Unter allen Umständen hatte ich die Topfpflanzen
aus Ehezeiten in der neuen Wohnung retten wollen:
Die Geschiedene hatte bei ihren Auszug keinerlei
von unserem Grünzeug mitgenommen.
Und aus einer merkwürdigen Sentimentalität heraus,
durchaus getränkt mit etwas Schuldbewusstsein den
Pflanzen gegenüber, hatte ich mir fest vorgenommen,
diesen Gewächsen eine vernünftige Zukunft anzubieten.
Dabei hatte ich, wie ich zugebe, immer wieder diese eine
Szene im Kopf, wie ich vor einer der verdorrten (oder
ersäuften) Pflanzen stehe und die Geschiedene mit
hochgezogenen Augenbrauen seitlich in die Szene eintritt
mit den Worten
"Ich habe es Dir gleich gesagt, bei Dir geht alles ein!"
Sie findet nur in meinem Kopf statt.
Dort aber gründlich.
Meistens durch Übergießen habe ich nach und nach
wirklich alle Ehepflanzen erfolgreich um die Ecke gebracht.
Fun fact:
Überlebt haben nur jene, die ich schon vor der Ehe hatte.
Die Palme im Wohnzimmer habe ich tatsächlich schon seit 1998.
Sie ist die einzige, die mir mein monsunisches Gießgebahren
verzeiht.
Als Letztes hatte die als anspruchslos und robust geltende
Ufopflanze dran glauben müssen. Erst kurz davor hatte ich
sie umgetopft, mit frischer Erde und porösen Tonkugeln.
Aber selbst die habe ich hinüber bekommen.
Sie war die letzte, bereits Monate zuvor war eine Topfpflanze
mit ansehnlichen dunkelgrünen spitzen Blättern von mir
überwässert worden.
Davon erzählte ich der Frau in Norddeutschland (aus
dem letzten Blogpost).
Sie bot mir an, ein paar Ableger ihrer massigen, buschigen
Streifenlilie mitzunehmen und erklärte mir, wie ich
damit vorgehen müsse.
Auf sie höre ich gern - alle ihre Pflanzen sehen so voll
und gesund aus als kämen sie frisch aus dem Trias^^.
Die Ableger wurden in nasse Haushaltstücher gewickelt,
diese kamen für die Rückreise in Zip-locks.
Wieder daheim stellte ich die Ableger ein paar Tage ins
regelmäßig gewechselte Wasser, bis weiße Wurzeln kamen.
Danach wurde der ehemalige Ufopflanzen-Topf
nochmal von Resten gesäubert und die Erde ein
bisschen vorbereitet.
Und dann war es Zeit, der Streifenlilie
ein neues Zuhause zu geben - diesmal mit
Feuchtigkeitsanzeiger und mit mehr Vorsicht.
Dann wünsche ich Dir viel Glück mit Charly!
AntwortenLöschenIch habe mein Lebtag nie Blumen gegossen oder gepflegt. Brauche auch keine Grünpflanzen! Jedenfalls in den lock-downs war ich plötzlich im Büro für gefühlte hundert Pflanzen verantwortlich. Aber glücklicherweise sind mit fat keine eingegangen!
Aber ich denke, dass ich das nicht mehr machen will
LG Flo(h)
Eine dieser Pflanzen MUSS einfach überleben, diese Wohnzimmerpalme.
LöschenDie war da, als es mir richtig dreckig ging, die hat echt schon ALLES gesehen, für die bin ich jetzt echt verantwortlich^^.
Und ich denke, so ein bisschen Lebewesen um einen in der Wohnung herum dürfen schon mal sein :-).
Oh, eine Grünlilie. Davon bevölkern mittlerweile bereits die Ururenkel der ersten Pflanze, die ich mal auf dem Grabbeltisch eines Baumarktes gekauft habe, unseren Wohnraum. Und mein Büro ... Die kriegt man eigentlich nur schwer kaputt, die verzeihen einem selbst wenn man sie mal ein, zwei Wochen gar nicht gießt. Und Wohnraum ohne Pflanzen geht für mich mittlerweile gar nicht mehr ...
AntwortenLöschenWenn die Grün- oder Streifenlilie die Blätter in der Mitte quasi zusammen faltet, so daß die Pflanze aussieht als bestünde sie aus grünweißen Strohhalmen, dann bitte nicht einfach gießen. Sondern eine Stunde ins Wasser stellen damit sich die sukkulenten Wurzeln und das Substrat ordentlich mit Wasser vollsaugen können. Wenn man sie ab und an kurz abbraust um den Staub zu entfernen und im Sommer regelmäßig einsprüht, dann dankt sie es einem mit Wachstum und Blüten ;-)
Viel Spaß mit dem Kleinen!
Oha, danke für den Pflegetipp!
LöschenIch schaue derzeit mehrmals am Tag nach ihr.
Bis jetzt sieht es nicht so schlecht aus.
Und sie selbst ist ja ebenfalls so eine Ur-Ur-Enkelin von irgendwas,
das schon quer durch die Republik verteilt wurde.^^
Also wenn Du DIE kaputt bekommst, dann echt Respekt.
AntwortenLöschenDas hat selbst Norbert, mein kettenrauchender ex-chef nicht geschafft ohne die je geplant zu gießen. Die waren irgendwann überall im Büro.
Ich hoffe es wirklich, dass DIE hier überlebt.
LöschenRobust war nämlich angeblich AUCH diese Ufopflanze / chinesischer Geldbaum.
Mein Gießverhalten ist eine ziemlich geeignete Parabel dafür,
dass ich es manchmal eben zu gut meine.