, die ich dort gewohnt hatte,
waren mir erst nach und nach die Gründe für
den vergleichsweise günstigen Wohnraum aufgefallen.

Beispielsweise hatte ich die Böden erst nach Unterzeichnung
des Mietvertrages zu sehen bekommen - zuvor war die
Wohnung komplett bis zu den Decken zugestellt gewesen mit
Zeugs und Kinderspielkram andwhatnot.

Allerdings war das dann auch wiederum egal - der clevere
und schwäbisch agierende Vermietermillionär hatte die
Wohnung stets "ohne Böden" vermietet, womit er fein raus war.

Auch der Zustand von Rolläden, Außenfassade und z.B.
Badinterieur ("nicht Gegenstand der Vermietung") war so, dass
es für den Mietpreis so gerade noch okay war und zudem 
unterhalb der magischen tausend-Euro-Schwelle blieb.








Die Fenster hingegen wurden "nach Bedarf" renoviert
- also nicht bevor die Einschläge russischer Granaten
das Bewohnen der Strafbarkeit seitens des Vermieters
in Aussicht gestellt hätten.

Das verdutze Gesicht meines Umzugshelfers vergesse ich nicht,
als er bei den Malerarbeiten mitten im Wohnzimmer stand und
auf einmal verstummte, weil ihm der Wind spürbar ins Gesicht
blies.

Dabei waren alle Fenster fest verschlossen.

Und dann hatte es ja auch nur 5 Monate gedauert, den nicht mehr
regulierbaren Thermostat im Bad reparieren zu lassen ("ich hab wen,
der macht mir das!"
- ja schon, aber eben inoffiziell und "sobald
der mal Zeit hat, den krieg ich nicht immer ans Telefon!"
).

Inzwischen bin ich schlauer. In vieler Hinsicht bin ich das.

Aber zum Beispiel auch, was damit gemeint ist, wenn der Vermieter
im ersten Kennenlerntermin sagt, dass er "es auf den Tod nicht
ausstehen kann, wenn wegen jedem tropfenden Wasserhahn gleich
der Mieter auf der Matte steht"!


Was die Fenster anging, war mir (in Kombination mit dem eiskalten
Marmorboden im Flur) schon klar, dass es etwas mehr Heizbedarf
geben würde in dieser Wohnung.

Aber die endgültige NK-Abrechnung von 2023 war dann doch ein
kleiner Schock. 





Ende vom Lied:
Wenn ich alles auf die laufenden Kosten geradeziehe,
dann habe ich in dieser Wohnung monatlich satte EUR 370
an Nebenkosten gelatzt (Strom, Wasser, Heizung addiert).

Und das als allein lebender Mieter, der 2 bis 3 Wochenenden
im Monat gar nicht anwesend war (abgestellte Heizungen,
null Wasserverbrauch, nur die 2 Kühlschränke liefen)
und der zudem 1 Monat gar nicht mehr dort gelebt hat (Dezember).

'Muss sagen, das relativiert den mtl. geringeren Mietpreis
durchaus mal ganz gehörig.

Und danach war erstmal ein Likörchen fällig.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinterlassen Sie dem Feuervogel an dieser Stelle gerne Ihre Gedanken:
Er freut sich über Ihre achtsame Wortwahl, einen freundlichen Ton und Ihren von Miteinander beseelten Gedankengang.
Und in allen anderen Fällen löscht er kommentarlos.
Falls Sie Probleme haben Ihren Kommentar angemeldet abzugeben: Suchen Sie in Ihren Browsereinstellungen nach "Cookies von Drittanbietern blockieren" und deaktivieren Sie diese Option.

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.