Zu den unbestrittenen Vorzügen dieser Altbauwohnung
zählt ihre Lage.
Morgens mit dem Kaffee am Fenster zu sitzen und auf die Felder,
in die Weite, auf die Berge zu schauen,,, das macht mich glücklich.
Ich vermisse inzwischen sogar die Ziegen nicht mehr, die mich
morgens viele Jahre lang durch den Zaun kauend anschauten,
wenn ich die Rollladen hochzog.
Nur neulich hab ich kurz ein paar Tränchen vergossen, ich hatte
ja monatelang keine Zeit mehr gehabt, meine große Kamera zu
benutzen, also hab ich sie auch nicht angemacht oder nur ausgepackt.
Nach einer ausgedehnten Foto-Session in der Eifel neulich packte ich
die Speicherkarte zum Sichten der Fotos an den PC und es stellte sich
heraus, dass noch eine kleine Handvoll Fotos aus dem Garten der
alten Wohnung mit dabei waren.
Unter Anderem im Herbst ein kleiner, etwas kränklich aussehender
Igel, der tagsüber unterwegs war, was schon an sich nicht auf
einen uneingeschränkt gesunden Organismus schließen ließ.
und ich weiß auch nicht, was danach aus ihm geworden ist.
Bald darauf musste ich dort ausziehen.
Aber zurück zum morgendlichen "Kaffee mit Ausblick":
Ich sehe dort jeden Tag Hasen das Feld zu mir herunterhoppeln.
Einer scheint öfters her zu kommen:
Er nimmt immer den selben Laufpfad.
Ich habe ihn Henry getauft.
Henry sitzt im Feld und scheint zu warten.
Kurz nachdem Henry auftaucht, kommt ein dicker großer
schwarzer Hund samt Frauchen um die Ecke.
Und dann beginnt jedes Mal das gleiche Spiel:
Der unangeleinte Hund (sagen Sie nichts...) rennt los übers Feld,
natürlich chancenlos gegen den flinken Henry, und nach
einigen Metern gibt er auf und trottet zu Frauchen zurück.
Habe mir überlegt, dass Henry vielleicht sein personal trainer ist
und deshalb morgens auf ihn wartet? Als kleine Spurtmotivation?
Funktioniert bislang jedenfalls top.
Also, beim Hund.
MICH konnte er noch nicht zu Sprintspurts im Freien motivieren.
Kommt vielleicht noch.
Wir alle brauchen etwas mehr Hase im Leben,
wenn Sie mich fragen.


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