20 Juli 2023

traumreiche Tropennächte

 

Es ist nachts halb zwei, wie die rotleuchtenden Ziffern
der Projektionsuhr an der Schlafzimmerdecke ausweisen.

Was bedeutet, dass mein grandioser Plan, das Abklingen
der großen Tageshitze abzuwarten, die Wohnung sodann auf
Durchzug zu lüften und möglichst spät zu Bett zu gehen
mit dem Ziel, ein kühles Bett und die nötige Bettschwere
nach einer frischen Dusche vorzufinden, ebenso grandios
gescheitert ist.

Statt dessen zeigen die tagelangen 30°C+-Temperaturen
und die tropenwarmen Nächte ihre Wirkung:

Ich liege glockenwach mit offenen Augen im Bett und
denke stundenlang nahezu ausschließlich an Sex,
was sich auch fortsetzt, nachdem mir dann doch
irgendwann mal endlich die Augen zufallen.

Zwischendurch denke ich durchaus auch an anderen
ziemlich bescheuerten Scheiß.
Beispielsweise an mein aus 8,0 Fischstäbchen
bestehendes Abendessen.

Und die Reaktion der Freundin am Telefon.
Als ich ihr das erzählte und auf ihre Nachfrage
"Ok, Fischstäbchen ...MIT WAS?" geantwortet hatte
"mit Messer und Gabel".

Weil Männer eben simple Wesen sind.
Und faul, wenn es darum geht, bei 27°C Innenraum-
temperatur sich was zum Essen zu machen.

Aber zurück zum Sex im Kopf.

Nackte großbrüstige Sukkubi tanzen an der Zimmerdecke
durch mein Schlafzimmer, auf Drehleiern und Lauten das
Lied der Lust vergangener Begegnungen spielend, dabei
lächelnd und lockend. 

Sie zaubern reale Begegnungen und Beziehungen zurück,
sie erfinden alternative Enden (oder sagen wir "schönere
happy endings") in tatsächlich stattgefundene Ereignisse
und Geschichten hinein.

Vielleicht liegt es an der wenige Stunden zuvor in der
Serie THE WITCHER bewunderten (und besabberten)
Figur der TRISS MERIGOLD, dass mir ausgerechnet
JETZT die einzige tiefrothaarige Frau einfällt,
mit der ich jemals Sex hatte: Ines.
Diesen Namen hatte ich jahrelang vergessen,
wieso fällt er mir jetzt gerade wieder ein!?

Ines war die Ex eines Kumpels damals, und auf
diesem Weg hatte ich sie auch kennen gelernt.
Sie war der Typ "Bücherwurm" gewesen und hatte
Interesse an mir gezeigt, woraufhin ich ihr ein Treffen
vorschlug, um ihr ein paar Sachen auf der Gitarre zu zeigen.
Unter Anderem. 
Nicht nur war sie schüchtern und im Bett steif wie ein Brett,
sondern auch die unrasierteste Frau, mit der ich es je zu tun hatte,
und nach einem kurzen, nervigen Ritt trafen wir uns auch 
nur noch einmal wieder:

Dabei lieh sie mir ein Buch, was ich mangels Rückgabegelegenheit
heute noch besitze: Nigel Barley, "Traumatische Tropen".

Beim Thema "unrasiert" fällt mir auch wieder meine frühere
Friseurin ein. Eine fröhliche, leuchtend blauäugige Wuchtbrumme
mit curligen hellblonden Haaren, die mir ziemlich unverhohlen
ihre "Bereitschaft" signalisierte und die aber zu diesem Zeitpunkt
ebenso vergeben war wie ich.

Kurze Zeit später war ich getrennt, sie aber noch verlobt,
besuchte mich trotzdem in meiner Wohnung, bekam 2 Tage lang
fast nur die Zimmerdecke zu sehen und löst eine Stunde nach
ihrer Ankunft zurück daheim ihre Verlobung auf und schmiss ihn raus.
Bevor Sie jetzt was
Unfreundliches über mich denken:
Dazu war ich lediglich ein Anlass.
Den Grund hatten die beiden
schon ganz allein hingekrigt.
 
Ab da hatten wir freie Fahrt, aber bei meinem nächsten Besuch
in ihrer Souterrain-Wohnung musste ich sie zuallererst nackt auf
den Rücken werfen und ins Badezimmer zurück, um eine
Schüssel, Rasierschaum und meinen Nassrasierer zu holen.

Sie schaute duldend dem Ganzen zu und nachdem ich den 
administrativen Teil beendet hatte, schaute sie auch dem Rest
des Treibens nicht minder interessiert zu.
Irgendwann trennte ich mich von ihr, sie rief an, ob wir
zumindest noch weiterhin vögeln könnten, und das war für
mich total ok. 

Es tauchen noch weitere Gesichter und Körper vor meinen
an die Decke starrenden Augen auf.

Es erheben sich weitere Geschichten aus dem Morast des
Vergessens, was eigentlich witzig ist, bedenkt man, dass der
erdrückend größte Teil der sexuellen Erlebnisse nicht so gut war,
dass man ihn auf Dauer hatte wiederholen bzw. behalten wollen.

Doch irgendwann sind auch die tanzwütigsten Sukkubi an der
Zimmerdecke müde und verblassen, was mich viel zu spät in
dieser Nacht endlich in einen kurzen, unentspannten Schlaf fallen lässt.

[P.S. Hin und wieder lasse ich inzwischen
Fotos und Kurzvideos von KI generieren,
das heute war so ein Beispiel dafür.

Wenigstens noch ein bisschen Spaß mit den Dingern haben,
bevor wir von ihnen versklavt und entmündigt werden. ]

2 Kommentare:

  1. Ja man darf halt nicht auf die Beine der AI-Maedels gucken, sonst wird ma kirre :-D

    Das hier ist bekannt, oder?
    -> https://www.youtube.com/watch?v=0A2-Af5JEWU

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    Antworten
    1. Nein, ich HÖRTE nur davon, ...und nun wünsche ich mir
      diesen Status Quo Ante Zustand zurück...

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